E-Commerce Junge Unternehmerin aus Sondershausen verkauft "Herzensprodukte" im Internet

Auf der Suche nach einem geeigneten Geschenk für ihre Freundin kam Nina Schönfeld die Idee, einen eigenen Onlinehandel zu gründen. Nach einer persönlichen Krise krempelte sie ihr Leben um. Heute lebt sie ihren Traum vom eigenen Geschäft und verkauft im Internet Dinge, die von Herzen kommen sollen.

Nina Schönfeld aus Sonderhausen hat ihren eigenen Online-Handel eröffnet.
Nina Schönfeld hat sich einen Traum erfüllt. Vor kurzem gründete sie einen kleinen Onlinehandel mit ausgewählten Geschenkartikeln. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Etwas ganz eigenes auf die Beine stellen - davon träumen viele Menschen. Raus aus dem alten Job, rein in die Selbstständigkeit. Endlich sein eigenes Ding machen. Bei Nina Schönfeld aus Sondershausen war es ein längerer Prozess, bis sie allen Mut zusammen genommen und ihr Unternehmen gegründet hat. In ihrem "Online-Lädchen", so bezeichnet die 31-Jährige ihren Onlinehandel, verkauft sie "Herzensprodukte". Nach diesen hat sie auch ihre Firma genannt.

Es handele sich um "schöne Dinge", Gegenstände, die man gern um sich herum habe und genauso gern an Freunde verschenke. Dekoartikel, Bücher, Taschen und Kleinwaren wie Schlüsselanhänger und vieles mehr. Es seien Produkte, die insbesondere Frauen interessieren.

Suche nach passendem Geschenk brachte die Idee

Auf die Idee kam Nina Schönfeld, als sie ein Geschenk für eine Freundin gesucht hatte. Es sollte etwas Besonderes sein. Etwas, dass sie nicht im städtischen Einzelhandel finden konnte. Und im Internet dann auch nicht so richtig. Die Suche nach dem passenden Geschenk fiel der jungen Frau schwer. Sie dachte sich, es bräuchte einen kleinen, übersichtlichen Onlineshop mit ausgewählten, "besonderen" und wertigen Artikeln. Aus der Idee wurde mehr: Nina Schönfeld wollte den Shop selbst gründen.

Nur war da noch ihr Job. Über drei Jahre arbeitete die studierte Medienmanagerin in einem Erfurter Unternehmen. Sie pendelte von dem Sonderhäuser Ortsteil Bebra nach Erfurt, täglich war sie zwei Stunden unterwegs. Die Fahrerei saugte ihr die Kraft aus, wie sie erzählt. Sie sei zunehmend unzufrieden mit ihrer Lebenssituation geworden. "Ich habe in meinem alten Job nicht mehr viele Möglichkeiten gesehen, mich weiterzuentwickeln", sagt Nina Schönfeld. Für eine Weile war sie wie festgefahren und dabei träumte sie von ihrem eigenen Unternehmen.

Nina Schönfeld aus Sonderhausen hat ihren eigenen Online-Handel eröffnet.
Nina Schönfeld nahm ihren Mut zusammen und krempelte ihr Leben für ein eigenes Unternehmen um.   Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Schicksalsschlag trifft Sonderhäuserin

Mit dem Pandemiebeginn wurde ihr schließlich die tägliche Fahrerei erspart. Im Homeoffice arbeitete sie weiter in ihrem Job und versuchte nebenbei, den Onlineshop zu entwickeln. Nun machte sie zwei Sachen auf einmal, was sie noch unglücklicher werden ließ. Der im Grunde sichere Job als Managerin habe sich nicht mehr richtig angefühlt. "Irgendwann konnte ich mich selbst nicht mehr leiden", sagt die junge Frau. Erst als sie schwanger wurde, seien gute Gefühle, so etwas wie Hoffnung zurückgekommen. Doch nach kurzer Zeit der Schock: Sie erlitt eine Fehlgeburt. "Es hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen." Sie selbst sagt, dass sie sich währenddessen in einer tiefen seelischen Krise befunden habe.

Geschäft seit einigen Wochen online

Das ungewollte Ende der Schwangerschaft bewegte die junge Frau schließlich zum Umdenken. An diesem Punkt in ihrem Leben wollte sie nun endlich etwas ändern. Nicht länger unzufrieden sein, nicht länger etwas machen, was nicht zu ihr passt. Nina Schönfeld wollte sich nun selbst verwirklichen und etwas Eigenes aufbauen. Gesagt, getan. Sie kündigte ihren Job und trieb das Geschäft mit den Geschenkartikeln weiter voran. Seit sechs Wochen ist die junge Frau nun Inhaberin eines "Onlinelädchens". Jetzt lebt sie ihren Traum und kümmert sich tagtäglich um ihr Geschäft mit über hundert "schönen Dingen".

Quelle: MDR THÜRINGEN

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