Bildung Katholische Bergschule zieht von Heiligenstadt nach Leinefelde

Monatelang suchte das katholische Bistum Erfurt in Heiligenstadt nach einem neuen Standort für seine Bergschule - vergeblich. Nun soll der Schul-Neubau im 16 Kilometer entfernten Leinefelde entstehen.

Digitaler Entwurf für ein Schulgebäude
Innenraum-Entwurf für die neue Bergschule in Leinefelde, die 40 Millionen Euro kosten soll. Bildrechte: Späte Architektur- und Ingenieurbüro

Bischof Ulrich Neymeyer sagte MDR THÜRINGEN am Freitag, es sei in Heiligenstadt kein geeigneter Standort gefunden worden. Der bisherige Plan, unterhalb des Ibergs zu bauen, habe sich zerschlagen. Diesen hatte auch der Stadtrat abgelehnt, weil dort ein Waldstück hätte gerodet werden müssen. Zudem hatten Anwohner massiv gegen das Vorhaben an diesem Standort opponiert. Das Bistum als Träger der Bergschule St. Elisabeth will den Standort am ehemaligen Bergkloster aufgeben, weil eine Sanierung der alten Gemäuer zu teuer wäre.

Umzug nach Leinefelde

Laut Bistum entsteht am Stadtrand von Leinefelde auf rund 1,9 Hektar eine der modernsten Schulen Thüringens für alle Schulabschlüsse. Auch eine Dreifelderhalle werde entstehen. Der Neubau soll rund 40 Millionen Euro kosten und den Namen "Neue Bergschule" erhalten. Schon im Januar war der Bürgermeister von Leinefelde-Worbis, Marco Grosa (CDU), auf das Bistum zugekommen und hatte Baugrundstücke im Südteil der Stadt in der Nähe der Bundestraße 247 angeboten.

Digitaler Entwurf für ein Schulgebäude
Der digitale Entwurf für den Neubau. Bildrechte: Späte Architektur- und Ingenieurbüro

Schulstandort soll bleiben

Heiligenstadts Bürgermeister Thomas Spielmann (BI) sagte MDR THÜRINGEN, die Stadt fühle sich schlecht behandelt und sei tieftraurig, die Bergschule zu verlieren. Sie habe verschiedene andere Vorschläge gemacht, die die Kirche abgelehnt habe. Der Schulstandort am Bergkloster soll laut Spielmann aber nicht aufgeben werden. Stattdessen will die Stadt versuchen, dort ein staatliches Gymnasium unterzubringen. Auch die Berufsschule bleibt erhalten.

Fertigstellung für 2024 geplant

Der Neubau in Leinefelde soll zum Schuljahr 2025/2026 fertig sein. Der Leiter der Schulabteilung des Bistums, Martin Farnroth, sagte, es könne sich angesichts steigender Baupreise jetzt keine Verzögerung mehr geleistet werden.

Wie die Eltern und Schüler den Standortwechsel nach Leinefelde aufnehmen, ist noch nicht bekannt. Sie sollten am Freitagabend über die neuen Pläne informiert werden. Der alte und der neue Standort liegen 16 Straßen-Kilometer entfernt. Laut Schulleiter Hans Peter Kaes wird die bisherige Bergschule im Zentrum von Heiligenstadt zu rund 60 Prozent von Schülern katholischer Konfession besucht. Etwa ein Drittel der Schüler komme aus Heiligenstadt.

MDR (cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. April 2022 | 19:00 Uhr

12 Kommentare

Thomas S. vor 12 Wochen

Die Stadtverwaltung hat das später abgesagte Grundstück selbst angepriesen? Und dann zerredet? Das wäre dann an Stümperhaftigkeit nicht zu übertreffen. Wäre ich da Bürgermeister, ich würde mich für so viel Unfähigkeit in Grund und Boden schämen.

Buergerin vor 12 Wochen

In Heiligenstadt sind die Schülerzahlen der unteren Jahrgänge zuletzt stark geschrumpft. Sie werden wohl in den nächsten drei Jahren einbrechen. Nach dem Umzug vergrößert sich der Einzugsbereich durch die zentrale Lage im Eichsfeld, also ergibt sich langfristig eine bessere Entwicklungsperspektive.

Quantix vor 12 Wochen

Gratulation an Herrn Grosa, der mit dem Gespür für den richtigen Moment und dem Wissen um die leidenschaftliche Unterstützung aus seiner Stadt ein großartiges Projekt angestoßen hat.

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