Modellversuch Einzelhandel in Weimar darf drei Tage öffnen

In der Corona-Krise ist das Land Thüringen trotz gestiegener Inzidenzwerte zu Zugeständnissen bereit. So dürfen in Weimar in der kommenden Woche drei Tage lang die Läden und Geschäfte öffnen.

Passanten in der Fußgängerzone in Weimar
Passanten in der Fußgängerzone in Weimar: Kommende Woche öffnet der Einzelhandel für drei Tage. Bildrechte: dpa

Das Land Thüringen hat grünes Licht für das Weimarer Shopping-Experiment gegeben. Das gab Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Mittwoch bekannt. Demnach sollen die Läden von Montag, 29. März, bis Mittwoch, 31. März, öffnen können. Ob auch der Donnerstag dabei ist, wie ursprünglich geplant, ist derzeit noch unklar.

Öffnen können in Weimar unter anderem Einzelhandelsgeschäfte, Museen, Galerien und Gedenkstätten. Allerdings gibt es Auflagen: So ist die Kunden- und Besucherzahl begrenzt. Außerdem muss eine medizinische oder eine FFP2-Maske getragen werden.

Erforderlich ist auch das Vorlegen eines negativen Antigen-Schnelltests, der tagesaktuell sein muss. Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) sagte MDR THÜRINGEN, dass "nur unsere Bescheinung" Gültigkeit besitzt.

Entgegen anfänglichen Angaben reicht die Vorlage eines Impfnachweises nicht. Außerdem werden die Kontakte der Einkäufer gefordert - entweder über die neue Luca-App oder herkömmlich mit Kontaktformular auf Papier.

Über 100 Weimarer Händler sind dabei

Am Weimarer Modell wollen sich laut Stadtverwaltung mehr als 100 Händler beteiligen. Viele von ihnen seien bereits zum Umgang mit der Luca-App geschult worden. Auch die Klassik-Stiftung Weimar ist mit im Boot. So soll das Bauhaus-Museum ebenfalls für drei Tage öffnen.

Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) sieht die Stadt mit zahlreichen Schnelltestzentren und der Luca-App "gut aufgestellt, um geordnet und verantwortungsvoll einen Beitrag zur Normalisierung unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens zu leisten".

Auswertige Gäste nicht ausgeschlossen

Wie Stadtsprecher Andy Faupel auf Anfrage von MDR THÜRINGEN mitteilte, seien auswertige Gäste nicht ausgeschlossen. Die Geschäfte seien offen für alle, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen können. Ob es dadurch zu einem größeren Ansturm aus anderen Regionen komme, sei noch eine große Unbekannte, sagte er mit Blick auf möglichen Einkaufstourismus. Faupel betonte jedoch, dass die nötigen Voraussetzungen für einen sicheren Ablauf gewährleistet seien - etwa indem auf die Luca-App, Maskenpflicht und Zutrittsbeschränkungen gesetzt werde. Außerdem gebe es eine Reihe von Testzentren in der Stadt. Nach dem Einkauf sollen die Postleitzahlen der Teilnehmer erfasst werden, um die Kundenströme bei der Auswertung des Projekts nachvollziehen zu können.

Werner: Bald ausreichend Angebote für Selbst-Tests

Laut Gesundheitsministerin Werner soll das Modellprojekt helfen, Wege zu finden, wie sich Öffnungsstrategien in Zukunft mit und trotz relativ hoher Infektionszahlen umsetzen ließen. Schon bald solle es ausreichend Angebote für Selbsttests geben.

So könnten nicht nur Infektionsketten unterbrochen, sondern auch öffentliches Leben wie Theater oder Kino wieder möglich gemacht werden. Wann genau das der Fall sein wird, dazu gab es noch keine Aussage.

Seit Februar erfüllt die Stadt Weimar eine Grundvoraussetzung für das Einkaufsexperiment: Ihre Sieben-Tages-Inzidenz liegt unter 100. Andere geplante Modellprojekte von Erfurt sowie der Landkreise Hildburghausen, Nordhausen und Sonneberg werden noch geprüft.

Quelle: MDR/sar,epd,maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 24. März 2021 | 18:00 Uhr

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