Pendler 9-Euro-Ticket: Busunternehmer fordern Linien auf Bundesstraßen und Autobahnen

Von Juni bis Ende August sollen Fahrgäste im Nah- und Regionalverkehr deutschlandweit für 9 Euro pro Monat fahren können. Der Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmen erwartet hinsichtlich einer Verkehrswende von der Politik jedoch mehr.

Fahrgäste beim Aus- und Einsteigen in einen Bus.
Zwischen Wohnung und Arbeit pendeln - nicht auf allen Strecken ist dies per Bus möglich. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Buslinien auf Bundesstraßen und Autobahnen für Berufspender - das fordert der Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmen begleitend zum geplanten 9-Euro-Ticket.

"Wer die Verkehrswende will, muss klotzen", sagte Geschäftsführer Tilmann Wagenknecht. Busse könnten die Pendler-Parkplätze anfahren und die Berufspendler einsammeln. Das sei in Thüringen vor allem entlang der A71 zwischen Sangerhausen und Schweinfurt in Bayern sinnvoll, da es dort keinen parallelen, schnellen Eisenbahnverkehr gebe.

Dafür könnten kurzfristig Reisebusse von Privatunternehmern eingesetzt werden, deren Fuhrpark wegen der Pandemie noch weitgehend brachliege. Solche sogenannte Pop-up-Linien wären laut Wagenknecht möglich, wenn diese politisch gewollt seien und von der öffentlichen Hand finanziert würden.

Bund und Länder müssen noch zustimmen

Das günstige und bundesweit geltende Ticket sei eine "Revolution im Tarifbereich", sagte Wagenknecht. Es gebe allerdings Befürchtungen, dass damit Erwartungen geweckt würden, die nicht erfüllt werden könnten. Es müssten endlich fehlende Buslinien auf dem Land aufgebaut werden - und das koste Geld.

Der Freistaat solle daher ab sofort Zuwächse bei den Regionalisierungsmitteln vom Bund jeweils durch eigene Landesmittel verdoppeln, forderte der Verband. Er vertritt nach eigenen Angaben rund 40 Mitglieder überwiegend in Thüringen.

Menschen an Fahrkartenautomaten 7 min
Bildrechte: IMAGO / Joko
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MDR THÜRINGEN-Redakteur Thomas Becker spricht mit Eike Arnold, stellvertretender Pressesprecher Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, über die Herausforderungen, die das 9-Euro-Ticket an die Verkehrsverbünde stellt.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Do 05.05.2022 15:00Uhr 06:41 min

https://www.mdr.de/mdr-thueringen/audio-neun-euro-ticket-schwierigkeiten-probleme-hintergrund-100.html

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Von Juni bis Ende August sollen Fahrgäste im Nah- und Regionalverkehr deutschlandweit für 9 Euro pro Monat fahren können. Über die Finanzierung gibt es allerdings Streit zwischen Bund und Ländern, die dem Vorhaben im Bundesrat noch zustimmen müssen. Der Bund hat für das Ticket rund 2,5 Milliarden Euro eingeplant. Thüringen würde davon rund 33 Millionen Euro für die Einnahmeausfälle der Unternehmen erhalten.

Mehr zum 9-Euro-Ticket

MDR (mm), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 04. Mai 2022 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

part vor 7 Wochen

Wer als Politiker das Auto abschaffen möchte und mit seiner real existierenden Politik die Verelendung in diesem Land fördert, der sollte schnellstmöglich das nicht vorhandene Grundrecht auf Mobilität in die Wege leiten. Es geht hier schließlich auch um Arbeitsplätze, auch wenn diese demnächst weniger werden wegen einer fehlgeleiteten Politik der Ampel + Zustimmer.

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