Streit um Dorflinde Eichsfelder Behörde verteidigt Fällung alter Linde in Kefferhausen

In Kefferhausen trauern die Bewohner ihrer alten Dorflinde nach. Der Landkreis ließ den Baum fällen, da er offenbar erhebliche Schäden aufwies. Die Naturschutzbehörde verteidigt die Aktion - räumte aber einen Fehler ein.

Fällung der 400 Jahre alten Dorflinde in Kefferhausen im Eichsfeld.
Die Überreste der alten Dorflinde von Kefferhausen Bildrechte: MDR/Gemeinde Kefferhausen

Die untere Naturschutz des Landkreises Eichsfeld hat die Fällung der Dorflinde in Kefferhausen verteidigt. Der etwa 400 Jahre alte Baum, der als Naturdenkmal galt, war vor einer Woche gefällt worden. Dies hatte für breiten Protest in dem 700-Einwohner-Ort geführt.

Die Naturschutzbehörde erklärte jetzt, der Baum habe bereits seit zwölf Jahren erhebliche Schäden gezeigt. Einem externen Gutachten zufolge ist die Linde von dem Brandkrustenpilz befallen gewesen. Dadurch drohte der Baum zu brechen.

Gemeinde wurde nicht informiert

Ortschaftsbürgermeister Tino Jäger (pl) hatte in der vergangenen Woche erklärt, die Linde an der Kirche habe das Ortsbild entscheidend geprägt. Der Baum sei zwar marode gewesen. Es wäre aber mit Sicherheit möglich gewesen, die Linde zumindest zum Teil noch zu retten.

Jäger hatte sich außerdem beschwert, dass niemand im Ort über die bevorstehende Fällung Bescheid gewusst hätte. Die Behörde räumte nun ein, dass man die Gemeinde vorher hätte informieren sollen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 06. September 2021 | 16:30 Uhr

2 Kommentare

Harka2 vor 49 Wochen

@Jedimeister Joda
Die Bäume sind nicht alt genug, um nicht gerettet werden zu können. Die Burglinde in Plaue steht dort seit 1324. Die Grenzlinden zwischen Plaue und Dosdorf erklärte ein Gutachter dereinst aber auch als gefährlich und morsch. Nach ihrem Fällen war klar, dass da nichts morsches war, aber sie waren dem Bau einer Zufahrtsstraße zum Steinbruch Plaue im Weg ...

Jedimeister Joda vor 49 Wochen

Euere Gesellschaft will alles. Nur kein Risiko. Risiko unter Kontrolle wie in der Achterbahn ist toll. Spaß ohne Reue ist super. Allerdings ist diese analoge Welt ganz anders. Sie macht was sie will. Naturgesetze gelten ohne wenn und aber. An einer Stelle wo kein Geld zu verdienen ist wird hat gehandelt. Wie bei der Linde. Weg damit. Sie womöglich noch eine zeitlang zu retten ist einfach zu teuer. Und nochmal. Im Landratsamt wußte man seit einem Jahr um eine Gefahr. Das Verwaltungsorgan tat nichts. Ein Jahr lang hätte man die Linde mit einer Absperrung versehen müssen um Gefahr abzuwehren. Warum geschah es nicht? Wer hatte in dieser Zeit die Verantwortung über die Linde? Gott? Dem wäre es leicht in die Schuhe zu schieben. Eher denke ich da an das Amt. Die untere Na..behörde. Schuld tragen immer die Anderen. Denkt mal nach. Geht es um euch in Kefferhausen? Oder geht es nur noch um Gesetze? Die Gefahr bestand für die Indigenen. Die vom LRA waren wenig betroffen. Grüße Jedimeister Joda

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