Pandemie-Beschränkungen Corona: Thüringen plant Lockerungen für Fahrschulen, Floristen und Kontaktbeschränkung

Kindergärten und Grundschulen öffnen ab dem 22. Februar wieder, ab dem 1. März könn(t)en alle weiteren Klassenstufen folgen. Fahrschulen und Floristen dürfen bald wieder öffnen. Und die Kontaktbeschränkungen werden insgesamt gelockert. Das ist für die neue Corona-Verordnung geplant.

Eine Schülerin einer 12. Klasse schreibt während einer Unterrichtsstunde an der Max-Planck-Schule auf ihrem Tablet.
Ab dem 22. Februar sind Grundschulen wieder geöffnet, die älteren Klassenstufen sollen ab 1. März folgen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Am 18. Februar hat das Thüringer Gesundheitsministerium über die neue Verordnung für den Freistaat informiert. Sie gilt vom 19. Februar bis zum 15. März.

Kurz und knapp

  • Grundschulen und Kindergärten öffnen ab dem 22. Februar wieder.
  • Unterricht für 5. und 6. Klasse ab 1. März; ab 7. Klasse nur bei Inzidenz unter 100.
  • Fahrschulen dürfen ab 19. Februar wieder unterrichten.
  • Friseure, selbstproduzierende Floristen und Gartenbaubetriebe können ab 1. März wieder öffnen.
  • Großeltern dürfen wieder mehrere Enkelkinder im Alter bis zwölf Jahren betreuen.
  • Kinder bis drei Jahre zählen bei Kontaktbeschränkungen nicht mehr mit
  • nächtliche Ausgangsbeschränkung wird aufgehoben.

Mit einer neuen Corona-Verordnung will die Thüringer Landesregierung die geltenden Auflagen in den nächsten Wochen deutlich lockern. Die neue Verordnung soll ab Freitag gelten. Das Thüringer Kabinett beschloss am Dienstag, dass Fahrschulen ab 19. Februar wieder den Betrieb aufnehmen können. Friseure, selbstproduzierende Floristen und Gartenbaubetriebe können ab 1. März wieder aufmachen.

Die FDP-Fraktion äußerte sich auf Twitter kritisch:

Lockerung bei Kontakten

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) werden zudem die Regeln für Kontakte gelockert. Künftig dürfen zum Beispiel Großeltern wieder mehrere Enkelkinder im Alter bis zwölf Jahren betreuen. Bislang war das nur bis zu einem Alter von sechs Jahren möglich. Kinder unter drei Jahren werden bei den Kontaktbeschränkungen nicht mehr mitgerechnet.

Zudem soll die Ausgangsbeschränkung landesweit fallen. Bisher dürfen Thüringerinnen und Thüringer ihre Wohnung zwischen 22 und 5 Uhr nur aus einem triftigen Grund verlassen. Dies soll in der Nacht zu Freitag um Mitternacht außer Kraft treten.

Regierungsmedienkonferenz 3 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 16.02.2021 19:00Uhr 02:35 min

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Phase Gelb II: Kindergärten und Grundschulen ab 22. Februar wieder offen

Darüber hinaus werden nach Angaben von Bildungsminister Helmut Holter Kindergärten und Grundschulen ab dem 22. Februar wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb übergehen. Bildungsminister Holter sagte, Grundschüler hätten dann wieder jeden Tag Unterricht. Allerdings bestehe dazu keine Pflicht. Eltern könnten selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schickten - oder nicht. Bei letzterem müssen Eltern jedoch den Unterricht zu Hause sicherstellen.

Der Unterricht in den Grundschulen solle ab Montag dann in festen, beständigen und voneinander getrennten Lerngruppen erfolgen. Das pädagogische Team und der Raum, in dem sich die Kinder aufhalten, bleibt dabei konstant. Die Schüler sollen montags bis freitags vier Stunden unterrichtet und insgesamt sechs Stunden in der Schule betreut werden.

