Kyffhäuserkreis Kritik in Sondershausen: Keine Hilfe für Senioren bei Impf-Anmeldung

Ältere Menschen werden als erstes gegen Corona geimpft. Doch bei der Anmeldung per Telefon oder über das Online-Portal hapert es. Gerade Senioren sind mit dem System oftmals überfordert und fühlen sich im Stich gelassen.

Eine Spritze in den Oberarm
Termin beim Impfen (Symbolfoto). Bildrechte: imago images / ANE Edition

In Sondershausen gibt es Kritik über die fehlende Hilfe für Senioren bei der Impf-Anmeldung. Die Behindertenbeauftragte Kathrin Schlegel sagte im Stadtrat, die zu Hause lebenden Senioren hätten Probleme mit Telefon und Computer. Pflegedienste hätten keine Zeit, bei der Anmeldung zu helfen.

Schlegel zufolge ist außerdem unklar, wie die Sondershäuser Senioren zur Impfstelle nach Bad Frankenhausen gelangen sollen. Taxi-Unternehmen würden Menschen mit Pflegegrad drei und vier nicht transportieren, meinte sie. Bei diesen Pflegestufen handelt es sich um schwere und schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit. In Sondershausen leben nach Angaben der Behindertenbeauftragten besonders viele alte Menschen.

Impfung 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Do 21.01.2021 19:00Uhr 01:32 min

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Impfungen: Probleme bei der Terminvergabe

Die Probleme bei der Impf-Anmeldung sind nicht neu. Viele Menschen beklagen, dass sie telefonisch nicht durchkämen und lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssten. Die zuständige Kassenärztliche Vereinigung rät, Geduld mitzubringen und es mehrfach zu probieren. Täglich gingen zuletzt 7.000 Anrufe ein.

Kassenärztliche Vereinigung Thüringen: 03643 - 4950490

Auch über das Online-Portal konnten zweitweise keine Termine ausgemacht werden. Das lag daran, dass alle verfügbaren Impfdosen zeitweise vergeben waren.

Auch die Anfahrt zu den Impfzentren sorgt für Probleme. Gerade für Ältere in ländlichen Regionen ist es schwierig, die Zentren zu erreichen. Zuletzt wurden Forderungen laut, die Kosten für Taxifahrten zur den Corona-Impfzentren zu übernehmen.

Einen landesweiten Shuttle-Service gibt es in Thüringen nicht. Das Gesundheitsministerium begründete dies mit der Infektionsgefahr beim Zusammentreffen mehrerer Menschen in Bussen. Bei Transportfragen sollen sich Impfwillige an ihre Krankenkasse wenden. Einige Krankenkassen erstatten die Fahrtkosten, wenn die Versicherten nachweisen können, dass sie in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 22. Januar 2021 | 12:30 Uhr

6 Kommentare

Hans Frieder leistner vor 11 Wochen

Bei diesem Problem wird sehr viel nicht beachtet. Die Pharmaunternehmen haben auch nur begrenzte Kapazitäten um Impfstoffe zu produzieren. Das geht ja nicht wie das Semmelbacken. Die Seren, die bei -70 Grad gelagert werden müssen, kann man nicht beliebig in jede Arztpraxis liefern. Und wer garantiert oder übernimmt die Haftung, wenn nach so schneller Entwicklung doch Nebenwirkungen auftreten? In Kalifornien wurden schon 350000 Portionen Impfstoff wieder zurückgezogen. So sicher ist das Alles nämlich noch nicht. Warum sind Pflegekräfte so zurückhaltend? Die sind doch in der Umgebung der
Kranken.

Lyn vor 12 Wochen

Critica,

Das ist mir schon aufgefallen.
Bei der Zahl ist eine hübsche Spritze zu sehen.

Ob dann irgendwann eine Zahl derer dazu kommt, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht geimpft werden?

Critica vor 12 Wochen

Lyn, Hauptsache die Zahlen stimmen. Die "magische" Zahl ist jetzt nicht mehr die der "Neuinfizierten", sondern die der "Geimpften". Passen Sie gut auf...


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