Ruine Kyffhäuserkreis: Greußen reißt die alte Schokoladenfabrik ab

Die historische Schokoladenabrik in Greußen im Kyffhäuserkreis weicht einem Gewerbegebiet. Die Stadt geht davon aus, dass die Abrissarbeiten im Sommer beginnen können.

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Teile der Gebäude sind einsturzgefährdet. Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

Die alte Schokoladenfabrik in Greußen (Kyffhäuserkreis) soll im kommenden Jahr abgerissen werden. Im Dezember hat die Stadt das Grundstück gekauft - für den symbolischen Preis von einem Euro.

Auf Gelände soll Gewerbegebiet entstehen

Bürgermeister René Hartnauer (SPD) zeigt sich erleichtert, endlich gehe es auf der Brachfläche neben dem Bahnhof weiter. Er rechnet damit, dass die Abrissarbeiten im Sommer 2021 beginnen können. Bereits im September 2020 wurden laut Hartnauer die Planungen für die Abrissarbeiten in Auftrag gegeben. Die Kosten für Abriss, Altlastenbeseitigung und Planung liegen demnach bei rund zwei Millionen Euro.

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Die Ruine der Schokoladenfabrik in Greußen. Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

Für 200.000 Euro muss die Stadt selbst aufkommen, den Rest zahlt das Land aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW)". Das Fördergeld sei bewilligt, so der Bürgermeister. Im September hat die Stadt das Grundstück für einen symbolischen Euro erworben, vollzogen wurde der Erwerb dann am 18. Dezember.

Greußen: Ruine der Schokoladenfabrik einsturzgefährdet

Die Ruinen der alten Schokoladenfabrik sind neben dem Bahnhof Greußens sehr gut zu sehen. Einige Gebäude auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände sind einsturzgefährdet. Es fielen sogar Teile der Fassade auf die Straße, sodass diese zeitweise gesperrt wurde. Die Fabrik hatte zunächst Zucker für die Schokoladenherstellung und im Zweiten Weltkrieg dann Flugzeugteile produziert. Die Stadt Greußen plant nun zwei Gewerbeflächen auf dem Gelände.

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Die Ruine weicht Gewerbeflächen. Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 29. Dezember 2020 | 13:30 Uhr

5 Kommentare

Lothar Thomas vor 14 Wochen

@ Ritter Runkel

Sehr geehrter Ritter,

entschuldigen sie, wenn ich mir das Lachen nicht verkneifen kann.
Ich hatte beinahe meinen Kaffee über mein Handy geschüttet.

Ihr Vorschlag für einen direkten Bahnanschluss ist aber auch zu putzig.

Hat man ihnen bei der DB in Erfurt erklärt, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet?
Diese Behauptung ist FALSCH.

Wissen sie wie man dort die Sache sieht?
Ein Gleisanschluss bedeutet am Ende Arbeit und die will bei der DB Keiner.

Bei YouTube gibt es viele Clips, die sich damit beschäftigen, wie die Bahn sich selbst die Kunden vergrault.
In den letzten Jahren wurden einige Tausend Gleisanschlüsse einfach gekappt.
Fragen sie dazu mal im Dolomitwerk Wünschendorf (bei Gera) nach.
Dort gab es einen Anschluss und sogar mehrere Züge jeden Tag, trotzdem "wegrationalisiert".
So gibt es noch viele weitere in Thüringen.

... und Da wollen sie einen Gleisanschluss für ein Gewerbegebiet in Greussen???

Klingt erst einmal schön, aber NICHT machbar.👎

Ritter Runkel vor 14 Wochen

Das Gebäude steht seit ca. 30 Jahren leer, irgendwann so schön die Bausubstanz auch ist, ist Abreißen die einzige Lösung.
Und wieso soll dort kein Gewerbegebiet entstehen? Ein direkter Bahnanschluss wäre möglich und Greußen, wäre von noch mehr Lkw-Verkehr ein wenig entlastet.

Lothar Thomas vor 14 Wochen

Neue Gewerbegebiete in Greussen?

... und dann gleich zwei an der Zahl??

Da fragt man sich doch glatt, mit was für Karten wird hier gespielt?

Wo liegt Greussen, dass sich dort so viele Firmen ansiedeln wollen?

Wenn ich auf die Landkarte schaue, dann sehe ich nur ein Irgendwo im Nirgendwo, gleich neben dem Ar... der Welt.

Ich kenne Greussen noch aus meiner LKW-Zeit sehr gut und außer der Salamifabrik würde mir jetzt keine weitere Industrie einfallen.

Die Gewerbeflächen sind doch am Ende wieder nur so eine Rechnung mit "toten" Seelen.

Gerade jetzt zu Corona-Zeiten, wo viele Firmen vor dem AUS stehen, will man in Greussen das Ei des Columbus gefundenen haben?

Also ich würde mich freuen, wenn ich Falsch liege, im Grunde genommen, wünsche ich den Greussen'ern den Erfolg.

Aber ich sehe auch die momentane Realität.

Warum hatte man den früheren Eigentümer eigentlich nicht zur Erfüllung der "Verkehrssicherheit" herangezogen?

Wenn schon Teile der Fassade herabgestürzt waren???

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