Lockdown Lockern, öffnen, testen: Weimar justiert Corona-Strategie neu

Ab Montag sollen die Geschäfte in Weimar wieder öffnen. Eine entsprechende Strategie stellte Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) am Mittwoch vor. Danach sollen auch Museen und Galerien öffnen. Ab dem 22. März sollen außerdem Außengastronomie, Theater und Kino wieder erlaubt sein. Weimar verfolge eine eigene Öffnungsstrategie, Inzidenzwerte sollen eine geringere Rolle spielen.

Der Markt in Weimar.
Der Markt in Weimar. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Das Weimarer Modell will sich nicht länger ausschließlich an Inzidenzwerten orientieren. Alle künftigen Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen in der Stadt sollen ab sofort auch an der "Betten-Inzidenz" ausgerichtet werden. Solange eine Inzidenz von 20 Patienten im Sophien- und Hufeland Klinikum nicht erreicht wird, sieht es Oberbürgermeister Kleine als gerechtfertigt und politisch vertretbar an, alle von Bund und Ländern in der vergangenen Woche beschlossenen Öffnungsschritte, die ab dem 8. März vorgesehen sind, auch in der Stadt Weimar so schnell wie möglich umzusetzen.

Ministerium muss Weimarer Lockerungen noch zustimmen

Das bedeutet, dass in Weimar ab Montag die Geschäfte wieder öffnen sollen. Danach dann auch Museen und Galerien. Ab dem 22. März sollen außerdem Außengastronomie, Theater und Kino wieder erlaubt sein. Ein Modell, dem das Gesundheitsministerium zwar noch zustimmen muss - aber Kleine ist zuversichtlich: "Es ist meine Pflicht, den Menschen in der Stadt Weimar eine Perspektive aufzuzeigen, die es ihnen ermöglicht, wieder mit Optimismus in die Zukunft schauen zu können und eine gewisse Normalität zurückzuerlangen."

Kritiker befürchten Freizeit-Tourismus

Der Weimarer Landtagsabgeordnete Thomas Hartung (SPD) sieht diese Entscheidung des Oberbürgermeisters kritisch. Vor allem vermisst er Maßnahmen, die verhindern, dass Menschen von außerhalb ab Montag nach Weimar kommen, um von den Lockerungen zu profitieren. "Besonders kritisch sehe ich deshalb den Verweis auf die niedrigen Inzidenzen in Weimar. Die werden sich ändern." Der Mediziner sagte außerdem, dass man die Krankenhäuser in Jena, Bad Berka und Erfurt mit in die Überlegungen einbeziehen müsse: "Dort werden die schweren Corona-Fälle behandelt, nicht in Weimar."

Abstands- und Hygieneregeln strikt einhalten

Die Weimarer Maßnahmen sollen ein öffentliches Leben ermöglichen, ohne das Gesundheitssystem zu überlasten. Sie sollen zunächst bis Ende April 2021 gelten. Alle Öffnungen sollen unter strikter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln erfolgen. Künftig soll die Zahl der belegten Corona-Betten im örtlichen Sophien- und Hufeland Klinikum ausschlaggebend für die Öffnungsstrategie sein.

Es ist meine Pflicht, den Menschen in der Stadt Weimar eine Perspektive aufzuzeigen, die es ihnen ermöglicht, wieder mit Optimismus in die Zukunft schauen zu können und eine gewisse Normalität zurückzuerlangen.

Peter Kleine

Aus der Stadtverwaltung heißt es dazu: "Seit mehr als vier Wochen ist die Anzahl der belegten Betten rückläufig. Im Weimarer Klinikum werden seit etwa drei Wochen nicht mehr als fünf Personen behandelt. Dagegen steht ein Inzidenzwert von durchschnittlich 65 positiv Getesteten je 100.000 Einwohner. Die Kapazität des Klinikums umfasst mindestens 50 Covid-Betten."

Kleine zuversichtlich für Weimarer Modell

Am Donnerstag wird Oberbürgermeister Kleine die Idee im Thüringer Gesundheitsministerium vortragen. Mit Widerstand rechnet er nicht. "Ich gehe davon aus, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden werden und so, neben beispielsweise der Stadt Erfurt, ein weiteres Modell hin zu einer geordneten Öffnungsstrategie etablieren", so Peter Kleine.

Alle Öffnungen erfolgen demnach unter strikter Einhaltung der AHA-Regeln und der jeweiligen Hygienekonzepte. Der Städtische Ordnungsdienst soll ab 15. März deren Einhaltung stärker kontrollieren. Flankiert wird das Weimarer Modell mit umfassenden Tests. Künftig soll sich jeder Weimarer einmal pro Woche testen lassen können. Außerdem wird die neue Luca-App in Weimar eingeführt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. März 2021 | 15:00 Uhr

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