Oldisleben Museum und Gastronomie: Stiftung will Zuckerfabrik zum Leben erwecken

Eine neue Stiftung will sich künftig um die einstige Zuckerfabrik in Oldisleben kümmern. Wie der Geschäftsführer der Stiftung, Peter Meinecke, MDR THÜRINGEN sagte, soll das Technische Denkmal zum touristischen Ausflugziel in der Region ausgebaut werden. Geplant sind ein modernes Museum und ein gastronomischer Betrieb. Mit Gründung der "Stiftung Kulturgut Zuckerfabrik Oldisleben" gehört das nach der Wende stillgelegte Werk nicht mehr zum Südzucker-Konzern.

Ein Traktor fährt an der Zuckerfabrik Oldisleben vorbei.
Noch funktionstüchtige Maschinen aus dem 19. Jahrhundert: Zuckerfabrik in Oldisleben. Bildrechte: dpa

Der Zuckerhersteller aus Baden-Württemberg hatte die Fabrik in eine gemeinnützige Stiftung überführt, um ihren Erhalt zu gewährleisten. Bisher verfügt die eigenständig agierende Stiftung über ein Startkapital im sechsstelligen Bereich. Peter Meinecke sagte, zunächst müssten weitere Gelder eingeworben und ein Konzept für die Neunutzung erstellt werden.

Letzte Zuckerkampagne im Jahr 1990

Die historische Zuckerfabrik stammt aus der Frühphase der Industrialisierung. In dem denkmalgeschützten Gebäude befinden sich teilweise noch intakte Originalmaschinen aus dem 19. Jahrhundert, die bis heute funktionieren. Die letzte Zuckerrübenkampagne zur Herstellung von Weißzucker war Ende 1990 gefahren worden.

Nach der Stilllegung wurden mehrere Millionen Euro in die Restaurierung gesteckt, die unverändert weiterläuft. Doch den Ausbau zum Museum hätte der Südzucker-Konzern als gewinnorientiertes Unternehmen nie angestrebt, so Peter Meinecke. Das wolle nun die Stiftung übernehmen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten regional | 28. Oktober 2021 | 19:30 Uhr

2 Kommentare

Nelke vor 5 Wochen

Vor der Währungsunion profitierten Konzerne im Westen hervorragend von äußerst preiswerten Importen aus der DDR. Nach Einführung der D-Mark wurde schnell eine wirksame "Marktbereinigung" durchgesetzt Dies betraf auch die Zuckerfabriken, die wie im Beispiel schon das Jahr 1991 nicht mehr überlebten- nicht nur unmodernisierte alte Klitschen, sondern auch der bessere Teil des "Portfolios". Danach gab es Industrieförderung für den Aufbau der fünf verbliebenen Großfabriken. Heute schlägt die "Globalisierung" mit der "Marktöffnung" und Abschaffung der Zuckerquote (garantierter Anteil aus einheimischer Zuckerrübenproduktion) durch und trifft den Zuckerrübenanbau. "Marktfreiheit" nützt im globalen Imperium nur wenigen und schadet vielen.

Graf von Henneberg vor 5 Wochen

Museum und Gastronomie - Bestrebungen zur wertschöpfenden Nutzung (nicht nur dieses Anwesens) sind nicht mehr zeitgemäß

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