Erinnerung Gedenken an Opfer des NS-Konzentrationslagers Buchenwald in Weimar

In Weimar haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow an die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora erinnert. Diese Erinnerung bleibe Tagesaufgabe, sagte Ramelow am Sonntag. Bei der Feierstunde wurde auch der unzähligen Opfer der nationalsozialistischen Diktatur gedacht.

In Weimar haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der Opfer des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Buchenwald gedacht. Gemeinsame Aufgabe der Demokraten sei, die NS-Verbrechen nicht dem Vergessen preiszugeben, sagte Ramelow bei einer Gedenkfeier zum 76. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Wir werden die Erinnerung nicht in ein Museum überstellen können. Sie bleibt Tagesaufgabe.

Bodo Ramelow, Thüringer Ministerpräsident (Linke)

Bundespräsident Steinmeier sagt, Buchenwald stehe für Rassenwahn, Mord und Vernichtung. Mit seiner Vielzahl von Opfergruppen stehe das Konzentrationslager auf dem Ettersberg bei Weimar für die gesamte Barbarei der Nazis, für einen aggressiven Nationalismus, für Diktatur und Unterdrückung im Innern und für ein völkisches Denken. Es sei die nationalsozialistische Diktatur gewesen, die für grausamste Verbrechen und Völkermord verantwortlich war. Aber: "Aber es waren Menschen, Deutsche, die anderen Menschen das antaten", so der Bundespräsident.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Appellplatz der Gedenkstätte Buchenwald
Gedenken in Buchenwald: In das Konzentrationslager auf dem Ettersberg bei Weimar hatten die Nazis zwischen 1937 und 1945 mehr als eine Viertelmillion Menschen aus vielen Ländern verschleppt. Bildrechte: MDR/Uta Fischer

Bei der im Internet übertragenen Gedenkveranstaltung aus dem Deutschen Nationaltheater kamen auch Überlebende des Konzentrationslagers unter anderem aus den USA, Italien oder Frankreich zu Wort. Sie konnten wegen der Corona-Pandemie nicht wie in früheren Jahren eingeladen werden. Am Nachmittag werden Bundespräsident Steinmeier, Ministerpräsident Ramelow und Landtagspräsidentin Birgit Keller in der Gedenkstätte Buchenwald Kränze niederlegen.

Es ist nicht allein die Zahl der Toten, es sind die Umstände, unter denen Menschen in Buchenwald entrechtet und ausgebeutet, gequält und getötet worden sind, die den Schrecken dieses Ortes ausmachen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Das KZ auf dem Ettersberg bei Weimar war am 11. April 1945 mit Hilfe von US-Streitkräften befreit worden. Es war 1937 von den Nationalsozialisten errichtet worden. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war Buchenwald das größte Konzentrationslager auf deutschem Boden. Etwa 56.000 Menschen wurden dort ermordet oder starben wegen Hunger und Krankheiten oder an den Folgen von Zwangsarbeit. Im KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen wurden rund 60.000 Häftlinge dazu gezwungen, die unterirdischen Stollen zu bauen und dort Raketen herzustellen. Mindestens 20.000 von ihnen starben.

Quelle: MDR/dpa/epd

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 11. April 2021 | 19:00 Uhr

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