Corona-Pandemie Kontaktnachverfolgung: Weimar kauft Luca-App

Die Stadt Weimar hat angekündigt, die Luca-App zur digitalen Kontaktnachverfolgung in der Corona-Pandemie zu kaufen. Die App soll Geschäften, Veranstaltern und Institutionen eine Öffnungsperspektive geben. Die Stadt Jena nutzt bereits die Luca-App und möchte dies auch weiter tun.

Menschen sind bei Regen in der Einkaufsstraߟe unterwegs.
Wielandstraße in Weimar: Interessierte Läden und Unternehmen können sich auf der Internetseite der App registrieren. Für Privatpersonen ist die App kostenlos. Bildrechte: dpa

Die Stadt Weimar will mit der Luca-App Infektionsketten schneller und umfassender unterbrechen. Die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen hätten dem Kauf der Software zugestimmt, teilte die Stadt am Montag mit.

Die App soll die Kontaktnachverfolgung bei Coronavirus-Infektionen erleichtern. "Das Gesundheitsamt kann somit Infektionsketten noch schneller und umfassender unterbrechen", heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Die App soll Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) zufolge den Geschäften, Unternehmen, Veranstaltern, Museen und anderen Institutionen in Weimar eine Öffnungsperspektive geben. Interessierte Läden und Unternehmen können sich auf der Internetseite der App registrieren. Privatpersonen können die App kostenlos auf ihrem Smartphone installieren.

Widersprüchlichen Aussagen von Landesdatenschutzbeauftragtem

Der Thüringer Landesdatenschutzbeauftragte Lutz Hasse hatte in einem Schreiben am Freitag Kommunen gebeten, die App noch nicht einzuführen. Demnach könnten etwa bei der geplanten Offenlegung des Quellcodes der App Sicherheitslücken gefunden werden.

In einem früheren Brief aus seinem Haus an die Links-Fraktion im Landtag hatte es allerdings geheißen, dass aus datensicherheitstechnischer Sicht keine Bedenken gegen die App bestünden. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte die widersprüchlichen Aussagen am Wochenende kritisiert und erklärt, er werde sich nach der Erklärung im Brief an die Fraktion richten.

Stadt Jena von Luca-App überzeugt

Derweil setzt die Stadt Jena bereits auf die Anwendung bei der digitalen Kontaktnachverfolgung und teilte am Montag mit, dies auch weiter zu tun. Der städtische Krisenstab orientiere sich weiter an der früheren Einschätzung Hasses zur App. "Wir waren Luca-Nutzer der ersten Stunde und sind überzeugt, dass Luca genau die richtige App für die digitale Kontaktnachverfolgung ist, weil sie die wichtige Anbindung an das Sormas-System bietet", sagte Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP).

Sormas ist das Computersystem, mit dem Jenas Gesundheitsamt in der Pandemie arbeitet. Dennoch forderte Nitzsche, eine schnelle und verbindliche Perspektive für den Einsatz der App. "Denn nur so steigern wir auch das Anwendervertrauen."

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 22. März 2021 | 16:30 Uhr

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