Ausrüstung Neue Kampfpanzer an Bundeswehr in Bad Frankenhausen übergeben

Die Bundeswehr modernisiert und vergrößert ihre Panzertruppe. Das im nordthüringischen Bad Frankenhausen stationierte Panzerbataillon 393 hat als erste Einheit der Bundeswehr die neueste Version des Kampfpanzers Leopard 2 erhalten - den A7V. Hintergrund dieser Ausrüstung ist die geplante Beteiligung des Bataillons an der schnellen Nato-Eingreiftruppe Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) im Jahr 2023.

Übergabe Leopard 2 A7V an Panzerbataillon 393 Bad Frankenhausen
(Symbolische) Ankunft in der Kyffhäuser-Kaserne in Bad Frankenhausen: Leopard 2 A7V Bildrechte: MDR/Johannes Hornemann

Das Panzerbataillon 393 der Bundeswehr in Bad Frankenhausen hat am Mittwoch die ersten vier von insgesamt 44 neuen Kampfpanzern erhalten. Dabei handelt es sich nach Angaben der Bundeswehr um die neueste Version des Panzers Leopard 2 mit der Bezeichnung A7V. Das Bataillon ist den Angaben zufolge die erste Einheit der Bundeswehr, die diesen Panzer erhält. Bis Ende September sollen 32 weitere hinzukommen. Weitere acht sollen im nächsten Jahr folgen. Die derzeit von dem Bataillon genutzten Panzer der Vorgängerversion A6 werden an andere Einheiten abgegeben.

Bataillon wird 2023 Teil der VJTF der Nato

Die Einheit in Bad Frankenhausen verfüge damit über den modernsten Kampfpanzer der Welt, sagte Generalleutnant Stephan Thomas vom Kommando Heer. Hintergrund der Neuausrüstung ist die geplante Beteiligung des Nordthüringer Panzerbataillons an der schnellen Nato-Eingreiftruppe VJTF im Jahr 2023. Die Very High Readiness Joint Task Force hat die Aufgabe, innerhalb von einer Woche an jedem Ort des Bündnisgebiets gegen Angreifer von außen vorzugehen.

Die Verantwortung für diese 5.000 Mann starke Eingreiftruppe wechselt jährlich. Derzeit liegt sie bei der Türkei, im Jahr 2023 wird Deutschland den Hauptteil der Truppe stellen. Verantwortlich dafür wird die Panzergrenadierbrigade 37 "Sachsen" sein, zu der neben dem Panzerbataillon in Bad Frankenhausen auch die Bundeswehr-Einheiten in Bad Salzungen, Gotha und Gera gehören.

Generalleutnant Stephan Thomas übergibt Vertretern des Panzerbataillons 393 der Bundeswehr symbolisch den Schlüssel für neue Panzer des Typs Leopard 2 A7V
Symbolischer Schlüssel: Generalleutnant Stephan Thomas vom Kommando Heer (re.) mit Bataillonskommandeur Oberstleutnant Andy Weißenborn (li.) und Kompaniechef Hauptmann Tim Sacha. Bildrechte: MDR/Johannes Hornemann

Abschreckung gegenüber Russland

General Thomas sagte bei der Übergabe der neuen Panzer in Bad Frankenhausen, eine moderne Ausrüstung der Bundeswehr sei die Voraussetzung für eine wirkungsvolle Abschreckung. Die Nato müsse sich auf eine aggressive Politik vor allem aus Russland gegenüber seinen Nachbarstaaten einstellen. Nato-Mitglieder wie Litauen oder Rumänien fühlten sich dadurch bedroht. Durch ihre Beteiligung an VJTF wolle die Bundeswehr ihre "volle Bündnissolidarität" demonstrieren. Der Aufbau der Eingreiftruppe war von der Nato als Reaktion auf die Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 beschlossen worden.

Stückpreis: 15 Millionen Euro

Der Leopard 2 A7V hat laut Bundeswehr einen höheren Kampfwert als seine Vorgängerversionen. Er wurde unter anderem mit zusätzlichen Wärmebildgeräten, besserer Kanone und Motor und einer stärkeren Frontpanzerung ausgestattet. Der Panzer ist über 60 Tonnen schwer, kann eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Stundenkilometern erreichen und hat vier Mann Besatzung. Der Stückpreis liegt bei 15 Millionen Euro.

Übergabe Leopard 2 A7V an Panzerbataillon 393 Bad Frankenhausen
Das Panzerbataillon 393 in Bad Frankenhausen wird insgesamt 44 dieser neuesten Version des Leopard 2 erhalten. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Das erste Fahrzeug dieser Version war im Oktober 2019 vom Hersteller Krauss-Maffei Wegmann zu Testzwecken an die Bundeswehr ausgeliefert worden. In seine Entwicklung sind laut Bundeswehr auch Erfahrungen aus dem Einsatz von Leopard 2-Panzern durch Kanada und Dänemark in Afghanistan eingeflossen. So verfügt die neue Version unter anderem über eine Innenraum-Klimatisierung. Im Jahr 2017 hatte die Bundeswehr mit dem Hersteller Krauss-Maffei Wegmann einen Vertrag über die Lieferung von 104 Leopard 2 A7V und Zubehör-Material im Wert von 760 Millionen Euro geschlossen. Dabei handelt es sich zum Teil um gebrauchte Modelle der Version A6, die zur neuen Version A7V umgerüstet werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tage | 15. September 2021 | 18:00 Uhr

32 Kommentare

Jedimeister Joda vor 1 Wochen

Wozu braucht ihr neue Panzer? Damit ist nichts zu machen als Krieg. Wer will solche Scheißdinger haben? Im Volk gibt es da keine Interessenten. Aber die Waffenlobby und die Politiker bilden da eine unheilige Allianz. Wer braucht Krieg? Wem nützt es? Also Nachdenken hilft. Jedimeister Joda Dagobasystem

dimehl vor 1 Wochen

Genau, diese Panzer sind auch unter dem Gesichtspunkt heutiger Bedrohungen völlig nutzlos:
sie nutzen nichts bei Cyberangriffen, nichts bei Terroranschlägen.
Sie sind nutzlos hinsichtlich der Kontrolle und Sicherung der Landesgrenzen.
Sie nutzen nichts hinsichtlich Desinformationskampagnen und Wahlbeeinflussung von außerhalb etc.
Die meiste Zeit stehen sie wahrscheinlich herum und irgendwann werden sie mit großem Aufwand wieder verschrottet.
Wozu das Ganze ?

Thommi Tulpe vor 1 Wochen

Syriens Diktator Baschar al-Assad rief die Russen zu seiner Unterstützung. Dazu kann man stehen, wie man will: Für uns aus der westlich "demokratischen" Welt, sicher auch für jene Syrer, welche diesen Diktator überwinden wollten, ist das sicher ein "ungerechter Krieg" - zu verurteilen. Wobei das der Diktator und die Russen anders sehen.
Aber es ist ein völlig anderer Krieg als der, den auch deutsche Soldaten in Afghanistan führten. Wir wurden nicht gebeten, zu kommen.
Syrien wurde irgendwann während des Verlaufes dieses Krieges zum "Spielball" internationaler Interessen, sicher auch zum Testgebiet neuer Waffen.
Gerade wir Deutschen sollten aber aus sehr gutem Grund alles tun, Kriege möglichst zu verhindern, anstatt irgendwelche Kriegstreiber zu unterstützen.
Wollte man nicht 1945 keinem Deutschen mehr eine Waffe in die Hand geben, damit von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgeht?
Darüber ist - so denke sicher nicht nur ich!? - zunächst erst einmal nachzudenken!

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