Haynrode Probebohrungen für neues Kali-Bergwerk im Ohmgebirge

Im Eichsfeld soll ein neues Kali-Bergwerk entstehen. Derzeit finden Erkundungsbohrungen bei Haynrode im Ohmgebirge statt. Das neue Bergwerk soll ohne Abraumhalde auskommen.

Letzte Nebelschwaden hängen in der Nähe von Haynrode (Thüringen) am Boden.
Das potentielle Abbaugebiet soll zwischen Kaltohmfeld und Haynrode liegen. Bildrechte: dpa

Im Ohmgebirge beginnt am Mittwoch eine der letzten Erkundungsbohrungen für ein geplantes Kali-Bergwerk im Südharz. Das Unternehmen Südharz Kali GmbH will Bohrkerne aus bis zu 692 Metern Tiefe holen.

Abbaugebiet zwischen Kaltohmfeld und Haynrode

Eingesetzt wird ein Bohrgerät, das in einen speziellen Lkw integriert ist. Es wiegt 43 Tonnen und hat eine Höhe von knapp 18 Metern. Das potentielle Abbaugebiet zwischen Kaltohmfeld und Haynrode im Eichsfeld wurde nach Angaben der Firma bereits mit mehr als 40 Bohrungen überprüft.

Sondershausen 5 min
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Mi 10.06.2020 11:21Uhr 04:40 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/aktuell/Kali-Salzlagerstaetten-in-sondershausen-100.html

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Neues Bergwerk bis 2026

Geplant ist ein Bergwerk, bei dem keine weitere Abraumhalde entstehen soll. Die australische Firma Südharz Kali GmbH bezeichnet auf ihrer Internetseite das Ohmgebirge als potenziell kostengünstiges Startprojekt für einen erneuten Kaliabbau in der Region, da die Vorräte relativ bodennah zu erreichen seien. Geplant ist, 2026 mit dem Abbau zu beginnen. Die Südharz Kali GmbH gibt an, mit dem Bergwerk 500 Arbeitsplätze schaffen zu wollen.

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Kalisalze werden hauptsächlich zu Mineraldünger verarbeitet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bergbau ohne Abraumhalden

Anwohner und Umwelt sollen nach Firmenangaben nicht belastet werden. So sollen Abraum und Salzlauge unter Tage geleitet werden. Salzhaltige Abwässer aus der Kali-Produktion stellen eine massive Umweltbelastung dar, wenn sie in Flüsse geleitet werden.

Während manche Fachleute zweifeln, ob es einen Kali-Bergbau ohne Halden geben kann, sieht die Südharz Kali in einem von der Sondershäuser Firma K-UTEC entwickelten Verfahren eine gute Lösung für die Akzeptanzprobleme beim Kali-Bergbau.

Blick über die Werra auf den 200 Meter hohen Abraumberg "Monte Kali"
Normalerweise entstehen beim Kali-Abbau hohe Berge aus Abraum. Bildrechte: dpa

Bei dem Verfahren sollen feste und flüssige, nicht verwertbare Stoffe wieder in den Berg verfüllt werden. Die sei nur möglich, wenn das Verfahren schon bei der Planung des Bergwerkes berücksichtigt wird, so eine Sprecherin des Unternehmens. In bestehenden Bergwerken, etwa an der Werra, lasse sich so ein Verfahren nicht nachträglich einbauen.

Quelle: MDR(nis)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. Januar 2022 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

thoralf1 vor 24 Wochen

Ich gebe Ihnen Recht, ich war auch bei dem australischen Unternehmen geschockt.

Wird aber nicht allen Bürgern propagiert an der Börse das zweite Standbein für die Altersvorsorge zu schaffen? Dann ist das halt leider so.

Hobby-Viruloge007 vor 24 Wochen

Wie soll den sicher gestellt werden, das die Gewinnes des Australischen Unternehmens zu Reichtum in Nordthüringen führen?

Das Zielgruppe eines australischen Unternehmens sind vermutlich dessen internationalen Aktionäre und nicht die Thüringer.
Die Thüringer bezahlen ja in den nächsten Jahren schon genügend für die Altlasten an K&S.

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