Feuerwehr Erneut Erdfall im Kyffhäuserkreis - Straße zwischen Bottendorf und Donndorf abgesackt

Nach einem Erdfall im Kyffhäuserkreis bleibt die Verbindungsstraße zwischen Bottendorf und Donndorf bis auf weiteres gesperrt. Häuser sind ersten Angaben nach nicht betroffen. Bottendorf ist dem Thüringer Umwelt-Landesamt zufolge sehr stark durch Erdfälle gefährdet.

Ein Krater neben einer Straße.
Zwischen Bottendorf und Donndorf im Kyffhäuserkreis ist am Freitag die Straße abgesackt. Bildrechte: Feuerwehr Donndorf/Silvio Dietzel

Im Kyffhäuserkreis hat es zwischen Bottendorf und Donndorf einen Erdfall gegeben. Wie die Feuerwehr mitteilte, ist die Verbindungsstraße der beiden Ortsteile der Gemeinde Roßleben-Wiehe aktuell gesperrt. Der Erdfall war am Freitagabend entdeckt worden.

Bilder zeigen, dass ein Stück Straße abgesackt ist. Häuser sind nicht betroffen. Nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Roßleben bleibt die Straße auf unbestimmt Zeit gesperrt. Auch die nähere Umgebung darf nicht betreten werden. Der Erdfall müsse jetzt begutachtet werden. Es sei nicht auszuschließen, dass er sich ausbreitet.

Bürgermeister: Erdfall erschreckend groß

Der Bürgermeister von Roßleben-Wiehe, Steffen Sauerbier, sagte MDR THÜRINGEN, der Erdfall habe mit einem Durchmesser von etwa 20 Metern und einer Tiefe von rund fünf Metern "erschreckend groß".

Der Boden neben einer Straße in weggebrochen.
Der Erdfall sei rund fünf Meter tief, so Bürgermeister Steffen Sauerbier Bildrechte: Feuerwehr Donndorf/Silvio Dietzel

Bereits im Januar letzten Jahres hatte ein Erdfall in Bottendorf einen großen Schaden angerichtet. Dort wird mit Kosten von mindestens 300.000 Euro gerechnet, um den Trichter wieder zu verfüllen. Untersuchungen hatten einen Hohlraum in 30 Metern Tiefe identifiziert.

Erdfälle in Thüringen: Bottendorf besonders gefährdet

Nach Angaben des Abteilungsleiters Geologie und Bergbau vom Thüringer Umwelt-Landesamt, Lutz Katzschmann, gehört Bottendorf zu den durch Erdfälle am meisten gefährdeten Bereichen in Thüringen. Grund: Dort liegen Gipsgesteine sehr nah an der Erdoberfläche. 

Diese Gipsgesteine würden von Gewässern von der Bottensteiner Höhe ständig gespült und lösten sich im Untergrund deshalb immer weiter auf. Ende vergangenen Jahres wurden deshalb zwei Erdfallpegel im Ort installiert, um die Anwohner im Gefahrenfall zu warnen. Ob dies nun bei dem erneuten Erdfall funktioniert hat, ist noch nicht klar.

MDR (fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Juni 2022 | 11:00 Uhr

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