Bildung Grundstein für Schule der Zukunft in Weimar gelegt

Im Weimarer Vorort Oberweimar entsteht ein neues Schulgebäude für 380 Schülerinnen und Schüler. Dort soll eine Schule der Zukunft in Campus-Form errichtet werden, die bundesweit als Blaupause dienen könnte.

Nach dem Spatenstich am Dienstag wird mit dem Rohbau begonnen. 2024 soll die Schule fertig sein. Sie ist ein Pilotprojekt und entsteht in Kooperation mit der IBA Thüringen, der Internationalen Bauausstellung. 2014 haben sich die Stadt Weimar und die Staatliche Gemeinschaftsschule mit ihrem Schulstandort Oberweimar als IBA-Kandidat beworben. Sie wollten eine innovative Schule auf die Beine stellen und haben bei der Bauausstellung offene Türen eingerannt.

Stichwort: Gemeinschaftsschule Weimar An der 2011 gegründeten "Staatlichen Gemeinschaftsschule Jenaplanschule Weimar" werden aktuell 724 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Die Schule hat zwei Standorte - einen nahe der Innenstadt und den zweiten in Oberweimar, dessen Gebäude neu errichtet wird. Interimsgebäude ist die Parkschule nahe des Innenstadt-Standorts, deren Regelschüler wiederum in ein anderes Schulgebäude zogen. jenaplan-weimar.de

Eltern und Schüler durften mitreden

Die Ideen passten zum Konzept der IBA, die auch die Montag Stiftung vom Projekt überzeugen konnte. Seit 2016 ist sie mit im Boot und hilft bei der Finanzierung. In einer ersten Phase haben Planer gemeinsam mit Schulleitung, Eltern und Schülern Ideen aufs Papier gebracht, wie eine Schule der Zukunft aussehen soll. Es wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt und die Finanzierung geklärt. Der Freistaat hat Fördermittel zugesagt.

Bildmontage des künftigen Schulgeländes mit mehreren Gebäude
So präsentierte die IBA beim Spatenstich die Pläne. Bildrechte: IBA

Überzeugt hat die Idee von einem Schulneubau in Campusform. Allerdings stand an ihrem Anfang der Abriss eines bestehenden Schulgebäudes. 2021 wurden Bäume gefällt und im Anschluss der alte Bau, die einstige POS Willy Gebhardt, platt gemacht. Wochenlang hatten Anwohner Lärm und Staub ertragen müssen. Vor Ort wurden Betonteile geschreddert und zu Füllmaterial aufbereitet.

Bagger reißt Reste des alten Schulgebäudes ab
Der Abriss des Vorgängerbaus - für die Anwohner eine belastende Zeit. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner

Plattenbau weicht Lern- und Gemeinschaftshäusern

An Stelle des Plattenbaus werden nun drei sogenannte Lern- und Gemeinschaftshäuser gebaut. Es entstehen dabei drei Geschosse je 400 Quadratmeter Lernfläche auf mehreren Geschossen. Flächen und Möbel sollen flexibel gestaltet sein, sodass Klassengrößen variieren können. Gelernt werden soll im "Werkstatt-Charakter" - Lernerfahrungen sollen aktiv gesammelt und nicht passiv konsumiert werden, heißt es auf der Internetseite der Stadt.

Das 20.000 Quadratmeter große Grundstück wird dabei parkähnlich angelegt. Viele Bäume müssen dafür noch gepflanzt werden. Die bestehende Sporthalle wird saniert. Das "Thüringer Lernhaus", wie es die IBA nennt, soll zum Modell für einen zeitgemäßen Schulbau werden. "Schulbau Open Source" bedeutet für die IBA, die Projektideen allen zugänglich zu machen. Die neue Schule könnte als Blaupause bundesweit dienen.

Baupreis schon um zehn Millionen Euro gestiegen

Gitterkran und Mobilkran auf Baugelände
In einem Punkt eine Baustelle wie die meisten anderen - die Kosten steigen ständig. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner

Jeder kann sich bereits jetzt an den Ideen des innovativen Schulneubaus bedienen. Die Pläne sind transparent. Sorgen bereiten den Bauherren die Kosten. Die Preise für Material explodieren. Und so sind die auf der Internetseite der Stadt zunächst 18 Millionen Euro kalkulierten Kosten längst nicht mehr aktuell. Inzwischen geht die Stadt Weimar von 28 Millionen Euro Baukosten aus.

Im Sommer 2024 soll die neue Schule fertig sein. 380 Schüler der Jenaplan-Schule sollen dort nach ihrem Konzept lernen können. Aktuell sind sie in Interimsgebäuden in der Stadt untergebracht.

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. Mai 2022 | 08:00 Uhr

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