Digitaler Parteitag Mike Mohring in CDU-Bundesvorstand gewählt - Schweinsburg nicht

Auf dem Digitalen Parteitag der CDU am Samstag wurde der frühere Thüringer CDU-Landeschef Mike Mohring erneut in den neuen CDU-Bundesvorstand gewählt. Nicht gereicht hat es dagegen für die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg. Darüber hinaus fordern zwölf CDU-Kreisvorsitzende, dass der neu gewählte Parteichef Merz auch den Fraktionsvorsitz im Bundestag übernimmt.

Der frühere CDU-Landeschef Mike Mohring ist am Samstag erneut in den CDU-Bundesvorstand gewählt worden. Die Ostthüringer Kandidatin Martina Schweinsburg verpasste dagegen den Einzug in das Gremium.

Der Thüringer CDU-Landesvorsitzende Christian Hirte gratulierte Mohring. Er werde sich mit seiner Erfahrung für die Interessen Thüringens und des Mittelstands einsetzen, sagte Hirte. Enttäuscht zeigte er sich über das Scheitern von Martina Schweinsburg. Die CDU Thüringen habe eindringlich für beide Kandidaten geworben, so Hirte. Mit Schweinsburg hätten die Kommunen eine starke Stimme im Bundesvorstand gehabt.

Martina Schweinsburg
Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg wurde nicht in den CDU-Bundesvorstand gewählt. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Vier Thüringer im CDU-Bundesvorstand vertreten

Kooptierte Mitglieder des Bundesvorstands bleiben außerdem Christian Hirte als Landesvorsitzender, Egon Primas als Bundesvorsitzender der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung (OMV) sowie Franca Bauernfeind als Vorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Damit sitzen vier Thüringer im höchsten Gremium der CDU Deutschlands.

Was sind kooptierte Mitglieder?

Kooptation (lateinisch cooptatio), auch Kooption oder Kooptierung, ist die Ergänzungswahl, Zuwahl, Aufnahme oder Wahl von Mitgliedern durch die übrigen Mitglieder einer Gemeinschaft.

Sie ist in politischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Verbänden, Hochschulen und in Unternehmen in Gebrauch. Sie bezeichnet die Möglichkeit von Einrichtungen, Gremien oder Organen, selbst Nachfolger für ausgeschiedene Mitglieder oder zusätzliche Mitglieder zu wählen. Sie ist zum Beispiel sinnvoll, wenn es darum geht, Personen mit besonderer Sachkenntnis oder Vertreter befreundeter Organisationen in die laufende Vorstandsarbeit zu integrieren. Kooptation kann geschlossene Gruppen schaffen, da diese meistens ihresgleichen rekrutieren und Andersdenkende durch die eigene Einigkeit ausschließen können. In Vereinen ist sie sehr hilfreich, da oft Vorstandsmitglieder altersbedingt ausscheiden und bis zu den nächsten Wahlen die Arbeit weitergehen muss.

Thüringer CDU-Kreisvorsitzende für Merz als Fraktionschef im Bundestag

Zwölf CDU-Kreisvorsitzende aus Thüringen haben gefordert, dass der neu gewählte Parteichef Friedrich Merz auch den Fraktionsvorsitz im Bundestag übernimmt. Das geht aus einem gemeinsamen Brief der Unionspolitiker hervor, der am Samstag veröffentlicht wurde.

Darin heißt es, nach dem historisch schlechtesten Wahlergebnis der CDU seit Bestehen der Bundesrepublik gehörten Partei- und Fraktionsvorsitz in eine Hand, damit die Union als starke Opposition sichtbar werde. Der derzeitige Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus hatte dagegen mehrfach deutlich gemacht, dass er das Amt gerne behalten würde.

Friedrich Merz
Zwölf Thüringer CDU-Kreisvorsitzende wünschen sich Friedrich Merz auch als Fraktionsvorsitzenden ihrer Partei im Bundestag. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR(gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Januar 2022 | 18:00 Uhr

21 Kommentare

Tpass vor 16 Wochen

So so 🤨 die CDU Fraktion hat wieder einen Pack mit der RRG . So scheut man sich vor Neuwahlen und lässt diese Truppe weiter im Amt . Schade ☹️ wieder eine Chance verpasst und so die Wahl in Thüringen verhindert.

martin vor 16 Wochen

@freies moria: Ich empfehle mal einen Blick auf die Stellungnahmen großer Wirtschaftsverbände. Die sind doch überhaupt nicht (mehr) für unsinnige Freigaben, weil deren Berechnungen ergeben haben, dass die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Kosten sowie betriebswirtschaftlichen Risiken noch viel höher wären ....

martin vor 16 Wochen

@hobby virulogie007: Wenn die CDU ihren Job als konservativ-bürgerliche Partei ordentlich macht / machen würde, dann gäbe es immer noch Bedarf für eine AfD. Die antidemokratischen und reaktionären Kameraden bleiben uns doch erhalten und werden keine CDU-Wähler - höchstens gelegentlich aus taktischen Erwägungen.

Die Zeiten der beiden großen Volksparteien-West mit der FDP als Regierungsbestimmer sind vorbei - was ich aber begrüße. Mit Blick auf die USA oder GB werden die "Schwächen" derartige Systeme doch recht deutlich.

Hat irgendjemand behauptet, dass Demokratie immer einfach sei?

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