Eichsfeld Kefferhausens Bürgermeister "schockiert" über Fällung der Dorflinde

In Kefferhausen im Eichsfeld ist am Montag die 400 Jahre alte Dorflinde gefällt worden. "Im Dorf herrscht pures Entsetzen", sagt Ortschaftsbürgermeister Tino Jäger. Die Linde an der Kirche habe das Ortsbild entscheidend geprägt. Dass sich der Baum in keinem guten Zustand befand, sei schon länger ersichtlich. In den vergangenen Jahren sei mehrmals Totholz entfernt und die Krone zurückgeschnitten worden. "Dieses rigorose Vorgehen", die Komplettfällung des Baumes, schockiere ihn aber zutiefst.

Fällung der 400 Jahre alten Dorflinde in Kefferhausen im Eichsfeld.
Die Linde in Kefferhausen wurde am 30. August gefällt. Bildrechte: MDR/Gemeinde Kefferhausen

In Kefferhausen sei niemand über die geplante Fällung informiert worden. Ein Gutachten aus dem Vorjahr habe die "Bruchsicherheit" des Naturdenkmals verneint. Die Untere Naturschutzbehörde habe das Gutachten ihm, dem Ortschaftsrat und der Kommune leider erst nach der Fällung und auf Nachfrage zugänglich gemacht.

Landratsamt Eichsfeld schließt Versäumnis nicht aus

Der Landkreis schließt ein Versäumnis nicht aus. "Es könnte sein, dass es keine Information gab", sagte Sprecherin Ingelore Hennecke MDR THÜRINGEN. Aktenkundig sei so ein Telefonat oder Gespräch nicht. Weil der zuständige Mitarbeiter im Urlaub ist, könne er nicht befragt werden. Üblich sei zumindest ein Telefonat mit dem jeweiligen Bürgermeister. Wenn es wirklich keine Information gegeben habe, werde sich der Landkreis entschuldigen, so Hennecke.

Es fühlt sich an, als hätte man das Herz unseres Ortes herausgerissen.

Kefferhausens Bürgermeister Tino Jäger

Dass der Baum marode war und Handlungsbedarf bestand, stellt Bürgermeister Tino Jäger nicht infrage. Mit Sicherheit sei es aber möglich gewesen, die Linde zumindest zum Teil noch zu retten, sagt Jäger. "Es fühlt sich an, als hätte man das Herz unseres Ortes herausgerissen."

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten regional | 01. September 2021 | 17:00 Uhr

7 Kommentare

Jedimeister Joda vor 42 Wochen

Ach ja alle unschuldig. Ein Versehen eines Mitarbeiters der im Urlaub ist. Kefferhausen ist eingemeindet nach Dingelstädt oder so ähnlich. Die Indigenen des Ortes sind also aus Dingelstädt fremdbestimmt. Glaube ich. Womöglich ist ja eine Info in Dingelstädt versandet. Dem Artikel nach war seit einem Jahr bekannt was im Gutachten stand. Womöglich hätte der Baum eher nachgeben können. Mit Pech jemanden Erschlagen können. Darum hat sich der Eichsfeldkreis ein Jahr nicht geschert. Wer trug oder trägt die Verantwortung für solchen Mißstand. Ich glaube in der Verwaltung wird Gehalt gezahlt ob die Aufgaben abgearbeitet wurden oder nicht. Ich könnte mich auch irren. Also schickt einen Anwalt hin. Der macht die Unzulänglichkeiten bekannt. Der Richter spricht ein Urteil. Aber wie wir wissen ist man auf hoher See und vor Gericht in Gottes Hand. Leider ist es für die Linde zu spät, Bäume haben keine Lobby. Ihr dauert mich. Ihr seid sooo... Jedimeister Joda Dagobasystem

tango2 vor 42 Wochen

Es ist echt traurig, was da so in letzter Zeit der Kettensäge zum Opfer fällt. Nach 400 Jahren einfach mal so weg und keiner wurde informiert. Klasse, Hut ab! Auch in meiner Stadt, hab ich noch nie soviel weg gesägte Bäume gesehen, wie in den letzten Jahren. Ich bin in Sachsen zu Hause. Traurig.

helmut57 vor 42 Wochen

Ich wundere mich gar nicht mehr.
Erst einmal weg und dann denken wir nach.
Wieder ein Teil der Geschichte vernichtet.
In Weimar,im Innenhof des Sophienhaus wurde auch eine fast 100 Jahre alte Rotbuche gefällt.Sie stand dem Neubau des Altenheims einfach nur im Wege. Der Durchmesser war über 1,5 Meter.
Traurigerweise hat das auch niemand groß interessiert.
Es werden einfach Tatsachen geschaffen.
Alles eine große Lüge!!!

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