Kommunen Erhöhung geplant: Ärger in Artern wegen der Friedhofsgebühren

Von 70 auf 1.700 Euro für ein Familien- oder Einzelgrab: In Artern im Kyffhäuserkreis sind die Friedhofsgebühren gerade Stadtgespräch: Die Landgemeinde will kräftig an der Gebührenschraube drehen.

Blick auf einen Friedhof
Friedhofsgebühren in Artern sollen erhöht werden. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Die Stadtverwaltung von Artern will die Friedhofsgebühren deutlich erhöhen. Die Vorlage der Verwaltung für den Stadtrat sieht vor, die Gebühren im drei- bis vierstelligen Prozentbereich anzuheben. So könnte der Preis für das "klassische" Familien- und Einzelgrab von bisherigen 360 Euro auf 1.905 Euro steigen. Die neuen Gebühren würden eine über 400-prozentige Erhöhung bedeuten.

Noch extremer fielen die möglichen Anhebungen in den Ortsteilen Heygendorf und Voigtstedt aus. Das Familien- und Einzelgrab könnte dort bald über 1.700 Euro kosten - eine Steigerung um über 2.000 Prozent. Bisher hat ein solches Grab um die 70 Euro gekostet. Spruchreif werden diese Kosten erst, wenn sich der Stadtrat am Montagabend für die Erhöhung der Friedhofsgebühren entscheidet. Der Abstimmung ist eine monatelange Diskussionen vorangegangen.

Rathaus: Fusion bedingt kommunale Satzungen und damit Erhöhungen

Dass die Friedhofsgebühren künftig derartig in die Höhe gehen werden, empörte im Vorfeld die Bewohnerinnen und Bewohner von Artern, Voigtstedt, Schönfeld und Heygendorf. Eigentlich sollte das Thema bereits Ende 2020 vom Tisch sein. Dann wurde es auf dieses Frühjahr vertagt. Doch wie begründet das Rathaus in Artern die Preiserhöhung?

Stadtsprecherin Antje Große sagt: "Die Gebühren für die vier Ortsteile wurden nach der Gemeindegebietsreform im Jahr 2019 neu berechnet". Die geplante Kostenanhebung hänge mit der Gründung der noch jungen Stadt und Landgemeinde Artern zusammen. Nach der Fusion müssten die kommunalen Satzungen angepasst und die Gebühren für die Friedhöfe einheitlich werden.

Blick auf einen Friedhof
Nicht zu teuer sollen die Gebühren werden. Bildrechte: Colourbox.de

Stadt und Landgemeinde Artern Eine Landgemeinde ist in Thüringen eine Möglichkeit für Kommunen, sich Aufgaben zu teilen oder solche zu übertragen. Die 2019 gegründete Stadt und Landgemeinde Artern ist ein Zusammenschluss von Artern mit Heygendorf und Voigtstedt, der Aufgaben für fünf andere Gemeinden erfüllt. Die Landgemeinde löste die Verwaltungsgemeinschaft Artern ab, zu der Artern trotz des Namens nicht dazugehört hatte - nur die übrigen Gemeinden.

Laut Stadtsprecherin Große hat es in Voigtstedt und Heygendorf vor der Fusion "keine genaue Kalkulation" gegeben. Damit seien in diesen Orten bisher deutlich geringere Kosten berechnet worden.

Friedhofsgebühren: Thema wird emotional diskutiert

Nach Informationen von MDR THÜRINGEN haben sich Voigtstedt und Schönfeld bereits für eine neue Gebührensatzung ausgesprochen. Aber nicht jeder Bürger ist mit den Plänen einverstanden. "Preiserhöhungen führen fast immer zum Aufschrei. Und die Friedhofssatzung ist eines der emotionalsten Themen. Jedes Mal wenn auf dem Friedhof die Gebühren geändert werden, wird eine emotionale Stimmung aufgebaut", so Antje Große weiter.

Das Rathaus habe sich bemüht, "nicht zu teuer" zu werden. Doch seien beispielsweise 75 Euro für ein Erdbestattungsgrab wie in Voigtstedt nicht mehr kostendeckend. Denn die Friedhöfe der Landgemeinde müssten auch entsprechend bewirtschaftet werden.

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 10. Mai 2021 | 17:30 Uhr

17 Kommentare

knarf2 vor 5 Wochen

Thüringer Original:Und warum dürfen in an deren Ländern Urnen mitgenommen werden?Mit Störung der Totenruhe hat das wohl rein gar nix zu tun!Bei den Beiträgen die Hinterbliebene heute oft zahlen müssen fragt man sich schon wie diese Preise zustande kommen und warum keiner der Hinterbliebenen bestimmen darf eine Urne mitzunehmen um sie zu.B.im eigenen Karten zur letzten Ruhe zu Betten!

Thueringer Original vor 5 Wochen

@knarf2: Sie behaupten, dass die früheren gemeinden es schafften die Kosten wesentlich geringer halt. Viel wahrscheinlicher aber ist, dass die Gemeinden die tatsächlichen Kosten einfach nicht an die Bürger weitergaben. Wenn Artern Ihrer Meinung nach Gewinn mit den Friedhosgebühren erzielt (was zu beweisen wäre), wohin fließt der Ihrer Meinung nach? Die Mindestmietjahre sind wahrscheinlich vom Land geregelt. Ob da Abweichungen nach unten zulässig sind, kann ich ad hoc nicht beurteilen. Warum die Hinterbliebenen die Urne nicht nach Hause bekommen? Wahrscheinlich ist das Störung der Totenruhe. Aber das ist ein anderes Thema.

knarf2 vor 6 Wochen

Thüringer Original:Ich glaube da irren Sie sich
etwas.Warum konnten
dann die bestimmten Gemeinden schaffen die
Kosten wesentlich geringer
halten.Und im Übrigen sind
die Mindestmietjahre für ein Grab auch viel zu hoch.
Diese Satzungen müßten auch geändert werden.Wir müssen uns doch nicht wundern daß viele Menschen die Bestattungspflichten geändert werden wenn man sich die Kostensteigerungen der letzten Jahre anschaut.Warum dürfen die Hinterbliebenen die Urne nicht mit nach Hause bekommen wenn sie es wollen oder es sogar der letzte Wille der Verstorbenen ist?Das hat doch immer etwas mit Gewinn zu tun auch wenn man versucht es uns auszureden.

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