Kultur Kleinkunstfestival "Köstritzer Spiegelzelt" in Weimar wackelt - Stadt will unterstützen

Das Kleinkunstfestival "Köstritzer Spiegelzelt" in Weimar steht auf der Kippe. Intendant Martin Kranz sagte zum Abschluss des diesjährigen Festivals, es sei unklar, ob es im nächsten Jahr wieder stattfinden könne. Ohne Corona-Hilfen vom Land hätte es nicht stattfinden können.

Zuschauer sitzen während des Auftakts zum Musik- und Kabarett-Festival im Köstritzer Spiegelzelt
Ein Bild aus besseren Tagen: Beim Köstritzer Spiegelzelt gibt es einen massiven Besucherrückgang (Archivfoto). Bildrechte: dpa

Über ein Viertel weniger Besucher

Um mehr als 25 Prozent sind die Besucherzahlen dieses Mal eingebrochen. Und das, obwohl das Festival normal stattfinden konnte - ohne Abstandsgebot und Maske. Kranz ist sichtlich enttäuscht. Es sei schwerer als gedacht und ein längerer Prozess, die Menschen zurück zu holen, sagt der Produzent.

Sendungsbild
Martin Kranz ist Organisator des Kleinkunstfestivals "Köstritzer Spiegelzelt" in Weimar. Bildrechte: Elkena Kaufmann

Corona-Hilfe läuft aus

In diesem Jahr hat Kranz öffnen können - dank des Bundesprogramms "Neustart Kultur". Doch das läuft in wenigen Wochen aus. Im kommenden Jahr soll es solche Hilfen nicht mehr geben. Kranz muss rechnen - ohne Zuschüsse wackelt sein Festival gehörig.

Er appelliert nun an die Bundesregierung, die Hilfen zu verlängern. Am Sonntagabend endet das Köstritzer Spiegelzelt. Gekommen sind in diesem Jahr rund 15.300 Gäste - vor Corona waren es gut 20.000.

Stadt sichert Unterstützung zu

Die Stadt Weimar setzt sich für den Erhalt des Kleinkunstfestivals ein. Sollte sich das Festival aus der Stadt zurückziehen, würde Weimar ein renommiertes Aushängeschild im jährlichen Festivalkalender verlieren, sagte der parteilose Oberbürgermeister Peter Kleine am Montag. Die Stadt werde demnach das Spiegelzelt weiter unterstützen, sei es beim Marketing oder mit reduzierten Sondernutzungsgebühren.

Eines der wichtigsten Thüringer Kleinkunst-Festivals

Das Spiegelzelt-Festival ist seit Jahren eines der wichtigsten Kleinkunst-Veranstaltungen in Thüringen. Vom 4. Mai bis 19. Juni gab es dieses Jahr 43 Veranstaltungen mit 37 Künstlern, unter anderem mit den Kabarettisten Lisa Fitz, Rainald Grebe, Gerd Dudenhöffer ("Heinz Becker") und Alfons. Außerdem traten etwa die Sängerinnen Anna Depenbusch und Pe Werner sowie ihre Kollegen Götz Alsmann und Tim Fischer auf.

MDR (cma/rom/ls)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. Juni 2022 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

Thueringer Original vor 2 Wochen

Ich war dieses Jahr zwei Mal dort und eine Veranstaltung war ausverkauft die andere nahezu. Vielleicht liegt es an dann an den Künstlern, die keiner kennt. Sowas gönnt man sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dann doch lieber nicht.

Tamico161 vor 2 Wochen

Also das Wirken des „Hausherren“ ist mir persönlich so ziemlich egal. Er hat es viele Jahre hervorragend vollbracht ein kulturelles und anspruchsvolles Event auf die Beine zu stellen. Die Preisentwicklung und die Auswahl der Künstler tun ihr übriges. Ich hoffe das es weiter geht und sich finanzielle Freiräume auftun um dieses, für Weimar wichtige Kultur Event zu erhalten. Vielleicht verzichten wir dafür auf einen oder zwei F35 Bomber, natürlich aus den USA!

MDR-Team vor 2 Wochen

Hallo Seb K,
danke für den Hinweis. Unser System kann momentan nicht unterscheiden zwischen einem Video zu dem konkreten Thema oder einem Video, dass thematisch nahe ist und das wir deswegen am Ende des Beitrags anbieten. Wir arbeiten an einer Lösung.

Mehr aus der Region Weimar - Apolda - Naumburg

Mehr aus Thüringen

junge Frau mit Pferd 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK