Verdacht auf Corona-Verstöße Nach 32 Todesfällen in kurzer Zeit: Durchsuchung in Weimarer Pflegeheim

Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt wegen des Verdachts fahrlässiger Tötung gegen Mitarbeiter eines Pflegeheims in Weimar. Im Januar waren innerhalb kurzer Zeit 32 der Bewohner mit oder am Coronavirus gestorben. Die Ermittlungen richten sich gegen drei leitende Beschäftigte.

Auf einem Parkplatz stehen Einsatzkräfte der Polizei
Einsatzkräfte der Polizei bei der Durchsuchung am Donnerstag. Bildrechte: MDR/Johannes Krey

Ermittler haben am Donnerstag das Azurit-Pflegeheim in Weimar-Nord sowie drei Privatwohnungen in Thüringen durchsucht. Ein Arzt hatte zuvor mutmaßliche Missstände und Verstöße bei der Stadt Weimar gemeldet, die daraufhin Anzeige erstattete.

Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt gegen verantwortliche Mitarbeiter des Heims wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. "Aufgrund der hohen Infizierten- und Sterblichkeitsrate von Bewohnern dieses Pflegeheims an oder mit dem Coronavirus war die Stadt Weimar verpflichtet zu handeln", teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen richten sich konkret gegen drei leitende Beschäftigte, wie es am Donnerstagnachmittag hieß.

Corona-Infektionen: 32 Heimbewohner in Weimar gestorben

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft steht der Vorwurf im Raum, dass notwendige Infektionsschutzmaßnahmen nicht durchgängig eingehalten wurden. So soll unter anderem der Mund-Nasen-Schutz nicht getragen worden sein, auch die räumliche Trennung von Infizierten und Nicht-Infizierten habe gefehlt.

Außerdem sollen Beschäftigte, die eigentlich eine Quarantäne-Anordnung hatten, zur Arbeit aufgefordert worden sein. 32 Bewohner hatten sich mit dem Coronavirus infiziert und waren innerhalb kurzer Zeit gestorben. Die Vorfälle im Heim hatten sich Ende Dezember bis Anfang Januar und somit vor dem Start der Immunisierung durch Impfungen ereignet.

Anmerkung der Redaktion In einer ersten Version dieses Textes hatten wir von 23 Corona-Toten in dem Pflegeheim geschrieben. Es sind laut Staatsanwaltschaft aber 32 Tote. Wir haben die Zahl geändert.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa,jni

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. März 2021 | 12:00 Uhr

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