Bahnverkehr Stillgelegte Strecke der Kyffhäuserbahn wird auf militärische Nutzung geprüft

Vor 15 Jahren wurde die Kyffhäuserbahn stillgelegt. Die Kurstadt Bad Frankenhausen setzt sich dafür ein, dass die Bahnstrecke für die Bundeswehr nun wiederbelebt wird. Noch prüft das Verteidigungsministerium diesen Schritt. Bad Frankenhausens Bürgermeister rechnet bereits Ende Juni mit einer Entscheidung.

Am Bahnhof Marienberg steht ein mit Panzern beladener Zug.
Auf den Gleisen zwischen Bad Frankenhausen und Bretleben könnten schon bald wieder Züge rollen. Das Verteidigungsministerium prüft derzeit eine Wiederbelebung der Strecke, um Panzer zu transportieren. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Schon seit Jahren ist Bad Frankenhausen vom Bahnverkehr abgekoppelt, der Bahnhof der Stadt verwaist. Doch möglicherweise könnten in Zukunft Militärzüge über die noch stillgelegte Trasse rollen. Bad Frankenhausens Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) zufolge, prüft das Bundesverteidigungsministerium derzeit, wie die Bundeswehr die Gleise nutzen kann. Die Bundeswehr hatte bereits zu Beginn des Jahres angegeben, auf den Gleisen nach Bretleben Panzer transportieren zu wollen.

Kyffhäuserbahn: Teure Wiederbelebung

Das Verteidigungsministerium hatte aber Bedenken wegen hoher Kosten für eine Brückensanierung geäußert. Nach Informationen von Bürgermeister Strejc rechnet die Bundeswehr damit, dass die Wiederbelebung der Bahnstrecke insgesamt rund 30 Millionen Euro kosten könnte, unter anderem weil die Brücke über die Unstrut als marode gilt.

Bad Frankenhausen wünscht sich Regionalzüge

Sollte die Strecke wiederbelebt werden, strebt die Stadtverwaltung auch einen öffentlichen Nahverkehr auf den Gleisen an. Die Gleise zwischen Bad Frankenhausen und Bretleben würden den Kurort mit der Strecke Sangerhausen - Erfurt verbinden.

Noch bis Februar 2020 sei zu dem Thema beraten worden. Im Zuge der Corona-Pandemie seien die Gespräche aber gestoppt wurden, so Strejc. Mit dem Ukraine-Krieg sei eine neue Ausgangslage für die stillgelegte Strecke entstanden.

Verlegung der Panzer behindert Straßenverkehr

In Bad Frankenhausen ist das Panzerbataillon 393 mit Kampfpanzern des Typs Leopard 2 stationiert. Bisher müssen die 60 Tonnen schweren Kampfpanzer für Übungen oder Einsätze jedes Mal auf der Straße 20 Kilometer bis nach Sondershausen zum nächsten Verladebahnhof rollen.

Die Verlegungen finden oft nachts oder in den Abendstunden statt, sind mit einem entsprechenden Lärmpegel und in der Regel mit Verkehrsbehinderungen verbunden. Ein Verladebahnhof in Bad Frankenhausen wäre deutlich näher an der Kaserne.

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MDR (tas)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 23. Mai 2022 | 12:00 Uhr

10 Kommentare

Lothar Thomas vor 4 Wochen

Als "kleinerfrontkämpfer" sollten Sie eigentlich schon Wissen und Verstehen, wie wichtig die von Ihnen erwähnte "Kanonenbahn" im Transportwesen war.

Die Stilllegung und der teilweise Abriss der Strecke haben wir einzig und allein einigen Unwissenden ehemaligen Bahnoberen zuverdanken, die größtenteils keine Ahnung davon hatten, was Sie taten.

Schauen Sie sich doch einmal den Gesamtverlauf der Strecke an, vielleicht geht Ihnen ein Licht auf.

Diese Strecke richtig genutzt, hätte nicht nur kostengünstigere, sondern auch schnellere Transporte ermöglicht und Das nicht nur beim Transport von Panzern.

Mit einem RE z.B. wären Sie auf gerader Strecke fast so schnell unterwegs, wie mit einem ICE.

Das sind jedoch logistische Probleme, von denen Sie wohl kaum etwas verstehen.

Ausführlichere Darstellungen würden jetzt und hier sämtliche Grenzen sprengen.

Meiner Meinung nach wird man aber in nicht allzu ferner Zukunft ernsthafte Überlegungen zu Reaktivierungen von Strecken anstellen.

Lothar Thomas vor 4 Wochen

Na dann mal Butter bei die Fische, Herr Pfeiffer, Sie tun ja so, als würde jeder Lehrling für seine Ausbildung bezahlen müssen.
Meines Wissens nach betrifft diese Regelung doch nur Auszubildende in einigen medizinischen Berufen.

Ich stimme Ihnen dabei Zu, dass diese Situation heute nicht mehr zeitgemäß ist und endlich abgeschafft gehört.

Wenn Sie noch mehr wissen, dann lasse ich mich allerdings auch gerne belehren.

Allerdings ging es bei diesem Beitrag nicht um Lehrlinge, sondern um Panzer und entsprechende Transportmittel.

Ich glaube wenn Sie an einer Straße wohnen würden, wo Abends oder Nachts die Tieflader mit schweren Panzern rollen, dann hätten Sie sich Ihren Kommentar erspart.
Die Leute wären bestimmt froh, wenn am Abend beim Fernsehen nicht ständig Tieflader vorbei poltern würden.

Außerdem wiegen Panzer im Allgemeinen zwischen 40 und 60 Tonnen, was den ohnehin schon zum Teil maroden Straßen ebenfalls Gut tun würde.

Thorsten Pfeiffer vor 4 Wochen

Und dafür müssen in Thüringen die Lehrlinge Ihre Ausbildung selber bezahlen mit Lehrgeld. Da ist kein Pfenning da, aber für ne extra Bahn Anbindung da die 20 km zu weit sind. Die Panzer müßten so oder so verladen werden. Der Bund hat doch Geld ohne Ende.

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