Fahrplanwechsel "Geisterzug" hält jetzt doch in Thüringen

Täglich fuhr er von Nordhausen nach Göttingen ohne einen einzigen Halt in Thüringen. Dank Fahrplanwechsel gibt es für den "Geisterzug" nun jedoch einen Stopp im Freistaat.

Die als "Nordthüringer Geisterzug" bekanntgewordene Regionalbahn hält nach dem neuen Winterfahrplan der Bahn ab Montag auch in Thüringen - konkret in Ellrich. In diesen Zug konnten bisher Fahrgäste erst in Walkenried in Niedersachsen einsteigen. An allen Thüringer Unterwegsbahnhöfen stoppte der Zug bisher nicht.

Wegen der geringen Fahrgastzahl waren dem Thüringer Infrastrukturministerium Halte im Freistaat aufgrund der damit verbundenen Stationsgebühren zu teuer.

Zustieg in Nordhausen nicht möglich

Der Zug startet wie bisher auch wochentags um 4:30 Uhr in Nordhausen. Abfahrt in Ellrich ist täglich um 4:58 Uhr. Ein Zustieg in Nordhausen ist aber nach wie vor nicht möglich. Reisende Richtung Göttingen können stattdessen eine wenige Minuten später startende Regionalbahn nehmen.

Laut Fahrplan müssen die Fahrgäste dann jedoch zweimal umsteigen. Ein Sprecher des Infrastrukturministeriums begründete dies mit der geringen Nachfrage für die direkte Verbindung.

Stationsgebühren von 16.000 Euro

Laut Thüringer Ministerium für Infrastruktur belaufen sich die Kosten für den Halt des Zuges in Thüringen auf etwa 16.000 Euro pro Jahr. Zahlungspflichtig wäre demnach das Verkehrsministerium als Besteller des Zug-Haltes. Empfängin der Zahlung sei die Deutsche Bahn.

Quelle: MDR(nis/seg)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02. Februar 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Christoph_Strebel vor 27 Wochen

Das Modell mit den Stationsgebühren muss überarbeitet werden. Der Steuerzahler hat die Stationen schon längst bezahlt. Das Geschäft zwischen den Anstalten und Gebietskörperschaften kann keiner verstehen.

part vor 27 Wochen

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