Thüringer Bundestagsabgeordnete Ex-Abgeordneter Hauptmann meldete mit Abstand höchsten Nebenverdienst

Wer neben seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter mehr als 1.000 Euro pro Monat oder 10.000 Euro im Jahr verdient, muss diese Eingaben veröffentlichen. Unter den Thüringer Abgeordneten traf das ausschließlich auf CDU- und AfD-Politiker zu. Spitzenreiter bei den Nebeneinkünften ist für Thüringen Mark Hauptmann, der im März sein Bundestagsmandat wegen der Maskenaffäre niedergelegt und die CDU verlassen hat.

Mark Hauptmann spricht 2019 im Deutschen Bundestag.
Mark Hauptmann spricht 2019 im Deutschen Bundestag. Bildrechte: dpa

Von den Thüringer Bundestagsabgeordneten haben in der laufenden Legislaturperiode ausschließlich Politiker von AfD und CDU Nebeneinkünfte gemeldet. Das geht aus einer Übersicht der Organisation Abgeordnetenwatch hervor. Demnach haben Jürgen Pohl von der AfD mit mindestens 65.000 Euro sowie die drei Thüringer CDU-Politiker Volkmar Vogel mit mindestens 60.000 Euro sowie Albert H. Weiler und Johannes Selle mit jeweils mindestens 43.000 Euro die höchsten Nebeneinkünfte unter den Thüringer Vertretern gemeldet.

Mark Hauptmann: Auch nach Mandatsniederlegung noch Spitzenreiter

Der eigentliche Thüringer Spitzenreiter bei den Nebeneinkünften ist jedoch Mark Hauptmann. Er hat im März im Rahmen der sogenannten Maskenaffäre sein Bundestagsmandat niedergelegt und wird in der Übersicht von Abgeordnetenwatch nicht (mehr) beachtet. Während seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter hat der Thüringer CDU-Politiker mindestens 233.000 Euro Nebeneinkünfte erhalten. Das geht aus seinen Angaben auf der Internetseite des Bundestags hervor. Zum Vergleich: Der bundesweite Spitzenreiter, Sebastian Brehm (CSU), hat Nebeneinkünfte von mindestens 5,15 Millionen Euro angegeben.

Neben Mark Hauptmann und den genannten Thüringer Politikern haben Robby Schlund (mindestens 28.000 Euro) und Stephan Brandner (mindestens 10.500 Euro) von der AfD sowie Christian Hirte (mindestens 7.000 Euro) und Kristina Nordt (mindestens 5.000 Euro) von der CDU Nebeneinkünfte gemeldet. Kristina Nordt ist die Nachfolgerin von Hauptmann und sitzt erst seit März dieses Jahres im Bundestag.

Von den insgesamt 22 Thüringer Bundestagsabgeordneten haben somit acht Politiker für die 19. Legislaturperiode, also für den Zeitraum von 2017 bis 2021, Nebeneinkünfte angegeben. Alle anderen Bundestagsabgeordneten haben entweder keine Nebentätigkeiten oder Nebentätigkeiten ohne zusätzliche Einkünfte.

Nebeneinkünfte der Thüringer Bundestagsabgeordneten
    meldepflichtige Nebeneinkünfte mindestens in Euro
Jürgen Pohl AfD 65.000
Volkmar Vogel CDU 60.000
Johannes Selle CDU 43.000
Albert H. Weiler CDU 43.000
Robby Schlund AfD 28.000
Stephan Brandner AfD 10.500
Christian Hirte CDU 7.000
Kristina Nordt CDU 5.000
Marcus Bühl AfD keine
Anton Friesen AfD keine
Katrin Göring-Eckardt Grüne keine
Manfred Grund CDU keine
Reginald Hanke FDP keine
Elisabeth Kaiser SPD keine
Ralph Lenkert Linke keine
Christoph Matschie SPD keine
Martina Renner Linke keine
Tankred Schipanski CDU keine
Carsten Schneider SPD keine
Kersten Steinke Linke keine
Antje Tillmann CDU keine
Gerald Ullrich FDP keine

Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten

Bundestagsabgeordnete müssen Einkünfte aus Nebentätigkeiten anzeigen, wenn sie mehr als 1.000 Euro im Monat oder 10.000 Euro im Jahr betragen. Die Angaben werden in zehn Stufen veröffentlicht.

  mindestens maximal
Stufe 1 1.000 3.500
Stufe 2 3.500 7.000
Stufe 3 7.000 15.000
Stufe 4 15.000 30.000
Stufe 5 30.000 50.000
Stufe 6 50.000 75.000
Stufe 7 75.000 100.000
Stufe 8 100.000 150.000
Stufe 9 150.000 250.000
Stufe 10 250.000  

Quelle der Tabelle: Bundestag

Quelle: MDR THÜRINGEN/the

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 30. Juni 2021 | 19:00 Uhr

19 Kommentare

Harka2 vor 15 Wochen

Echt? Sie wundern sich das ausgerechnet bei der AfD es einen großen Widerspruch zwischen Wort und Tat gibt? Schon mal ernsthaft deren Parteiprogramm gelesen? Vermutlich nicht.

Lyn vor 16 Wochen

Diese sogenannten Nebenverdienste müssten verboten werden.
Es sei denn es handelt sich um einen Gewerbebetrieb o.ä. den der Politiker schon vorher hatte.

10 T€ als Nebenverdienst zu bezeichnen, empfinde ich als Zumutung.

Frau K. vor 16 Wochen

Ich denke, es ist ein Unterschied ob ein Abgeordneter einen Nebenverdienst hat, weil er beispielsweise eine Firma hat, die ohne ihn weiterläuft, Tantiemen aus Buchveröffentlichungen verdient oder ob er im Gegensatz durch Vorträge, Mitgliedschaft in Aufsichtsräten oder Vorständen das Geld verdient.
Das bei der AfD, die sich ja gern über die anderen Politiker aufregt und so tut als sind sie völlig unabhängig und clean, so viele Nebeneinkünfte sind, wundert mich schon. Von der CDU wusste es ja jeder.

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