Medizinische Versorgung Kreistag stimmt für Neubau des Eichsfeld-Klinikums - Landrat stimmt dagegen

Das Eichsfeld-Klinikum ist aktuell auf drei Standorte verteilt. Der Kreistag hat jetzt für einen zentralen Neubau gestimmt - gegen den Willen des Landrats.

Gebiet um die Windische Gasse mit Eichsfeld-Klinikum Haus St.Vincenz
Der Standort Heiligenstadt des Eichsfeld-Klinikums. Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Der Eichsfelder Kreistag hat am Mittwoch für einen Neubau des Eichsfeld-Klinikums gestimmt. Landrat Werner Henning (CDU) wurde aufgefordert, bei der nächsten Gesellschafterversammlung für den Neubau zu votieren.

Landrat: Unkalkulierbares finanzielles Risiko

Henning stimmte im Kreistag gegen das Vorhaben und stellte sich damit gegen seine eigene Fraktion. Er sagte, ein zentrales Eichsfeld-Klinikum würde zu einem unkalkulierbaren Finanzrisiko für den Landkreis und die Gemeinden. Es gebe bisher weder "ausgefeilte" Konzepte, noch seien juristische Fragen abschließend geklärt. Hennig behielt sich vor, dem Auftrag des Kreistages nicht zu folgen, falls das Landesverwaltungsamt den Plan beanstandet. Das Land hält für einen möglichen Neubau eine Fördersumme von 100 Millionen Euro vor.

Breites politisches Bündnis

Den Beschlussantrag eingebracht hatten die CDU und die Fraktionen SPD/Linke/Grüne und FW/BI/ÖDP. Nach einem Änderungsantrag der CDU wurde ein Streit um den Standort umgangen. Dieser Teil wurde aus dem Beschlussantrag gestrichen.

Aktuell auf drei Standorte verteilt

Befürworter des Neubaus sehen eine einmalige Möglichkeit, eines der modernsten Krankenhäuser Mitteldeutschlands zu bauen. Das bisherige Eichsfeld-Klinikum entstand in den neunziger Jahren. Es ist auf drei Standorte verteilt - Niederorschel, Heiligenstadt und Reifenstein. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben mit rund 1.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Region. Gesellschafter sind neben dem Landkreis die Stiftung St. Elisabeth Worbis und die Stiftung St. Vincenz Heiligenstadt.

MDR (lt)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 07. April 2022 | 06:30 Uhr

3 Kommentare

augu vor 12 Wochen

100 Mio € Fördermittel vom Land ! Da hätte im Artikel der wahrscheinliche Restbetrag zu Lasten des Landkreises genannt werden sollen ! Oder geht es weniger um die Investitionssumme und mehr um die Folgekosten im späteren Betrieb, wen der Landrat von unkalkulierbaren finanziellen Risiken spricht ?

martinh vor 12 Wochen

Der Krankenhausneubau ist eine wirklich große Sache für die Region - baulich, wie auch finanziell. Und je nachdem, wo gebaut wird gibt es große Gewinner aber eben auch Verlierer.
Daher gibt es viele Dinge zu beachten und alle Beteiligten sollten hier gut abwägen und prüfen, was möglich ist und was eben nicht. Niemand darf sich hier von den 100 Millionen Fördermittel blenden lassen.
Von daher finde ich die Skepsis vom Landrat zum jetzigen Zeitpunkt durchaus angemessen!

RTJ vor 12 Wochen

Ich habe selbst einige Jahre im Eichsfeld Klinikum gearbeitet. Herr Landrat Dr. Henning blockiert doch schon seit Jahren einen zentralen Neubau des Eichsfeld Klinikums, zum Schaden der Region. Das Haus St. Elisabeth in Worbis beherbergt im Übrigen schon seit einem Jahr keine Patienten mehr. Dazu kommen die vielen (unnötigen) Fahrten zwischen den drei Häusern. Das Haus Reifenstein liegt sehr abgelegen und ist gerade für Angehörige von Patienten mit öffentlichen Verkehrsmitteln am Wochenende kaum zu erreichen. Das Zentralklinikum ist eine gute Entscheidung des Kreistages zum Wohle des Eichsfeldes!

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