Kunst im öffentlichen Raum Fassadenfestival "Genius Loci" scheitert in Erfurt am Geld

Thüringen muss in diesem Jahr wohl auf das Fassadenprojektions-Festival "Genius Loci" verzichten: Die Macher wollten ihre Lichtkunst nach zehn Jahren Weimar in Erfurt zeigen, doch das Gastspiel scheitert am Geld.

Nationaltheater
Beim Fassadenfestival "Genius Loci" werden Gebäude, wie hier das Deutsche Nationaltheater, mit Projektionen bestrahlt. Bildrechte: Genius Loci Weimar

In diesem Jahr wird es kein Fassadenprojektionsfestival "Genius Loci" geben. Wie Festival-Chef Hendrik Wendler sagte, wird das Spektakel nicht in Erfurt veranstaltet werden können.Trotz monatelanger Verhandlungen habe man sich mit der Stadtverwaltung nicht über die Kosten einig können.

Land kürzt Förderung

So habe das Land seine Fördermittel von zuletzt 200.000 Euro auf 100.000 Euro gekürzt. Auch der Zuschuss der Stadt Erfurt sei nicht ausreichend gewesen, so Wendler. Um arbeitsfähig zu sein, würden mindestens 200.000 Euro benötigt. Das Fassadenfestival sollte am 3. Oktober - zum Tag der Deutschen Einheit - im Rahmen eines Bürgerfestes gefeiert werden. Die "Thüringer Allgemeine (€)" zitiert den Erfurter Kulturdezernenten Tobias Knoblich mit dem Satz, es habe Genius Loci die Bereitschaft gefehlt, sich den Rahmenbedingungen eines Bürgerfestes anzupassen. Erfurt habe durchaus eine gute Finanzierungsbasis geschaffen, nur halt vielleicht nicht für den ganz hohen Anspruch und alle Elemente wie in Weimar.

Die Projektion 'Liszt-hitecture' (Czigany Laszlo) wird während des Fassadenprojektionsfestivals 'Genius Loci' am 09.08.2013 in Weimar (Thüringen) an die Innenhoffassade des Residenzschlosses projiziert.
Die Projektionen zogen jedes Jahr Tausende Zuschauer an. Bildrechte: dpa

Internationale Künstler-Beteiligung

Premiere feierte "Genius Loci" 2012 in Weimar, damals mit einer Projektion am Fürstenhaus. Danach wurde jährlich ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich internationale Video-Mapping Künstler beteiligten. Die Wettbewerbsgewinner projizierten ihre Entwürfe an verschiedenste Fassaden, darunter das Deutsche Nationaltheater, das Goethe- und Schiller-Archiv und das Bauhaus-Museum. Nach zehn Jahren wollten die Veranstalter einen Umzug nach Erfurt wagen.

MDR(cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 07. April 2022 | 15:30 Uhr

9 Kommentare

dimehl vor 12 Wochen

Das kann man auch anders sehen:
Kunst kann zum Nachdenken anregen.
Wer nachdenkt, stellt sich evtl. Fragen.
Um eine Antwort zu finden, versucht er, Zusammenhänge herzustellen.
Womöglich sind es ja aber die "falschen" Fragen und die "falschen" Zusammenhänge...
Außerdem sollen die Menschen, gerade jetzt wieder, nicht nachdenken, gar grübeln, sondern helfen, mit anpacken, spenden...

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 12 Wochen

„Kunst“, die ich nur im Dunkeln und nicht bei Tageslicht betrachten
kann — ist doch nun auch wirklich KEiNE GROSSARTiGE KUNST…⁉️

…und wer trotzdem „Lichtspiele“ sehen will, der möge ins Augustinerkloster
in Erfurt gehen oder das Theater oder eben Lichtspielhäuser besuchen…‼️

Ovuvuevuevue Enyetuenwuevue Ugbemugbem Osas vor 12 Wochen

Sorry, aber so einen Blödsinn wie irgendwelche bonbonbunten pseudointellektuellen Lichtinstallationen braucht kein Mensch. Sollen alle bleiben, wo der Pfeffer wächst und wo es genügend infantile Kommunalpolitiker gibt, die das Geld der Steuerzahler für solchen Unfug rausschmeißen. Kleiner Tipp: BERLIN ist für so etwas immer gut, vielleicht mal das Kanzleramt anstrahlen mit der Grundgesetz-Forderung „Keine Waffen in Kriegsgebiete“!

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