E-Mobilität Weimar: E-Porsche-Dienstwagen der Stadtwerke sorgt für Kritik

In Weimar sorgt ein neues Elektroauto der Stadtwerke für Unmut. Gegenstand der Kritik: ein E-Porsche Taycan. Die Stadtwerke haben die Anschaffung des Sportwagens verteidigt.

Mehrere Porsche Taycan stehen nebeneinander.
Mehrere E-Porsche Taycan bei einer Präsentation. Ein ähnliches Modell haben nun die Weimarer Stadtwerke angeschafft. Laut Herstellerangaben ist das Modell ab 85.000 Euro zu haben. Bildrechte: dpa

Die Stadtwerke Weimar haben die Anschaffung eines elektrischen Sportwagens als Firmenfahrzeug verteidigt. Man betrachte das Fahrzeug als Technologieträger, nicht als Statussymbol, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Mit dem Auto sollten Daten zu Ladezyklus und Netzbelastung gewonnen werden.

Stadtwerke Weimar: Auto sei Technologieträger, kein Statussymbol

Weil der Wagen - es handelt sich um einen Porsche "Taycan" - über entsprechende technische Innovationen verfüge, habe man sich für dieses Fahrzeug entschieden. Es handele sich um ein Leasingfahrzeug, der Vertrag laufe über drei Jahre.

Gefahren werden soll das Auto von der Bereichsleiterin für Vertrieb und IT. Der Neupreis für einen solchen Wagen wird im Internet mit mindestens 85.000 Euro angegeben.

Ann-Sophie Bohm
Grünen-Stadträtin Ann-Sophie Bohm: Vorgehen sei "völlig unverständlich". (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Anschaffung hatte im Stadtrat für Aufsehen und Kritik gesorgt. Die Chefin der Grünen, Ann-Sophie Bohm, nannte das Vorgehen "völlig unverständlich". Ziel der Stadtwerke sollte es sein, E-Mobilität für alle zu unterstützen, zum Beispiel in Form von Ladesäulen oder E-Bussen. Einen E-Porsche zum Testen brauche es dabei nicht.

Kritik von Oberbürgermeister und Stadtrat

Hagen Hultzsch von der FDP bezeichnet die Anschaffung als "unglücklich". Öffentliche Gelder für einen Oberklasse-Wagen auszugeben, halte er für nicht angemessen. Der Prüfungsbedarf sei vorgeschoben.

Thomas Hartung, SPD-Abgeordneter, spricht im Thüringer Landtag.
SPD-Fraktionschef Thomas Hartung (SPD) hält den Kauf eines so teuren Autos auf Stadtwerke-Kosten für nicht vertretbar. (Archivbild) Bildrechte: dpa

SPD-Fraktionschef Thomas Hartung sagte, in Zeiten steigender Energiepreise und wirtschaftlicher Schieflage in vielen Unternehmen sei das nicht vertretbar. Auch Oberbürgermeister Peter Kleine (pl) zeigte sich verärgert. Das sei nicht das richtige Zeichen, so der OB.

Quelle: MDR THÜRINGEN/cfr/caf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 14. Oktober 2021 | 15:30 Uhr

3 Kommentare

DER Beobachter vor 2 Tagen

Und warum wurde das Fahrzeug dann nicht beschafft für jemanden, der von technischen Innovationen Ahnung hat, sondern für eine Vertriebsleiterin? Wer hat seinen Segen dazu gegeben, eine teure Karre zu beschaffen, wenn eine preiswertere über dieselben technischen Eckdaten verfügt, aber in der kommunalen Anwendung praktischer ist?

eine Thueringerin vor 3 Tagen

Man gönnt sich ja sonst nichts, nobel geht die Welt zu Grunde.

hansfriederleistner vor 3 Tagen

Den Seinen gibts der Herr im Schlafe.

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