Waldumbau Thüringer Förster hoffen auf mehr Saatgut bei Eichen und Buchen

Förster im Freistaat sind in Sorge um die diesjährige Saatguternte im Wald. Die Forstbaumschule in Breitenworbis ruft Förster auf, Bestände zu lokalisieren. Außerdem sollen Schulen und Privatpersonen helfen, Eicheln und Bucheckern zu sammeln.

Ein Eichensetzling
Um dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen und Kahlflächen aufzuforsten, ist der Forst dringend auf mehr Saatgut angewiesen. Bildrechte: dpa

Wegen der anhaltenden Trockenheit bangen die Förster im Freistaat um die diesjährige Saatguternte im Wald. Nach einer sehr guten Baumblüte im Frühjahr, leiden die Bäume mittlerweile unter der langen Trockenheit, wie Elger Kohlstedt von der landeseigenen Forstbaumschule in Breitenworbis (Eichsfeld) MDR THÜRINGEN sagte.

Es sei daher unklar, ob ausreichend Samen in Thüringens Wäldern geerntet werden können. Derzeit seien die Förster landesweit aufgerufen, gute Saatbestände zu lokalisieren.

Forstbaumschule setzt auf Hilfe von Schulen und Privatpersonen

Im Trockenjahr 2018 sind laut Kohlstedt noch 20 Tonnen Eichensamen in Thüringen geerntet und 2,5 Millionen Eichen in der Forstbaumschule gezüchtet worden. Nach drei blütenarmen Jahren fehle es aber nun an Saatgut für Buchen und Eichen. Die Baumschule setzt daher auch auf die Hilfe von Schulen und Privatpersonen, die Eicheln und Bucheckern sammeln.

Allerdings sollten sich die Sammler vorher mit ihren Forstämtern absprechen, wo gesammelt werden soll. So seien beispielsweise Eicheln von einem Soltitärbaum - etwa einem einzelnen Baum auf dem Schulhof - für die Aufforstung im Wald meist nicht geeignet.

Aufzucht der Bäumchen in Breitenworbis

Um Schäden etwa durch den Borkenkäfer und Trockenheit auszugleichen sowie den Waldumbau auch mit Blick auf den Klimawandel voranzutreiben, sind junge Bäume nötig. Dafür erntet der Thüringenforst Saatgut in ausgewählten Beständen, bereitet es auf und zieht in der staatlichen Forstbaumschule Breitenworbis neue Bäumchen.

Eine Freifläche im Wald .
Kein seltenes Bild in Thüringen: Der Wald im Sommer bei Mechterstädt. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Carmen Fiedler

Anerkannt für die Ernte von Forstsaatgut sind den Angaben nach 0,7 Prozent der rund 550.000 Hektar Wald im Freistaat. Dort werden regelmäßig 15 bis 20 Baum- und Straucharten beerntet und so im Schnitt 35 Tonnen Saatgut pro Jahr gewonnen.

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MDR (dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 05. August 2022 | 19:30 Uhr

2 Kommentare

zeig_auch_charakter_nicht_nur_maske vor 8 Wochen

Da geht allerlei durcheinander in diesem Artikel! - So sinnvoll es sein kann, die Samenernte rechtzeitig zu planen, und dabei auch lokale Trockenschadens-Ausfälle einzukalkulieren: wirklich KNAPP ist das Saatgut bei Eichen und Buchen in keinem Fall.
Es macht allenfalls etwas mehr Arbeit, es zu sammeln. - Sind aber ganz ganz "kleine Fische" im Vergleich zur Arbeit mit Aussaat, Aufzucht, Auspflanzung etc.

Im übrigen läuft die Forstwirtschaft in Punkte Jungpflanzen vor allem noch dem Rückstand nach, der durch Lieferketten-Ausfälle vor allem im ersten Jahr der Coronamassnahmenkrise verursacht wurde. - Da gab es monatelang Stillstände beim Liefern, Ausliefern, Transportieren etc.- (vor allem bei Fichten, aber nicht nur ...).

Eulenspiegel vor 8 Wochen

Also da drücke ich den Thüringern beide Daumen das genug fruchtbare Eicheln und Bucheckern gesammelt werden und das diese nächste Generation den Thüringer Wad retten wird.

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