Bergbau Bohrung bei Haynrode förderte "hervorragendes" Kalisalz zu Tage

Nach der Kalisalz-Probebohrung im Eichsfelder Ohmgebirge ist der Bohrkern ausgewertet. Offensichtlich wurden die Erwartungen der Bergbaufirma erfüllt.

Eine Baustellle am Ohmgebirge.
Die Südharz Kali GmbH hat bei Haynrode im Eichsfeld Probebohrungen durchgeführt. Bildrechte: dpa

Die Bergbaufirma Südharz Kali GmbH hat sich zufrieden mit der Kali-Probebohrung im Eichsfelder Ohmgebirge gezeigt. Nach Unternehmensangaben wurde die Bohrung bis auf 721 Meter niedergebracht. Auf einer Länge von rund elf Metern sei Kalisalz gefunden worden. Es handele sich um drei verschiedene Mineralien - Kieserit, Carnallit und Anhydrit - mit einem Kaliumchlorid-Gehalt von durchschnittlich 14,4 Prozent. Kaliumchlorid ist der Hauptbestandteil von Düngemitteln für die Landwirtschaft. Südharz-Kali-Geschäftsführer Chris Gilchrist sprach am Freitag von hervorragenden Ergebnissen. Derzeit läuft noch eine zweite Probebohrung bei Worbis.

Unternehmen will 500 Arbeitsplätze schaffen

Südharz Kali will im Ohmgebirge Kali abbauen. Das Revier im Thüringer Südharz, westlich von Sondershausen und nördlich von Mühlhausen, gilt als die größte Kaliressource Westeuropas. Ab 2026 soll dort nach Willen der Firma ein neues Bergwerk entstehen. 500 Arbeitsplätze will das Unternehmen schaffen. Anwohner und Umwelt sollen nach Firmenangaben nicht belastet werden. So ist geplant, Abraum und Salzlauge in die umliegenden alten Gruben zu leiten.

Die Südharz Kali GmbH ist nach eigenen Angaben die Tochter der in Australien gegründeten South Harz Potash Ltd. mit Sitz in Berlin. Die Projekte sollen von Erfurt aus entwickelt werden.

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MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Schlagernews | 29. April 2022 | 17:30 Uhr

7 Kommentare

Kelte vom Oechsenberg vor 8 Wochen

@Harka2: Irgendwie scheinen Sie wenig geographische und bergbauliche Ahnung zu haben. Wenn ich so von meinem Oppidum in die Runde schaue, dann sehe ich zwischen Sünna und Buttlar Schacht II und im Ulstertal in Unterbreizbach die alte Gewerkschaft "Sachsen-Weimar". Und ei der daus: es drehen sich Förderräder, es kommt Salz nach oben und es steht sogar eine Fabrik zur Verarbeitung da. Wenn ich mich so recht erinnere, dann haben wir vom Osten aus auch in Hessen Salz abgebaut. Und umgekehrt genauso. Es lag halt nur an der Lage der Salzstöcke. Das Zechsteinmeer kannte keine heutigen Grenzen. Übrigens: Im Osten wurde mit dem Heißlöseverfahren das Kalisalz ausgewaschen und der Rest der Brühe ging über Ulster und Werra in den Westen. Ansonsten gilt: fahren Sie ihre Emotionen und ihren Puls runter. Ist besser für die Gesundheit. "Glück Auf" von einem ehemaligen Bohrwagenfahrer.

Raziel vor 8 Wochen

Der Eigenbedarf ist hier kaum relevant und auch nicht rentabel. Die Kali Industrie lebt vom Export in bestimmte Regionen. Leider ist Deutschland aufgrund der sehr hohen Lohn/Energie/Umwelt Kosten und diversen Auflagen als Standort sehr kritisch. Es ist schwierig überhaupt Gewinn zu erzielen, wenn man es kaum schafft die Produktionskosten unter dem Weltpreis zu halten. Damit kämpft die deutsche Kali Industrie seit vielen vielen Jahren und alle DE Standorte sind hochgradig gefährdet. Es bleibt abzuwarten wie kostengünstig man dort fördern kann, und ob die Kali Preise jetzt auf dem Kriegs bedingten guten Niveau bleiben, oder wieder abstürzen werden.
Ich weiß nicht ob die Entwicklung nun gut oder schlecht ist. Es könnte gut für die Menschen dieser Region sein, wenn dort in einigen Jahren wieder abgebaut wird. Andererseits kann es die momentan stabile Situation in DE destabilisieren und in anderen Landkreisen tausende Arbeitsplätze vernichten.

Raziel vor 8 Wochen

Das ist doch verbitterte Polemik. Es ist schrecklich was damals passierte, und der Arbeitsplatz Verlust hat die Menschen und die gesamte Region extrem getroffen. Trotzdem sollte man realistisch bleiben.
K+S betreibt noch immer Abbau und Verarbeitung in Thüringen. Das die meisten Bergwerke nicht mehr existieren liegt am DDR System. Das waren, wie viele Betriebe, reine Arbeitsplatzbeschaffungs Konstrukte, fernab jeder Marktwirtschaftlichen Logik. Konnten einzig bestehen da vom Staat gefördert und dank Währungsgefälle auf dem Level eines 3.Welt Land exportieren konnten. Das war nach der Währungsunion nicht haltbar und niemand wollte diese Geld Vernichter.
K+S bürdet Thüringen nichts auf, das sind stillgelegt DDR Bergwerke die in den Verantwortungsbereich der Regierung fallen. Warum soll jemand anderes, der nichts damit zu tun hatte, für diese Standorte haften? K+S übernimmt lediglich die praktische Umsetzung im Auftrag, Thüringen weigert sich jedoch Gelder zu stellen, das soll der Bund.

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