Tradition Heiligenstadt: Palmsonntagsprozession wegen der Corona-Pandemie fraglich

Auch 2021 ist die traditionelle Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt wegen der Corona-Pandemie gefährdet. Im vergangenen Jahr musste die Veranstaltung abgesagt werden. Eine endgültige Entscheidung über die diesjährige Prozession soll Mitte März fallen.

Prozession zum Palmsonntag in Heiligenstadt
Prozession zum Palmsonntag in Heiligenstadt 2019. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Karin Bühner

Die Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt steht wegen der Corona-Pandemie erneut auf der Kippe. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN soll sie auf keinen Fall durch die Innenstadt führen. Derzeit suche die Vorbereitungsrunde nach Alternativen, heißt es aus der Propstei in Heiligenstadt. Die deutschlandweit bekannte Prozession solle aber nicht wie im Vorjahr komplett abgesagt werden.

Eine Entscheidung sei erst Mitte März zu erwarten. Auch zu normalen Zeiten beginnen die ehrenamtlichen Helfer erst jeweils zwei Wochen vor dem Ereignis mit der intensiven Vorbereitung. Die diesjährige Prozession sollte am 28. März, eine Woche vor Ostern, stattfinden.

Leidensprozession zu Palmsonntag in Heiligenstadt 30 min
Leidensprozession zu Palmsonntag in Heiligenstadt Bildrechte: MDR/Elke Thiele

Heiligenstadt: Erst vier Ausfälle in über 400 Jahren

In der mehr als 400-jährigen Geschichte der Prozession gab es laut Historiker Torsten Müller nur vier Ausfälle. So musste erstmals 1759 darauf verzichtet werden. Weitere Ausfälle gab es 1944, 1945 und 2020. Den Palmsonntag zu Beginn der Karwoche feiern die Christen auf der ganzen Welt. Sie erinnern damit an den Einzug Jesu in Jerusalem.

In Heiligenstadt gibt es mindestens seit dem 16. Jahrhundert jährlich eine große Leidensprozession, bei der sechs lebensgroße Figuren durch die Straßen getragen werden. 2019 verfolgten rund 5.000 Menschen die traditionelle Prozession in Heiligenstadt. Seit 2017 steht die einzigartige Prozession auf der Liste immaterieller Kulturerbe.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 02. März 2021 | 12:30 Uhr

4 Kommentare

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 10 Wochen

Der Druck nach öffentlicher Ausübung von Religion ( um nichts anderes geht es hier ) ist „unwiderstehlich“ ! Er wird auch vor regionalen kulturellen Besonder-heiten, die überdies zum immateriellen Kulturerbe erhoben worden sind,
nicht halt machen ! Ob geimpft oder ungeimpft....

Immer geht’s um Tod und um Leben :

— besonders in der Karwoche.
— besonders im Osterfestkreis.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 10 Wochen

Sehr gewagte theologische These !

Wie begründen Sie die „Gleichschaltung“ von Karneval
(zu Beginn der Passionszeit) mit dem Einzug Christi in
Jerusalem am Sonntag PALMARUM, der für Christen
- weltweit - die Karwoche einläutet ?

Ritter Runkel vor 10 Wochen

Dass der Lockdown bis etwa Ostern anhalten wird, war doch schon im Januar absehbar, Frühlingstagundnachtgleiche, steigende Temperaturen, Sonneneinstrahlung, Luftfeuchtigkeit. All das, was im vergangenen Jahr mit dazu beitrug, die erste Welle zu brechen.
Die eigentliche Frage ist doch eher, ob die seit Monaten versprochenen Strategien endlich wirklich existieren.
Solange der Druck nicht unwiderstehlich wird, wird auch die breite Impfung an überdrehten Verwaltungsvorgaben und mittlerweile unerfüllbaren Priorisierungen scheitern.

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