Vandalismus Weimar: 10.000 Euro Belohnung für Hinweise zu Schmierereien

Nach den Schmierereien mit linken politischen Botschaften in Weimars Innenstadt soll eine Belohnung bei der Suche nach den Tätern helfen. 10.000 Euro gibt es für Hinweise, die zu den Sprayern führen. Außerdem will die Polizei in Zukunft die Kontrollen verschärfen.

Graffittientfernung am Wittumspalais in Weimar.
Graffittientfernung am Wittumspalais in Weimar am Montag. Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Nach den Schmierereien in der Innenstadt von Weimar setzen die Stadt, die Klassik-Stiftung und das Wohnungsunternehmen Wohnstätte eine Belohnung aus. Für Hinweise, die zum Ergreifen der Täter führen, gibt es 10.000 Euro. Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) wird zudem eine Stabsstelle "Sauberes Weimar" schaffen, die sich unter anderem um das schnelle Beseitigen von Schmierereien kümmert.

Polizei will mehr kontrollieren

Auch die Polizei hat reagiert und eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich intensiv um das Thema kümmert. Der Kontrolldruck werde erhöht, sagte Weimars Polizeichef René Treunert auf einer Pressekonferenz. Es werde mehr Streifen geben, auch in Zivil. Man arbeite eng mit der Kriminalpolizei und auch der Stadt Weimar zusammen.

Der Vandalismus sei jedoch kein Weimarer Phänomen, so Treunert. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden seinen Angaben nach ähnliche Fälle unter anderem in Apolda, Jena, Weimar, Mühlhausen und Leinefelde beobachtet. Die Täter agierten überörtlich. Nun werde nach Parallelen gesucht.

Kleine beschreibt Graffiti als "abartig und unerträglich"

In Weimar hatten Sprayer in der Nacht zum Montag das zum Unesco-Welterbe zählende Wittumspalais am Theaterplatz und weitere Gebäude in der Schillerstraße mit linken Parolen besprüht. Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) nannte die Graffiti "unerträglich". Ulrike Grosse-Röthig, sachkundige Bürgerin der Fraktion "Die Linke" im Stadtrat, sagte, sie verurteile jede Form von Sachbeschädigung, erst recht am Weltkulturerbe.

Debatte um Hausverbots-Beschluss für Sprayer

Grosse-Röthig wünscht sich allerdings auch mehr Prävention. Einen Hausverbots-Beschluss des Stadtrates, der besagt, dass Sprayer unter anderem keinen Zugang zu öffentlichen Einrichtungen mehr haben, kritisiert ihre Fraktion. Die Fraktionen CDU und Weimarwerk-FDP-Piraten hatten durchgesetzt, dass Menschen, die ein städtisches Gebäude mutwillig beschädigt haben, der Zutritt zu Gebäuden der Stadt zwei Jahre verboten wird.

"Free Lina"-Graffito an der Musikschule

In Weimar sind in den vergangenen Wochen verstärkt Gebäude mit Parolen beschmiert worden, die dem politisch linken oder linksextremen Lager zugeschrieben werden. So wurden die Musikschule und die Sternbrücke mit dem Slogan "Freiheit für Lina" oder "Free Lina" beschmiert. Lina E. ist eine mutmaßliche Linksextremistin aus Leipzig, die in Untersuchungshaft sitzt. Sie soll unter anderem mit Gleichgesinnten eine Kneipe in Eisenach überfallen haben, die von Rechtsextremen betrieben und besucht wird.

Graffiti-Schriftzug "Free Lina" an einem Gebäude in Weimar.
In Weimar waren in den vergangenen Wochen verstärkt Schmierereien an Gebäuden aufgetaucht. In anderen Städten in Thüringen gab es ähnliche Fälle. Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version hatten wir diesen Text oben mit einem Bild des "Free Lina"-Schriftzugs an der Musikschule versehen. Dadurch konnte der Eindruck entstehen, die Belohnung betreffe auch dieses Graffito. Die Stadt Weimar weist darauf hin, dass die Belohnung ausschließlich für Hinweise auf jene Sprayer gilt, die in der Nacht zu Montag Wittumspalais und Schillerstraßen-Gebäude besprühten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jni

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 20. April 2021 | 18:30 Uhr

33 Kommentare

Thueringer Original vor 2 Wochen

Das Grafitto "Free Lina" ist nicht schon deutlich länger an dieser Wand. Ich persönlich finde diese Schmierereien zum Kotzen und wünsche mir saftige Strafen für diese Sachbeschädiger.

MDR-Team vor 2 Wochen

@ Stefan Der: Anfrage ist raus, Antwort folgt nach Eingang der Reaktion von Stadt & Stiftung. Und eine Bitte zum Ton: Dass Sie gerne Gebührenbeitrag zahlen, finden wir dufte, würden uns aber über eine "Bitte" freuen, wenn Sie sich eine Recherche wünschen. Danke sehr.

Stefan Der vor 2 Wochen

@MDR: Das Graffito "Free Lina" ist dort bereits seit dem Dezember letzten Jahres zu finden. Demnach bezieht sich die Belohnung nicht auf diese Schmiererei. Oder doch? Genaues weiß niemand bzw. kann es einem niemand sagen. Also lieber MDR Rechercheauftrag eines Bürgers der die Rundfunkgebühren gerne zahlt: Gilt die Belohnung nur zur Ergreifung der Täter der Schmierereien vom Sonntag/ Montag oder auch für andere Sachbeschädigungen die passiert sind bzw. auch zukünftig geschehen?

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