Polizei "Stolperstein" in Weimar gestohlen

In der Brucknerstraße in Weimar wurde ein "Stolperstein" gestohlen. Der Verein "Lernort Weimar" hatte diesen erst am Montag ins Pflaster eingelassen. Das Fehlen des Steines wurde durch eine Anwohnerin bemerkt.

Auf einer Straße fehlt ein Pflasterstein.
Auf der Brucknerstraße in Weimar fehlt ein Stolperstein. Bildrechte: Ann-Sophie Bohm

Ein neu gesetzter "Stolperstein" im Stadtgebiet von Weimar ist offenbar gestohlen worden. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Verein "Lernort Weimar e.V." am Montag mehrere solcher Steine im Pflaster eingelassen, die an die Opfer des NS-Regimes erinnern sollen und eine Rose darauf platziert. Eine Anwohnerin stellte tags darauf fest, dass der neue Stein in der Brucknerstraße fehlte. Die anderen "Stolpersteine" sind noch da. Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise. 

Acht "Stolpersteine" am Montag verlegt

Der "Stolperstein" war dem Weimarer Textilwarenhändler Karl Sachs gewidmet, der sein Geschäft in der Brucknerstraße hatte. Im Verlauf der Novemberpogrome 1938 wurde Sachs in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Nach seiner Entlassung 1940 gelang ihm die Flucht nach Shanghai.

Der Stein von Karl Sachs war einer von insgesamt acht "Stolpersteinen", die am Montag verlegt wurden. Mit ihnen soll erstmals Opfergruppen gedacht werden, deren Lebenswege bisher kaum erforscht sind.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 18. August 2021 | 11:30 Uhr

15 Kommentare

Mediator vor 4 Wochen

@ule:
Entschuldigung, aber alles was sie hier tun ist zu versuchen eine Straftat zu relativieren!

Sie können davon ausgehen, dass wie bei anderen Diebstählen oder Sachbeschädigungen dieser Art Anzeige erstattet wurde. Gerne können sie mit den entsprechenden Passus im Strafgesetz aufzeigen, nach dem eine Sache besonders gesichert" sein muss, damit man einen Diebstahl begehen kann. Wenn sie von einem ungesicherten Grundstück eine Schaufel mitgehen lassen oder eine Statue, die sie vorher aus der Verankerung reisen, dann ist das Diebstahl.

Also reden sie mal nicht denjenigen das Wort, die glauben mit dem Diebstahl von Stolpersteinen die Vergangenheit beschönigen zu können.
--------
§ 242 StGB - Diebstahl
(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

PS: Das Ding war einbetoniert!

ule vor 4 Wochen

@Mediator

Ich möchte mich hier nicht als Aufklärer geben, dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass wenn es sich um einen Diebstahl handelt, der Eigentümer der Sache sich zu Worte melden müsste und eine entsprechende Anzeige machen muß. Da die Sache (Das Eigentum) jedoch in keinster Weise gegen "Diebstahl" geschützt wurde . . . . .

Wie gesagt - es ist bedauerlich, dass dieser Stein abhanden gekommen ist. Ziel war es, die Aufmerksamkeit damit zu erlangen und das ist ja merklich auch gelungen.
Übrig geblieben ist nun eine Sachbeschädigung, für die das Städtische Bauamt zur Bereinigung verantwortlich zeichnet.

Jedermann sollte für sich selbst überlegen, ob es Menschen, unschuldige Opfer des Krieges gibt, die es weniger oder mehr wert sind, dieser zu Gedenken.
Dazu bedarf es keiner Belehrungen, denn soviel sollte klar sein - jedes (unschuldige) Opfer im Krieg ist eine Tragödie für sich, egal welcher Abstammung oder Herkunft.

Mediator vor 4 Wochen

@ule:
Hier muss nichts geklärt werden! Es sit auf jeden Fall Diebstahl und eins Straftat.

Klären sich auch bei einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft, ob es sich um eine Straftat oder um Protest handelt?

Sorry, aber ich kann bei ihrer Argumentation nur den Kopf schütteln.

Mehr aus der Region Weimar - Apolda - Naumburg

Mehr aus Thüringen