Bergbau Kali-Bergwerk in Nordthüringen geplant

Noch vor 30 Jahren haben in Nordthüringen tausende Menschen im Kalibergbau gearbeitet. Das könnte in einigen Jahren für einige hundert Beschäftigte wieder Realität werden: Pläne für ein neues Bergwerk werden konkret.

Ein Förderband für Steinsalz im Bergwerk Heringen
Aus Kalisalzen soll eine Million Tonnen Dünger pro Jahr zu produzieren werden. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Die Südharz Kali GmbH will im Ohmgebirge im Landkreis Eichsfeld probeweise bohren. Ab 2026 soll dort nach Willen der Firma ein neues Bergwerk entstehen. Die Machbarkeitsstudie dazu soll bis 2023 abgeschlossen sein. Geplant ist, Kalisalze zu fördern und eine Million Tonnen Dünger pro Jahr zu produzieren. Die Fläche, unter der nach Kali gesucht wird, grenzt nach Angaben des Unternehmens an das frühere Kalibergwerk in Bischofferode an. Der vergebliche Arbeitskampf der Kumpel um dieses Bergwerk hatte 1993 weltweit Schlagzeilen gemacht.

500 Arbeitsplätze geplant

Die Südharz Kali GmbH gibt an, mit dem Bergwerk 500 Arbeitsplätze schaffen zu wollen. Anwohner und Umwelt sollen nach Firmenangaben nicht belastet werden. So sollen Abraum und Salzlauge in umliegende alte Gruben geleitet werden. Salzhaltige Abwässer auf der Kaliproduktion stellen eine massive Umweltbelastung dar, wenn sie in Flüsse geleitet werden. Die Probebohrungen seien noch in diesem Sommer geplant, hieß es. Die Genehmigung dafür steht noch aus.

Weitere potenzielle Bergbau-Flächen in Nordthüringen erworben

Neben den Flächen im Ohmgebirge hat Südharz Kali Flächen bei Küllstedt (Eichsfeld), bei Gräfentonna (Landkreis Gotha), bei Ebeleben (Kyffhäuserkreis) und Nohra-Elende (Landkreis Nordhausen) erworben. In 600 bis 850 Metern Tiefe lagert dort Kali-Salz. Es geht um insgesamt rund 5,3 Milliarden Tonnen auf mehr als 650 Quadratkilometern.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 09. Februar 2021 | 13:30 Uhr

5 Kommentare

part vor 9 Wochen

Na dann bleibt zu hoffen, dass die umliegenden Gruben nicht schon längst abgesoffen sind, sonst wird es eng mit der Ableitung von Abwässern, dann bleibt nur der nächste Fluss oder die Verpressung, die aber auch genehmigungspflichtig werden.

vermittler vor 9 Wochen

Na das wird ja ein echter Knaller für rrg. Ich bin gespannt, wie unsere GrünInnen das zu verhindern versuchen. Kunstdünger? Aus deren Sicht mindestens genauso schlimm wie Autos. Die Felder sollen doch nur noch mit Kuhsch ... gedüngt werden.
Oh "Mist" - Denkfehler, die soll es ja auch bald nicht mehr geben, wenn wir alle Veganer geworden sind. Fragt sich, ob ohne Dünger noch genügend wächst - für alle.
Und unsere Linken? Da wird wohl ein Unternehmer Geld verdienen wollen - ein linkes no go.
Und die SPD - InhaberInn des Wirtschaftsministeriums - übt sich in Koalitionsfrieden und macht den Quatsch mit.

augu vor 9 Wochen

Es soll ja nicht in alten Grubengelände wieder gefördert werden, sondern an anderen angrenzenden Gebieten. Das war z.T. schon so zu DDR-Zeiten geplant, z.B. an Stelle von Menteroda in der Nähe von Ebeleben. Und Schacht Hüpstedt ist nicht nach der Wende zugemacht worden, sondern schon viel früher. Und warum jetzt nicht wieder aufmachen, wenn dort noch viel Kalisalz zu holen ist.

Mehr aus der Region Nordhausen - Heiligenstadt - Mühlhausen

Mehr aus Thüringen

Nach Brand zerstörtes Haus am Markt in Weida von oben 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach dem Brand eines Wohn- und Geschäftshauses in Weida im Landkreis Greiz ist das Gebäude völlig zerstört. Auch benachbarte Häuser sind beschädigt. Die Feuerwehr hatte Dienstag bis in die Nacht gegen das Feuer gekämpft.

14.04.2021 | 15:56 Uhr

Mi 14.04.2021 13:59Uhr 00:31 min

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/ost-thueringen/greiz/weida-brand-feuer-haus-zerstoert-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video