Energiewende Weimar will Busse mit Wasserstoff-Antrieb testen

In Weimar sollen künftig Busse mit Wasserstoff-Antrieb fahren. Unterstützt wird das Projekt durch das Thüringer Umweltministerium. Nun wurde der Fördermittelbescheid offiziell übergeben.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 29.03.2022 19:00Uhr 01:57 min

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In Weimar sollen ab dem nächsten Jahr drei wasserstoffbetriebene Busse im Nahverkehr eingesetzt werden. Das hat die Stadtwirtschaft bekannt gegeben. Für den Betrieb der Fahrzeuge sollen auf dem eigenen Gelände eine Fotovoltaikanlage und eine Wasserstofftankstelle entstehen. Die Busse sollen den Angaben nach eine Reichweite von 300 bis 400 Kilometern haben und rund 900.000 Euro pro Stück kosten. Sie werden zum Teil in Handarbeit hergestellt und sollen zu Beginn auf den Linien 1, 3 und 4 eingesetzt werden.

Umweltministerium fördert Bus-Projekt

Insgesamt will das Thüringer Umweltministerium 30 Busse mit alternativen Antrieben in mehreren Thüringer Regionen fördern - in Weimar die ersten mit Wasserstoffantrieb. Rund drei Millionen Euro sind dafür vorgesehen.

Der Förderbescheid wurde am Dienstag von Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) übergeben. Ziel müsse es sein, so weit wie möglich unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden, sagte die Ministerin. Weimar sei mit dem Projekt die erste Stadt in Thüringen, in der Busse mit Wasserstoff-Brennstoffzellen auf die Straße kommen.

Ein Fördermittelbescheid wird übergeben
Übergabe des Fördermittelbescheids für wasserstoffbetriebenen Nahverkehr in Weimar: Oberbürgermeister Peter Kleine, Jörn Otto von der Stadtwirtschaft, Ministerin Anja Siegesmund, Stefan Reindl vom TEAG-Vorstand und Professor Mark Jentsch von der Bauhaus Uni Weimar (von links). Bildrechte: MDR/Jürgen Kolarzik

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MDR(cfr/mm),dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. März 2022 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

Kulturhauptstaedter vor 7 Wochen

Wer momentan ansatzweise vergleichbare Betriebskosten bei Wasserstoff erwartet wie bei Diesel, wird natürlich enttäuscht sein. Das Problem liegt immer in der Skalierbarkeit. Wenn die richtigen Dimensionen erreicht werden, kann es bei uns auch bald so sein wie in Südkorea. Dort will man bis 2030 100 Ladestationen für Wasserstoff errichten, mit denen nicht nur 2000 Stadtbusse im ganzen Land versorgt werden sollen, sondern auch andere Nutzfahrzeuge wie LKW, Großraumbusse und Reinigungsfahrzeuge. Was machen andere anders?

gambit vor 7 Wochen

Ich finde es gut und wichtig, jetzt Alternativen zum Diesel zu testen, hatte aber auch sofort die gleichen Bedenken wie "atomkraftwerk". Auch im Bahnverkehr scheint sich der Akkubetrieb gegenüber Wasserstoff durchzusetzen – mit erstaunlichen Reichweiten. Man bedenke auch: Im Schwarzatal wurde das Projekt "Wasserstoffzüge" wegen der hohen Kosten vorerst gestoppt. Wünschenswert wäre es, dass die Ergebnisse von derartigen Tests (wie in Hamburg oder Jena, wo seit 2020 eine Linie mit E-Bus bedient wird) in anderen Regionen Beachtung finden und nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht (unterschiedliche Bedingungen vor Ort müssen natürlich berücksichtigt werden).

emlo vor 7 Wochen

Der Obusbetrieb in Weimar endete am 2. April 1993. Über die Gründe weiß ich nichts, es dürfte aber einfach billiger gewesen sein, auf Diesel-Busse zu setzen.

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1 min 19.05.2022 | 21:57 Uhr

Größtenteils gilt das geplante 9-Euro-Ticket auch für die Harzer Schmalspurbahn. Lediglich für die Strecke zwischen Drei Annen Hohne und dem Brockengipfel gilt der alte Preis.

MDR THÜRINGEN Do 19.05.2022 19:00Uhr 00:43 min

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/nord-thueringen/nordhausen/video-neun-euro-ticket-harzer-schmalspurbahn-100.html

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