Antoniuskirche Sehnsucht nach Freude: Kinder feiern ersten Faschingsgottesdienst in Worbis

"Gott will, dass wir Freude haben", sagt Sandra Schmidt von der Kinderkirche in Worbis im Eichsfeld. Gemeinsam mit 40 Kindern und 20 Erwachsenen hat die vierfache Mutter am Sonntag den ersten Faschingsgottesdienst in der Antoniuskirche Worbis gefeiert. Die Kinderkirche gibt es seit acht Jahren und wird ausnahmslos von Ehrenamtlichen organisiert.

Verkleidete Kirchenbesucher
In den Kirchenbänken sitzen 40 Kinder als Dino, Marienkäfer, Feuerwehrmann oder Prinzessin verkleidet. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Bunt geschminkt, Perücken, dazu Kostüme, Luftballons und gute Laune. In der katholischen Antoniuskirche von Worbis im Eichsfeld ist am Sonntag der erste Faschingsgottesdienst für Kinder gefeiert worden. Kurz nach 10:30 Uhr hat der achtjährige Antonius die Glocke geläutet - dann ging es los. Mit dem Bollerwagen ziehen Elke Grimm und Sandra Schmidt in den Altarraum. In den Kirchenbänken sitzen 40 Kinder; als Dino, Marienkäfer, Feuerwehrmann oder Prinzessin verkleidet. Auch ihre Eltern haben zumindest Fanschals oder Cowboyhüte dabei. An der Orgel auf der Empore sitzt der 16-jährige Franz Bechmann - im Kostüm eines Kapellmeisters.

Organist an Orgel
Der 16-jährige Franz Bechmann spielt die Orgel. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Luftschlangen im Bollerwagen

Unten im Kirchenschiff gibt es Tänze, Klatschen, Schunkeleinlagen und Umarmungen. Das ist Ausdruck der "Sehnsucht nach Freude", sagt Elke Grimm. "Lachen ist gesund und tut der Seele gut", fügt sie hinzu. Dann dürfen Kinder den Bollerwagen plündern und Luftschlangen sowie Bastelbögen herausholen. Bibeltexte und Fürbitten werden gelesen. "Kein Fasching ohne Luftballons!" Elke Grimm verweist auf die vielen Luftballons in Bänken und Gängen. Dann fliegen die Luftschlangen durch die Luft, Kinder singen "Froh zu sein bedarf es wenig", klatschen und tanzen zu Livemusik.

Bunte Ballons in Kirchenschiff
Kein Fasching ohne Luftballons, sagt Initiatorin Elke Grimm. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Bastelscheren auf der Kirchenbank

Dann kommen die bereitliegenden Bastelscheren zum Einsatz. Aus großen Papierbögen werden weitere Luftschlangen geschnitten. Auch das gehört zu Kinderkirche dazu, erklärt Sandra Schmidt: Basteln, Spielen, Bewegen - manchmal ein Bonbon und vor Corona auch Plätzchen.

Seit acht Jahren Kinderkirche

Gut eine halbe Stunde dauerte der Faschingsgottesdienst - er endete exakt um 11:11 Uhr. "Der erste in acht Jahren Kinderkirche", freut sich Sandra Schmidt. Gemeinsam mit Elke Grimm, Ruth-Marie Eckhardt, Christian König und Silvia Müller organisiert sie einmal im Monat und in der Advents- und Fastenzeit ehrenamtlich jeden Sonntag einen Kindergottesdienst. Wegen Corona sind sie aus dem Gemeindehaus neben der Stadtkirche in die geräumige Antoniuskirche umgezogen. In Lockdown-Zeiten gab es acht Kinderkirchen online; viele weitere Angebote zu Ostern und Weihnachten sind nahezu kontaktlos durchgezogen worden.

Als Hummel verkleidete Frau spricht vor Gemeinde
Sandra Schmidt (vorn) und Elke Grimm in der Bütt Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Kinder aus vier Orten

Kinder aus Worbis, Breitenworbis, Gernrode und Kirchworbis kommen inzwischen zu den Gottesdiensten. "Wenn es irgendwann keine hautptamtlichen Priester mehr gibt, sind wir vorbereitet", sagt Sandra Schmidt. Den ersten Faschingsgottesdienst haben zehn Ehrenamtliche organisiert. In drei Wochen gibt es zu Beginn der Fastenzeit die nächste Kinderkirche.

MDR (nis)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. Februar 2022 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

Karl Schmidt vor 19 Wochen

@Atheist:
Verstehe nicht: worauf wollen Sie mit Ihrer Aussage im Kontext zu Ihrem Ausgangskommentar eigentlich hinaus?

Und, auch wenn Sie es noch nicht wussten:
Beleidigende Kommentare veröffentlicht der MDR erst gar nicht.

Atheist vor 19 Wochen

Sie wollen mich wohl unbedingt beleidigen?
ob ich einen Stern brauche oder nicht bestimme immernoch ich selbst.
Ich antworte Ihnen doch auch nicht mit Karl*innen Schmidt* innen.

Atheist vor 19 Wochen

Kinder und Kirche?
„Dino, Marienkäfer, Feuerwehrmann oder Prinzessin“
Muss es jetzt nicht Dino *inninen , Marienkäfer* inninen , Feuerwehrmann * inninen, Prinzessin* inninen ..Heißen?
Der Indianer * inninen ist ja mittlerweile auch nicht mehr erlaubt.

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