Umbaumaßnahmen Kyffhäuserdenkmal soll zum Lernort ausgebaut werden

Das Denkmalgelände im Kyffhäusergebirge soll zum Besuchermagneten werden. Der Kyffhäuserkreis habe sich auf die Fahne geschrieben, das Areal weiterzuentwickeln, sagte Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD). Eine neue Stiftung will sich künftig um das Wahrzeichen und das umliegende Gelände kümmern. Die Sehenswürdigkeiten sollen nicht nur Touristen anziehen, sondern auch Schüler und Studenten.

der Kyffhäuser von oben
Durch den Umbau soll das Kyffhäuserdenkmal attraktiver werden. Bildrechte: MDR

Das Kaiserdenkmal und das Plateau, auf dem es sich befindet, sollen zum Besuchermagneten werden. Das ist das Ziel einer im März gegründeten Stiftung. Die Kyffhäuser-Stiftung hat ihre Arbeit bereits aufgenommen und wird zusammen mit dem Landkreis die Sehenswürdigkeiten auf dem Kyffhäuser zu touristischen und pädagogischen Zwecken ausbauen. "Es soll ein Lernort von überregionaler Bedeutung entstehen", sagt die Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) MDR Thüringen. Die Geschichte des Ortes soll umfangreich aufgearbeitet werden. Das Areal rund um das drittgrößte Nationaldenkmal Deutschlands soll zu einem "Lernort der Demokratie" werden, so die Kommunalpolitikerin.

Millionenbetrag für geplanten Umbau

Dazu soll zuerst ein 80 Meter hoher Aufzug am Steilhang und ein neues Empfangsgebäude unterhalb des Geländes gebaut werden. Seit 2020 wird die Steilwand unterhalb des Kaiserdenkmals saniert. "Wenn der Hang gesichert ist, soll dort ein Aufzug nach oben führen und die Besucher barrierefrei nach oben bringen", erklärt die Landrätin. Außerdem soll ein neues Eingangsportal gebaut werden. Dieses erste Großprojekt soll in den kommenden drei Jahren realisiert werden.

Dies kostet bereits einen zweistelligen Millionenbetrag. Zu viel Geld für den Landkreis allein. Um die Pläne längerfristig verantworten zu können, wurde die Stiftung gegründet. Sie wird ab April 2024 auch den Betrieb des Kyffhäuser-Denkmals übernehmen. Dann läuft der Vertrag des derzeitigen Betreibers, der Kur und Tourismus GmbH Bad Frankenhausen, aus. Die Organisationsform sei gewählt worden, weil es durch die Gründung einer Stiftung möglich sei, Partner auf Landes- und Bundesebene an der Seite zu haben. Somit könnten die ehrgeizigen Pläne Wirklichkeit werden.

Der Kyffhäuser
Das Kyffhäuserdenkmal ist legendär, aber in die Jahre gekommen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Völkerschlachtdenkmal als Vorbild

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig sei ein Vorbild gewesen, so Antje Hochwind-Schneider. Das sächsische Wahrzeichen wird ebenfalls von einer Stiftung unterstützt. Über diese Organisationsform könnten sich regionale wie überregionale Mitstreiter vernetzen und "die gemeinsame Aufgabe erfüllen." Derzeit unternehme die Kyffhäuser-Stiftung erste Schritte, um diese Vorhaben längerfristig unterstützen zu können. Demnächst werden sich ein fünfköpfiger Vorstand und ein Gremium aus regionalen Einrichtungen konstituieren.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. März 2021 | 13:30 Uhr

5 Kommentare

Graf von Henneberg vor 28 Wochen

"Es soll ein Lernort von überregionaler Bedeutung entstehen", sagt die Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD)....meint die Dame.
Mißachtend, daß diese Lernort schon über 100 Jahre existiert. Für den, der Lernen will und kann.
Das Geld und die "Technisierung" des Denkmals kann und wird niemanden helfen die deutsche Geschichte seit Karl dem Großen bis zur Abdankung dieses Habsburgers zu begreifen.
Ob die Leute wissen, wenn diese dann mit einem Aufzug hochfahren, das der "Barbarossa" ein Stauffer war (ist)? Und nichts - aber rein gar nichts mit den Hohenzollern des letzten dt. Reiches, dem ein Kaiser vorstand, zu tun hatte? Das hlg. römische Reich deutscher Nation hat 1806 aufgehört zu existieren. --- Die Leute werden das alles, wenn sie es gehört haben wieder vergessen. Weil sie nicht in der Lage sind, aus der Geschichte zu lernen.

Kyffhaeuser vor 28 Wochen

Vorweg, zum Denkmal, es ist geschichtsträchtig, beeindruckend und hat eine schöne Lage, aber das war es dann auch schon. Hier wird zum X-ten mal durch die Politik und ihre Würdenträger versucht Steuergeld zu vernichten, mit aller Macht und völlig plan- und sinnlos. Zuerst der sogenannte Geolift, gestorben ! Zum Glück dachten alle normal Denkenden im Kyff Kreis, aber nein nun soll es ein Schrägaufzug werden und Geo Park und und und. Das alles braucht kein Mensch. Das Denkmal ist einfach nicht mehr zeitgemäß und für Jüngere unter 40 interessiert sich dafür keine "Sau", schon gar keine Kinder und Jugendlichen. Wen bitte schön will man mit dem Millionengrab dort anlocken ?? die umliegenden Bewohner ?? schon mal festgestellt, dass die gesamte Region extrem überaltert und dünn besiedlt ist ?? Dann der Vergleich mit dem Völkerschlachtsdenkmal und Leipzig - ein Witz ! dort wohnen im Umkreis ca. 1 Million ! und davon können 500.000 mit der Straßenbahn anreisen.

Graf von Henneberg vor 28 Wochen

Der alte Barbarossa,
der Kaiser Friederich,
im unterird’schen Schlosse
hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben;
er lebt darin noch jetzt.
er hat im Schloß verborgen
zum Schlaf sich hingesetzt.

Er hat hinabgenommen
des Reiches Herrlichkeit
und wird einst wiederkommen
mit ihr zu seiner Zeit.

Der Stuhl ist elfenbeinern,
darauf der Kaiser sitzt;
der Tisch ist marmorsteinern
worauf sein Haupt er stützt.

Sein Bart ist nicht von Flachse;
er ist von Feuersglut,
ist durch den Tisch gewachsen,
worauf sein Kinn ausruht.

Er nickt als wie im Traume;
sein Aug‘ halb offen zwinkt,
und je nach langem Raume
er einen Knaben winkt.

Er spricht im Schlaf zum Knaben:
„Geh hin vors Schloß, oh Zwerg,
und sieh, ob noch die Raben
herfliegen um den Berg!

Und wenn die alten Raben
noch fliegen immerdar,
so muss ich auch noch schlafen
verzaubert hundert Jahr.

Mehr aus der Region Nordhausen - Sondershausen - Sangerhausen

Mehr aus Thüringen

Frau mit Dutt in Erfurter fußgängerzone 1 min
Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Jenny Scherf ist eine Pfarrerin ohne Kirche. Ihre Gemeinde sind die Menschen, die sie in den sozialen Medien trifft.

16.10.2021 | 14:45 Uhr

MDR THÜRINGEN Sa 16.10.2021 14:30Uhr 01:15 min

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/video-jenny-scher-online-pfarrerin100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video