Staatsanwaltschaft Nach Razzia im Neonazi-Milieu: Acht Beschuldigte in Untersuchungshaft

Nach einer großangelegten Razzia in mehreren Bundesländern gegen ein Neonazi-Netzwerk sitzen acht Beschuldigte in Untersuchungshaft. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera am Montag auf Anfrage. Ihnen und weiteren Verdächtigen wird organisierter Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen. Bei den Durchsuchungen am Freitag in insgesamt 27 Objekten in Thüringen, Hessen und Sachsen-Anhalt hatten die Beamten unter anderem Drogen, Waffen und rund 120.000 Euro Bargeld gefunden. Ob die Waffen noch einsatzfähig sind, sollen nun Experten und Gutachter prüfen.

Polizisten laufen über ein großes Fabrikgelände.
Die Polizei hatte unter anderem Objekte in Gotha durchsucht. Bildrechte: MDR/ Axel Hemmerling

Insgesamt 10 Festnahmen nach Razzia im Neonazi-Milieu

Die Ermittlungen inklusive insgesamt zehn Festnahmen gegen das Neonazi-Netzwerk "Bruderschaft Thüringen", zu dem laut Landesverfassungsschutz die Gruppen "Turonen" und "Garde 20" gehören, gilt als empfindlicher Schlag gegen die Thüringer Neonazi-Szene. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera ging davon aus, dass im Zuge der Ermittlungen auch geprüft werde, ob wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. Januar 2021 | 19:00 Uhr

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