Biotechnik-Unternehmen expandiert Große Halle für kleine Röhrchen: Laborausrüster aus Nordhausen erweitert sein Firmengelände

Porträt Regionalkorrespondentin Franziska Gutt
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Nicht alle haben unter Corona gelitten: Wer Masken, Desinfektionsmittel und Laborprodukte herstellt, profitiert von der Pandemie. Wie das Unternehmen AHN Biotechnologie aus Nordhausen, das auf Medizinprodukte wie Pipettenspitzen spezialisiert ist. Durch Corona ist die Nachfrage erheblich gestiegen, so dass die Firma mehr Produktionsfläche benötigt.

Eine Laborarbeiterin hält mehrere Pipettenspitzen in der Hand.
Bei AHN Biotechnologie in Nordhausen werden unter anderem Pipettenspitzen und Laborgefäße aus Kunststoff produziert. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Auf dem Gelände der Firma AHN Biotechnologie im Süden von Nordhausen soll ein Campus entstehen. Das klingt fürs Erste nach Studieren und Forschen, nach jungen Studenten und Wissenschaftlern, die in Laboren experimentieren. Doch Forschung und Ausbildung ist nicht geplant, wenn von dem neuen Campus für Biotechnologie die Rede ist.

Das Areal des inzwischen mittelständischen Unternehmens soll um einen weiteren Neubau erweitert werden. Dieser und die bisherigen Lager- und Produktionshallen bilden dann zusammen den Campus.

Nordthüringer Produkte sollen in ganze Welt exportiert werden

AHN Biotechnologie stellt Labortechnik wie Pipettenspitzen her. Die kleinen Kunststoff-Röhrchen in allen denkbaren Größen sowie sonstige Sammelgefäße für biochemische Untersuchungen waren und sind wahre Verkaufsschlager in Corona-Zeiten. Die Firma aus Nordhausen wächst seit Jahren - aber die Pandemie hat 2020 und in diesem Jahr noch einmal für einen Schub gesorgt.

Daher will der Laborausrüster aus Nordthüringen, der seine Produkte zu 80 Prozent in die ganze Welt exportiert, seinen Standort vergrößern. Auch die Produktpallette soll wachsen: Zukünftig sollen in einer neuen Halle Petrischalen und Zellkultur-Flaschen übers Band laufen. "Es gibt einige neue Produktbereiche, die wir erschließen wollen", so der Nordhäuser AHN-Chef Torsten Buchwald.

Eine Produktionshalle des Unternehmens AHN Biotechnologie.
Der Laborausrüster aus Nordhausen will expandieren: nach Angaben der Geschäftsführung ist 2021 mit einem Jahresumsatz von 21 Millionen Euro zu rechnen. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Weitere Mittarbeiter werden gesucht

Er erzählt, dass die Corona-Zeit für die Firma und ihre Beschäftigten nicht einfach gewesen sei, "weil wir die Bedarfe auf dem Markt nicht decken konnten und das Verständnis der Kunden auch erst einmal reifen musste, dafür, dass wir nicht das Zehnfache liefern konnten." Die starke Nachfrage nach Laborausrüstung bedingt mehr Platz - schon allein deshalb, weil AHN im Laufe von zwei Jahren um die 80 Mitarbeiter neueinstellte. Waren es vorher rund 50 Mann die in dem Betrieb arbeiteten, sind es heute 130 Mitarbeiter. Und weiteres Personal wird gesucht: Verfahrensmechaniker, Mitarbeiter in der Produktion, im Vertrieb sowie im Lager- und Logistikbereich.

Laut Angaben von Torsten Buchwald und dem Investor Niels Neu, dem das Gewerbegebiet nahe der Bundesstraße 4 gehört, wird der Neubau um die 4.000 Quadratmeter groß sein und sechs Millionen Euro kosten. Mit dem Bau soll spätestens Anfang des kommenden Jahres begonnen werden – Ende 2022 soll das neue Produktions- und Verwaltungsgebäude bezogen werden.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL So 23.05.2021 19:00Uhr 01:51 min

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 15. September 2021 | 17:30 Uhr

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