Landtag Waldorfschule Weimar jetzt auch Thema im Bildungsausschuss

Der Bildungsausschuss des Thüringer Landtags will sich weiterhin mit den Vorwürfen gegen die Waldorfschule in Weimar befassen. Das kündigte der Ausschuss nach vertraulichen Beratungen zu dem Thema am Freitag an. Man fordere vom Träger eine lückenlose Aufklärung der Gewaltvorwürfe, hieß es.

Im Dezember vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Erfurt Vorwürfen gegen Lehrer der Freien Waldorfschule Weimar nachgeht. Bei den Vorwürfen ging es damals unter anderem um Körperverletzung.

Der Ausschuss stellt zudem die Frage, ob der Trägerverein geeignet und in der Lage ist, die Probleme zu lösen und die Schule auch weiterhin zu führen.

Bildungsausschuss des Thüringer Landtags

Schulaufsichtliche Prüfung läuft noch

Der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Torsten Wolf (Linke), sagte, das Thema sei am Freitag das mit der längsten und intensivsten Beratung gewesen. Der Bildungsausschuss will sich erneut mit dem Thema befassen, wenn das Ergebnis einer schulaufsichtlichen Prüfung vorliegt, das am 19. März erwartet wird.

"Der Ausschuss stellt zudem die Frage, ob der Trägerverein geeignet und in der Lage ist, die Probleme zu lösen und die Schule auch weiterhin zu führen", hieß es in einer Mitteilung des Bildungsausschusses.

Vereinsstruktur bisher nicht verändert

Bei der Mitgliederversammlung des Trägervereins am vergangenen Mittwoch stand das Thema nicht auf der Tagesordnung. Allerdings verzeichnete sie ungewöhnlich viele Teilnehmer - mehr als 130 hatten die Online-Konferenz besucht. Zu Beginn war über den Ausschluss mehrerer Vereinsmitglieder abgestimmt worden, die sich kritisch zu den Strukturen des Vereins geäußert hatten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. Februar 2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

helmut57 vor 7 Wochen

Gewalt, egal warum und an wen, geht überhaupt nicht. Sollten sich die Vorwürfe gerichtlich bestätigen, müssen harte Konsequenzen für die Täter erfolgen. Lebenslanges Berufsverbot und harte Strafen. Vielleicht muss die Philosophie die hinter dieser Schulform steht hinterfragt werden. Keiner der Eltern hat diese Schulform/ Erziehung unfreiwillig gewählt. Ich persönlich sehe Diese schon lange als problematisch. Diese Auswüchse sind eben manchmal das Ergebnis von der unendlichen Freiheit. Halten wir alle unsere Augen offen!!!

martin vor 7 Wochen

@harka: Ja, diesen Eindruck gewinnt man in der Tat. Ich bin zwar sehr für das Subsidiaritätsprinzip und Vielfalt bei Bildung und Jugendarbeit - aber nicht für Beliebigkeit und schon gar nicht für die Unterstützung / Verbreitung dogmatischer Weltanschauungen.

Wenn sich die im Raum stehenden Vorwürfe durch die laufende Prüfung bestätigen sollten und der Trägerverein keine hinreichenden Konsequenzen zieht, wird hoffentlich die Schulaufsicht einschreiten - sie bitter das für die Schüler und das engagierte Personal auch sein mag. Aber es steht Schülern, Eltern und Personal frei, für ggf. notwendige Veränderungen einzutreten und nicht auf die gute Fee zu warten.

Harka2 vor 7 Wochen

Ein Verein, der zu allererst mal jede kritische Stimme ausschließt, ist eine Sekte mit Hang zum Fanatismus. Sorry, aber das muss man mal so deutlich aussprechen. Mit Taschenspielertricks will man die Durchsetzung von Gerichtsentscheidungen verhindern, eine Aufarbeitung der Gewaltvorwürfe wird massiv behindert. Es stellt sich da wirklich die Frage, ob ein solcher Verein überhaupt noch für die Betreuung und Erziehung von Kindern geeignet ist. Solche Vorwürfe macht man sonst nur Gehirnwäsche-Sekten!