Landeskriminalamt Ministerpräsident Ramelow erhält Morddrohungen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat am Dienstag einen Brief mit Morddrohungen erhalten. In diesem Schreiben wird mehrfach die Ermordung Ramelows gefordert. Inzwischen hat er Anzeige erstattet.

Bodo Ramelow
Thüringens Ministerpräsident, Bodo Ramelow (Linke). (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gegen Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (LINKE) gibt es eine aktuelle Morddrohung. In dem Schreiben, das MDR THÜRINGEN vorliegt, wird dem Linken-Politiker mehrfach mit seiner Ermordung gedroht. Zudem wird Ramelow in dem antisemitisch geprägten Schreiben massiv beleidigt und beschimpft.

Ramelow erstattet Anzeige

Der Ministerpräsident bestätigte auf MDR THÜRINGEN-Anfrage, dass der an ihn adressierte Brief am Dienstag in der Landesparteizentrale in Erfurt eingegangen sei. Er habe inzwischen Anzeige erstattet. Das Thüringer Landeskriminalamt, das für seinen Personenschutz zuständig ist, sei informiert. Gegen Ramelow hatte es 2018 bereits Morddrohungen gegeben, als er sich bei Twitter für kurdische Gruppen in Syrien eingesetzt hatte. Während der Flüchtlingswelle 2015 gab es ebenfalls massive Morddrohungen gegen den Thüringer Ministerpräsidenten.

Hennig-Wellsow verurteilt Morddrohungen aufs schärfste

Thüringens Linke Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow hat die Morddrohungen gegen Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) auf Schärfste verurteilt. Die Bedrohung von Amtsinhabern, die ihrer politischen Verantwortung nachkommen, habe offenbar eine neue Qualität erreicht, sagte sie. Laut Hennig-Wellsow habe die verbale Verrohung in politischen Auseinandersetzungen auch die Hemmschwelle für Gewalttätigkeiten gesenkt.

Mobit warnt vor Radikalisierung in Gesellschaft

Auch die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Thüringen (Mobit) rief angesichts der Morddrohung dazu auf, die Radikalisierung in der Gesellschaft ernst zu nehmen. Die Morddrohungen gegen Ramelow und weitere Politiker seien der bisherige Gipfel einer Entwicklung, die sich in den letzten Monaten im Zuge der Corona-Proteste abgezeichnet habe, sagte der Mobit-Vorsitzende Sandro Witt. Das Drohschreiben strotze vor Antisemitismus und Verschwörungsglauben. Es zeige die Gefährlichkeit der Ideologie, die bei den Protesten verbreitet werde. Dagegen müsse konsequent vorgegangen werden, so Witt.

Auch Voigt verurteilt Morddrohungen

Auch der Fraktionsvorsitzende der CDU im Thüringer Landtag, Mario Voigt, hat die Morddrohungen gegen Ramelow verurteilt. Auf Twitter schrieb der CDU Politiker, dass Morddrohungen nicht toleriert werden dürfen und das die Polarisierung der Gesellschaft dem ganzen Land schade.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

126 Kommentare

Udo vor 18 Wochen

Da liegen Sie genau im Bereich der linken Community, denn diese verortet alle , die nicht ihrer Meinung sind, als Rechte bzw. Rechtsextreme. Was anderes kommt für Sie nicht infrage.

Udo vor 18 Wochen

Unterstützen? Eigenartige Vorstellung Ihrerseits.
Dieses AfD-Bashing ist ja wohl nicht zu übersehen, und genau DAS ist mir zuwider. Ich halte von Parteien grundsätzlich nichts, würde nie in irgendeine Partei eintreten. Trotzdem bin ich gegen die Art und Weise, wie "Alle gegen Einen" aufgetreten wird.

Udo vor 18 Wochen

So ist das im Leben, die einen bezeichnen Hetze als Kritik, übt die andere Seite Kritik, dann ist es aber Hetze.
Einschüchterungsversuche? Wow, jetzt wird es aber lächerlich, und im Namen der AfD spreche ich ganz sicher nicht.

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