Kalkstein-Abbau Umweltministerium stoppt Tagebau-Erweiterung bei Deuna

Das Thüringer Umweltministerium hat den Ausbau des Kalkstein-Tagebaus der Firma Dyckerhoff bei Deuna vorerst gestoppt. Ein Erörterungstermin im September wurde nach Ministeriumsangaben aufgehoben, weil noch eine sogenannte FFH-Verträglichkeitsprüfung durchgeführt werden soll. Die Abkürzung FFH steht dabei für "Fauna-Flora-Habitat" und bezeichnet besondere Schutzgebiete. In diesem Fall grenzt der Tagebau an zwei Fledermaus-Schutzregionen und ist ein wichtiger Verbindungskorridor für Wildkatzen.

Waldgenossenschaft und Nabu begrüßen Entscheidung

Die Waldgenossenschaft Deuna zeigte sich erleichtert. Ihr Vorsitzender Holger Göcke sagte MDR THÜRINGEN, dass der Protest gegen die Pläne Wirkung gezeigt habe. Die Genossenschaft kritisiert unter anderem, dass dem Ausbau des Tagebaus ein sogenannter Plenterwald zum Opfer fallen soll. Dabei handelt es sich um ein Waldstück, in dem Bäume jeden Alters vorhanden sind. Auch der Naturschutzbund (Nabu) begrüßt die Entscheidung des Umweltministeriums.

Kalkstein-Tagebau bei Deuna
Der Kalkstein-Tagebau bei Deuna. Die Betreiberfirma Dyckerhoff will ihn in den kommenden Jahren Bildrechte: MDR THÜRINGEN JOURNAL

Dyckerhoff hält an Ausbauplan fest

Die Firma Dyckerhoff als Tagebau-Betreiber will an ihren Plänen festhalten. Sie teilt mit, dass lediglich die FFH-Verträglichkeitsprüfung nachgereicht werden müsse - auch wenn dies einige Zeit in Anspruch nehmen werde.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Thadäus König forderte Umweltministerin Anja Siegesmund (B90/Die Grünen) auf, jetzt alle Akteure zu einem Perspektivgipfel einzuladen. Ziel müsse es sein, der Zementproduktion in Nordthüringen eine sichere Zukunft zu geben. Mit dem Ausbau des Kalksteinbaus könnte für 45 weitere Jahre gefördert werden.

MDR (vcl/dr)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 04. August 2022 | 19:00 Uhr

21 Kommentare

Gurg vor 2 Tagen

Ist doch ganz einfach - wenn die FFH-Verträglichkeitsprüfung zu dem Ergebnis kommt, dass der Tagebau nicht verträglich ist, kann es keine Erweiterung geben. Da die Erweiterung die Beseitigung der entsprechenden Lebensräume bewirkt, kann an diesem Ergebnis kaum Zweifel bestehen.

emlo vor 2 Tagen

Sie vergleichen so ein riesiges Tagebauloch ernsthaft mit einem Windrad und behaupten auch noch, ein Windrad würde massiven Schaden an Flora und Fauna anrichten?! Naja, da sind Ihnen wohl ein wenig die Maßstäbe verrutscht!

Frau K. vor 2 Tagen

@zeig auch charakter
Welchen Beleg haben sie für eine willkürliche Verschleppung?
Die, die im Moment Willkür betreiben, sind die CDUler. Die verschleppen und blockieren alles - bald werden sie zur deutschen Tea-party-Bewegung.

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