Rohstoffe Kalkstein-Abbau für Zementwerk Deuna: Widerstand gegen Waldrodung

Der Zementhersteller Dyckerhoff will einen Tagebau erweitern, um den Kalksteinnachschub für sein Werk Deuna zu sichern. Dafür soll ein Plenterwald weichen. Die Waldgenossenschaft in Keula will die Rodung verhindern.

Gegen eine mögliche Erweiterung des Kalksteintagebaus südlich des Zementwerks Deuna im Eichsfeld regt sich weiterer Widerstand. Wie der Vorstand der Waldgenossenschaft im nahegelegenen Keula, Holger Göcke, MDR THÜRINGEN am Montag sagte, wurde die Genossenschaft als Grundeigentümer bisher nicht angehört. Derzeit werde ein ausführlicher Einwand an das Landesbergbauamt in Gera ausgearbeitet.

Die Genossenschaft kritisiert unter anderem, dass es sich bei dem umstrittenen Gebiet um einen äußerst naturnahen Plenterwald handelt. In einem Plenterwald wachsen Bäume jedes Alters nebeneinander her. Außerdem befürchte man eine geringe finanzielle Entschädigung. Am 21. Juni soll die Genossenschaft nun angehört werden.

Wald soll nach Abbau neu gepflanzt werden

Der Zementhersteller Dyckerhoff will am Standort Deuna den Tagebau erweitern. Das Gebiet soll laut Planfeststellungsverfahren auf das Waldgebiet zwischen Deuna im Eichsfeldkreis, Zaunröden im Unstrut-Hainich-Kreis und Keula im Kyffhäuserkreis erweitert werden. Dafür muss eine Fläche von 80 Hektar Wald gerodet werden. Nach Angaben des Werksleiters in Deuna soll der Wald nach dem Abbau neu gepflanzt werden. Bis jetzt seien schon 57 Hektar Jungwald entstanden. Der Tagebau soll frühestens ab 2040 erweitert werden.

Zuvor hatte bereits die betroffene Gemeinde Zaunröden Auflagen für einen erweiterten Tagebau gefordert. Dabei ging es unter anderem ums Waldaufforsten und elektronische Sprengungen.  So soll beispielsweise der Waldstreifen durch Aufforstung von jetzt 100 auf 220 Meter Breite ausgedehnt werden.

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 30. Mai 2022 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

hansfriederleistner vor 9 Wochen

Es fehlen jede Menge Sozialwohnungen. Da wird geklagt über hohe Mieten. Dann will ein Unternehmen die Rohstoffe produzieren, um bauen zu können - einmal ohne Russland - schon wird wieder lamentiert. Was wollen die Leute eigentlich noch ?

Basil Disco vor 9 Wochen

Das ist die Kehrseite der Bauwut und wird viel zu selten thematisiert. Die Zementherstellung ist mit erheblichen Umweltschäden verbunden, hier der Abbau von Rohstoffen, dann der enorme Energiebedarf im Produktionsprozess. Bei der als Allheilmittel gepriesenen Gebäudedämmung sieht es sicher ähnlich aus. Wo kommen diese Baustoffe her und wo bleiben sie wenn sie erst einmal Abfall sind?

hilflos vor 9 Wochen

Steht alles drin, die Besitzer "befürchten eine geringe finanzielle Entschädigung".
Plenterwald bedeutet doch nicht anderes, dass die Eigentümer dieses Waldstück nicht wirklich bewirtschafteten bzw. nur ihren Brennholzbedarf deckten. Meist ist bei diesen Waldgenossenschaften die Vermarktung auf Hobbyniveau.

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