Übersicht Ampelkarte Thüringen Schule
Das Ampelmodell für die Thüringer Schulen in einer Übersicht (zum Vergrößern bitte Anklicken). Bildrechte: MDR/Thüringer Bildungunsministerium

Diese Pläne hat der Thüringer Lehrerverband (TLV) bereits scharf kritisiert: Der TLV hält eine Öffnung von Kindergärten und Grundschulen unter den gegebenen Umständen für nicht verantwortbar.

Präsenzunterricht auch für 5. und 6. Klasse ab 1. März

Den Plänen des Thüringer Kabinetts zufolge geht der Präsenzunterricht für die Klassen fünf und sechs ab dem 1. März weiter. Auch für diese Klassenstufen gelten feste Gruppen sowie konstante Bezugspersonen und Unterrichtsräume. Der 1. März als Stichtag gilt auch für die Klassen ab der siebten Stufe, allerdings nur, wenn in der Region des Schulträgers die Inzidenz unter 100 liegt. Darüber entscheidet dann das Bildungsministerium. Außerdem gilt für die Schüler ab der siebten Klasse, wie auch für die Schulmitarbeiter, während des Unterrichts eine Maskenpflicht. Jugendliche ab der siebten Klasse und Schulmitarbeiter können sich wöchentlich freiwillig auf das Corona-Virus testen lassen.

Den Fraktionen von Linke, SPD, Grüne und der CDU reichen diese Testmöglichkeiten nicht aus. Der Bildungsausschuss empfehle der rot-rot-grünen Landesregierung, dass Erzieher und Lehrer künftig zweimal wöchentlich getestet werden können, sagte der Ausschussvorsitzende Torsten Wolf (Linke) am Dienstag am Rande der Beratungen. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte zuvor vorgerechnet, dass deutlich mehr Geld für eine Ausweitung des Testsystems an Schulen nötig wäre.

Die neue Thüringer Corona-Verordnung soll nach einer Beratung im Landtag am 19. Februar in Kraft treten.

Thüringenweite Inzidenz bei 106

In Thüringen lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagabend bei 106 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Erstmals seit Ende November ist die Zahl der aktiven Infektionen unter die 5.000er-Marke gefallen. Es gab zwar innerhalb eines Tages fast 300 neue bestätigte Fälle, parallel dazu wurden aber fast 750 Menschen als genesen gemeldet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/the, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 16. Februar 2021 | 15:00 Uhr

69 Kommentare

Ritter Runkel vor 24 Wochen

Der wie selbstverständliche Gebrauch diffamierender Begriffe wie "Covidiot" sollte überdacht und eingestellt werden. Er würdigt den anderen herab, entzieht ihm jede Legitimität. Zu den traurigen diskursiven Begleiterscheinungen der Krise gehört, wie bedenkenlos Andere in der Diskussion beleidigt werden.
Auch darauf muss immer wieder hingewiesen werden:
Es gibt etwas, das nennt sich Grundrechtskonflikt. Verursacht durch die Kollision von Grundrechten. In der Bundesrepublik Deutschland können Grundrechte nicht schrankenlos gelten. Abwägungen, Kompromisse sind vonnöten. Schäuble, Papier, Prantl, viele andere weisen darauf hin. Die emotionalisierten Diskussionsbeiträge hingegen, die auf Angstszenarien beruhen und Aggression gegen andere richten, zeigen besonders auf, wie viel mehr die Krise psychisch mit Menschen macht.

Kiel_oben vor 24 Wochen

vom Volk mehrheitlich gewählte Verantwortliche sollte Volk vertrauen
Grundvertrauen in den Staat gibt uns Sicherheit das Corona-Leugner, Reichskriegsfahnenschwenker, Fremdenfeindlich und Antisemitische Volksspalter erschüttern wollen

Kiel_oben vor 24 Wochen

"Ich bin völlig desillusioniert"

verständlich #tpass viele freuen sich Lesen und Tastaturbedienen zu können, da müssen "experten" tolerant Rücksicht nehmen

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