Bad Frankenhausen Schiefer Turm soll Touristenattraktion werden

Er ist schiefer als der Schiefe Turm von Pisa - und soll zu einer Touristenattraktion ausgebaut werden: der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen. Laut Wirtschaftsministerium stellt das Land Thüringen dafür 10,5 Millionen Euro bereit.

Turm soll bis 2025 für Gäste zugänglich sein

Mit dem Geld soll der Turm, der aktuell noch polizeilich gesperrt ist, bis zur Thüringer Landesausstellung 2025 für Gäste zugänglich gemacht werden. Wie Bürgermeister Matthias Streijc MDR THÜRINGEN sagte, sollen Besucher dann auf den 56 Meter hohen Turm steigen können. Geplant ist außerdem, das Kirchenschiff der Oberkirche zu sanieren, ein Besucherzentrum zu errichten und die den Turm umgebene Freifläche zu gestalten.

Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen im Kyffhäuserkreis
Ein Turm schiefer als das Wahrzeichen von Pisa: Der Kirchturm von Bad Frankenhausen hat eine Neigung von 5,42 Grad am Schaft und 4,76 Grad an der Spitze. Bildrechte: dpa

Der Kirchturm von Bad Frankenhausen hat eine Neigung von 5,42 Grad am Schaft und 4,76 Grad an der Spitze. Damit ist er schiefer als der etwa gleich hohe, weltberühmte Turm von Pisa, der circa 3,97 Grad Neigung aufweist. Die unterschiedlichen Neigungswinkel ergeben sich daraus, dass die Turmspitze im 18. Jahrhundert bei einer Erneuerung gegenläufig schief aufgesetzt worden war.

Als Grund für die Schiefstellung werden vom Förderverein Oberkirche Bad Frankenhausen zwei Gründe angeführt: zum einen die Bodenzusammensetzung aus Karst- und wasserlöslichem Gipsgestein. Ein weiterer Einflussfaktor wurde bei Probebohrungen gefunden: In etwa 30 Metern Tiefe gibt es einen Soleeinfluss, der den Untergrund zusätzlich weniger stabil macht.

Mit Stützkonstruktion gesichert

In der Vergangenheit war immer wieder über einen Abriss des 1382 erbauten Turms diskutiert worden. 2014 hätte Bad Frankenhausen sein Wahrzeichen beinahe verloren, weil es sich gefährlich weiter neigte. Geld für die kostspielige Sanierung fehlte. Mithilfe von Spenden und Bundesmitteln konnte es aufgebracht werden, 2016 wurde der Turm schließlich mit einer Stützkonstruktion dauerhaft gesichert. Mehr als eine Million Euro flossen in die Arbeiten.

MDR (ask/uka)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 31. Januar 2022 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Harka2 vor 33 Wochen

Bad Frankenhausen hat das Problem, dass es mitten im Niergendwo liegt. Man kommt nicht hin, man kommt nicht weg. Industrie gibt es schon lange nicht mehr und das Panorama-Gemälde ist bestenfalls ein Insider-Tipp. Das Kyffhäuserdenkmal ist eine gefühlt ewige Dauerbaustelle, der Fernsehturm für immer zu und das Gebirge ist eher als Rennstrecke für die Knieschleiferfraktion der Motorradfahrer bekannt und nicht als Wandergebiet. Die Barbarossahöhle kennt kaum einer und die touristische Vermarktung von allem hat seit FDGB-Zeiten nichts dazu gelernt. In den gebrauchten Bundesländern kennt das alles kein Mensch.

part vor 33 Wochen

Wenn ausreichend Touristen auf der anderen Seite in Gruppen zum Hüpfen angeregt werden, dann sollte sich doch etwas bewegen. Trotzdem, diese Attraktion, der schöne Ort und das Panorama-Gemälde wurden zu lange nicht ausreichend touristisch vermarktet, denn neben der Therme und dem Sohle-Bad hat der Ort auch eine historische Vergangenheit, die seit 1990 allzu gern unter den Tisch gekehrt wird. Was wahrscheinlich noch fehlt, sind ausreichend Hotels und Unterkünfte. In der Nähe befinden sich andere historische Orte, mit denen eine Vermarktungsstrategie begründet werden könnte.

Harka2 vor 33 Wochen

Der schiefe Turm zu Pisa hat übrigens auch einen Knick. Die obersten Etagen wurden der schon beim Bau auftretenden Neigung gegenüber angepasst.

Mehr aus der Region Nordhausen - Sondershausen - Sangerhausen

Mehr aus Thüringen