Kyffhäuserkreis Frühere Schokoladenfabrik Greußen kann abgerissen werden

Die alte Schokoladenfabrik in Greußen im Kyffhäuserkreis soll seit Monaten abgerissen werden. Jetzt wurde ein Förderbescheid von über 2,35 Millionen Euro übergeben - fast zeitgleich mit einem Protestbrief.

eine Ruine
Die Stadt hatte das 12.000 Quadratmeter große Gelände im Dezember 2020 für einen Euro gekauft. Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

In Greußen kann nach monatelanger Verzögerung mit dem Abriss der früheren Schokoladenfabrik begonnen werden. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) übergab am Donnerstag einen Förderbescheid über 2,35 Millionen Euro an Bürgermeister Torsten Abicht. Das Gelände soll nun komplett beräumt werden.

Gelände soll für neues Gewerbe vermarktet werden

Geplant ist, den Gewerbestandort verkehrs- und medientechnisch über die Schwarzburger Straße zu erschließen. Danach stünden mehrere Gewerbeparzellen zur Vermarktung bereit, hieß es. Der Abriss des 1882 errichteten Gebäudes war in den vergangenen Monaten immer wieder verschoben worden. Die Stadt hatte das 12.000 Quadratmeter große Gelände im Dezember 2020 gekauft - für den symbolischen Preis von einem Euro.

Bahnhof Greußen
Von der Schokoladenfabrik ist heute nur noch eine Ruine übrig. Bildrechte: MDR/ Sabine Cygan

Architekten protestierten mit offenem Brief

Am Mittwoch hatte der Bund Deutscher Architekten (BDA) Thüringen gefordert, das historische Gebäude zu erhalten. In einem offenen Brief an Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) heißt es, ein Abriss ignoriere die vorhandene Ressource und sei ein "schmerzhafter Verlust lokaler und regionaler Identität". Vielmehr könnte die Substanz in einen sanierungsfähigen Zustand versetzt werden.

Quelle: MDR(jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 13. Januar 2022 | 12:30 Uhr

8 Kommentare

Gurg vor 17 Wochen

Wieder ein Verlust lokaler Identität und historischer Substanz, ein weiterer Schritt zur Beliebigkeit. Dass der Abriss mit Millionen Steuergeldern gefördert werden muss, zeigt zudem, dass die Fläche auch für Neubau nicht einmal wirtschaftlich nutzbar ist.

Besser man ließe die Ruinen stehen - entweder findet sich noch ein Nutzer oder die Natur hat ihren Raum.

Wachtmeister Dimpfelmoser vor 17 Wochen

Die mögliche Lösung wäre ja relativ einfach: Bis 30.06. haben potenzielle Neunutzer die Möglichkeit, ein Konzept dafür sowie einen Plan für die dafür notwendige Finanzierung vorzulegen. Geschieht das nicht, erfolgt der Abriss. Geschieht das, muss das Konzept geprüft und vertraglich so festgemacht werden, dass sich ein möglicher Investor danach nicht wieder herauswinden kann.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 17 Wochen

...und dort wieder "brauchbare" Arbeit schaffen ? Künstler ansiedeln ? Halbleiter produzieren ? Masken nähen ? Kantine für die Feldwirt-schaftler... ? etc pp - Das fällt uns, ach, sonst so "kreativen
Ossis" gar nicht mehr ein ?

Aufgegeben ? Resigniert ?

Kein Wunder, dass wir keine Spitzenpositionen
in der Wirtschaft und in Bundesministerien
besetzen...


Tragisch ! Gut' Nacht, Greussen !

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