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Plakate der Kandidaten hängen im Landkreis. Am Sonntag wird in Nordhausen der Landrat oder die Landrätin gewählt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kandidatencheck

Landratswahl Nordhausen: Drei Kandidaten im "Wahlkämpfchen"

von Armin Kung, MDR THÜRINGEN

Stand: 23. April 2021, 21:19 Uhr

Während Deutschland über die Corona-"Notbremse" diskutiert, wird am 25. April im Landkreis Nordhausen gewählt. Die SPD, CDU und die Linke haben eigene Kandidaten ins Rennen geschickt. Die Wähler entscheiden, ob der alte Landrat im Amt bleibt, oder jemand Neues seinen Platz einnimmt.

Keine Hände schütteln auf dem Bürgersteig, keine politischen Reden vor Publikum und auch keine Grußworte bei Vereinen - der Wahlkampf in Nordhausen war still. Die Wahlplakate der drei Kandidaten Jeanette Goedecke (CDU), Matthias Jendricke (SPD) und Matthias Marquardt (Linke) hängen vereinzelt an den Straßen. Ansonsten war es im zweiten Corona-Jahr leicht, die Landratswahl zu übersehen.

Trotzdem wird am Sonntag entschieden, wie es im Kreis Nordhausen politisch weitergeht. Amtsinhaber Matthias Jendricke tritt zum zweiten Mal an. Jendricke war seit Mai 2015 im Amt. In seine Zeit fielen zwei große Krisen, die erhebliche Auswirkungen auf die Kommunalpolitik haben: die Flüchtlingskrise und die Corona-Pandemie.

SPD-Landrat Jendricke wirbt mit Investitionskurs

Matthias Jendricke (SPD). Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Jendricke sorgte jüngst mit seinem Modellprojekt landesweit für Schlagzeilen. Medienwirksam ließ er in den Wochen vor der Wahl die Geschäfte öffnen - auch aufgrund der niedrigen Inzidenz im Landkreis. Trotzdem wirbt Jendricke nicht mit seiner Corona-Politik, sondern mit einem offensiven Investitionskurs. Er versprach bei einem der wenigen Wahlkampftermine, in den nächsten Jahren 200 Millionen Euro im Landkreis zu investieren.

Ein bekanntes Projekt ist etwa das Harzer Hexenreich, ein großer Aussichtsturm, der im Südharz geplant ist. „Ich konnte in meiner Amtszeit die sinnlose Sparpolitik beenden und bis zu 90 Prozent Fördermittelanteile einsammeln“, sagte er MDR THÜRINGEN. Dass ihm als Landrat die finanzielle Unterstützung der rot-rot-grünen Landesregierung für Landkreise zugute kam, daraus macht er kein Geheimnis.

CDU-Kandidatin Goedecke kritisiert fehlendes Breitband-Internet

Jeanette Goedecke (CDU). Bildrechte: Armin Kung/MDR Thüringen

Seine beiden Herausforderer stellen sich das erste Mal einer Landratswahl. Jeannette Goedecke (CDU) trat bereits zu Wahlen in der Kommunalpolitik an, allerdings bisher erfolglos. Sie war bis 2011 für einige Monate Bürgermeisterin von Niedersachswerfen, als Vertretung für das erkrankte Ortsoberhaupt. 2019 unterlag sie in einer weiteren Wahl.
Als Bankkauffrau bei der Kreissparkasse Nordhausen und CDU-Kandidatin will sie besonders die Wirtschaft und Unternehmen im Südharz unterstützen.

Sie kritisiert den Investitionsstau an den Schulen und fehlendes Breitband-Internet, das flächendeckend ausgebaut werden soll. Bei den jungen Wählern wirbt sie mit einem Jugendtaxi im Landkreis, das Kinder und Jugendliche jederzeit sicher nach Hause bringen soll.

Linken-Kandidat Marquardt will Spannungen zwischen Landratsamt und Rathaus beenden

Matthias Marquardt (Linke). Bildrechte: Armin Kung/MDR Thüringen

Der Kandidat der Linken arbeitet, wie die CDU-Kandidatin, ebenfalls bei der Kreissparkasse Nordhausen. Matthias Marquardt ist studierter Mathe- und Physiklehrer, heute Kundenberater. "Ich trete an, um endlich die Streitereien und Spannungen zwischen Landratsamt und Rathaus Nordhausen zu beenden", sagte er MDR THÜRINGEN. Als Landrat will er die Arbeitnehmerrechte im öffentlichen Dienst stärken und den Fachkräftemangel bekämpfen.

Marquardt betont, dass er die finanzielle Last der Kreisumlage auf die Kommunen im Landkreis Nordhausen reduzieren will. Außerdem will er den Gemeinden helfen, indem Fördermittel leichter zugänglich gemacht werden.

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 23. April 2021 | 06:00 Uhr

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