Corona-Pandemie Nordhausens Landrat fordert Aufhebung der Corona-Regeln für Kreise mit niedriger Inzidenz

Hände waschen, Maske und Abstand - das ist alles, was von der Pandemie in Nordhausen Ende Oktober übrig bleiben soll. So fordert es zumindest Landrat Matthias Jendricke (SPD) für seinen Kreis. Dort, wo Impfquoten hoch und Inzidenzen niedrig sind, sollen nur noch die AHA-Regeln gelten.

Schild mit der Aufschrift "Zutritt nur nach 2G-Regel"
"Zutritt nur nach 2G-Regel" - geimpft oder genesen. Solche strengen Regeln sollen laut dem Landrat von Nordhausen in Kreisen mit niedrigen Inzidenzen und hoher Impfquote fallen. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Der Nordhäuser Landrat Matthias Jendricke (SPD) fordert für seinen Landkreis einen sogenannten Freedom Day. Bei der anstehenden Überarbeitung der landesweiten Corona-Verordnung müsse das Thüringer Gesundheitsministerium Regionen mit hoher Impfquote und niedrigen Infektionszahlen "aus der Regelwut entlassen", sagte Jendricke MDR THÜRINGEN. Aus seiner Sicht habe sein Landkreis dank hoher Impfzahlen bei den Erwachsenen die Herdenimmunität erreicht.

Für Bevölkerung sollen nur noch Grundregeln gelten

Allgemeine Hygieneregeln und Masken reichten beim Einkaufen und im Nahverkehr völlig aus. Er schlage deshalb den 31. Oktober als "Freedom Day" vor. Für Landkreise mit einer Impf- und Genesenenquote von zwei Dritteln der gesamten Bevölkerung sollten nur noch Grundregeln gelten, ohne gesonderte Festlegungen für Freizeiteinrichtungen, Gastronomie, Beherbergung und so weiter, sagte Jendricke. Das wolle er dem Land vorschlagen.

Nordhausens Landrat Matthias Jendricke mit Mundschutz-Masken
Nordhausens Landrat Matthias Jendricke (SPD) Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Jendricke: Landesregierung ist "chaotischer Partner"

Jendricke kritisierte zudem die Landesregierung in der Pandemie als "chaotischen Partner", der nicht helfe, sondern eher hemme. Mit fast 64 Prozent hat der Landkreis Nordhausen in Thüringen die dritthöchste Impfquote. In der Altersgruppe von 18 bis 59 Jahren sind zwei Drittel vollständig gegen Corona geimpft, bei den über 60-Jährigen sogar mehr als 83 Prozent. Gleichzeitig war die Inzidenz (56) am Dienstag die niedrigste im Freistaat.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. Oktober 2021 | 11:00 Uhr

3 Kommentare

Harka2 vor 5 Wochen

Thüringen belegt inzwischen bundesweit Spitzenplätze in Sachen Coronainfektionen, der Nachbarlandkreis von Nordhausen ist tiefrot auf der Infektionslandkarte, aber ein Politiker findet, man soll so tun, als wäre alles supi. Keine 10 km von der Stadtgrenze Nordhausens aus steht der Kyffhäuserlandkreis auf Corona-Warnstufe 3!!! Schaut Herr Jendricke auch mal aus dem Fenster oder weis er überhaupt, wo seine Mitarbeiter denn so wohnen?

Weisskopf vor 5 Wochen

Wir ziehen um den Landkreis Nordhausen am besten eine Mauer keiner rein keiner raus. Es ist einfach nur lächerlich was ihr Herr Jendricke von sich gibt ,naja er will ja wieder gewählt werden. An die Kinder denkt er nicht ,getestet wird ja nicht aber tolle Quarantäne, da kann man seine Inzidenz niedrig halten.

martin vor 5 Wochen

Wie entwickelt sich doch gleich die Infektionslage im LK Nordhausen? Oder meinte der Landrat "Freiheit für das Virus"?

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