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Zusammen erinnerten Stiftungsleiter Buchenwald-Dora Jens-Christian Wagner, Landtagspräsidentin Birgit Keller, Nordhausens Oberbürgermeister Kai Buchmann und Gedenkstättenleiter Karsten Uhl an die Opfer und die Befreiung von Dora. Bildrechte: MDR/Armin Kung

Nordhausen

Stilles Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora

von Armin Kung, MDR THÜRINGEN

Stand: 27. April 2021, 17:21 Uhr

Eine unterirdische Raketenfabrik für "V-Waffen" und das Prinzip Vernichtung durch Arbeit - das ehemalige KZ Mittelbau-Dora steht exemplarisch für die mörderische Zwangsarbeit im Nationalsozialismus. Am Montag wurde zum 76. Jahrestag der Befreiung des Lagers gedacht.

Für die meisten Häftlinge von "Dora" war der 11. April 1945 kein Tag der Befreiung. Die 40.000 Insassen wurden von SS-Wachmännern auf Todesmärsche durch das Reich getrieben. Erst die Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai beendete ihr Leiden, falls sie die Märsche überlebt hatten. Und dennoch wurde dieser Tag im April 1945, als amerikanische Soldaten das Lager bei Nordhausen befreiten, zu ihrem symbolischen Befreiungstag. Ein Tag der Erinnerung an die Gräuel der Nazis und ein Tag der Mahnung für die Zukunft. Daran erinnert Gedenkstättenleiter Karsten Uhl auf dem Platz vor dem ehemaligen Krematorium in seiner Rede.

Die Feier fand auf dem Gedenkplatz vor dem ehemaligen Krematorium des Lagers statt. Bildrechte: MDR/Armin Kung

Die Feierlichkeiten fanden in diesem Jahr still und im kleinen Kreis statt. Überlebende des Lagers konnten wegen der Corona-Pandemie nicht anreisen, wie schon vergangenes Jahr. Die geschlossene Gedenkfeier wurde dafür aufwändig mit Kameras per Livestream übertragen.

Mahnung in die Gegenwart

Auf dem Platz vor dem ehemaligen Krematorium erinnerte auch Thüringens Landtagspräsidentin Birgit Keller an die Befreiung des KZ. Die Nordhäuserin nimmt seit 1990 jedes Jahr an dem Gedenken teil.

Landtagspräsidentin Birgit Keller erinnerte in ihrer Rede vor den Gefahren des Rechtsextremismus in Deutschland, Europa und den USA. Bildrechte: MDR/Armin Kung

Sie mahnte, dass die Erinnerung an die Geschichte des Lagers und der Gräueltaten des Nationalsozialismus von großer Bedeutung ist, wenn Reichskriegsflaggen und Judensterne auf heutigen Demonstrationen gezeigt werden. Sie erinnerte an den seit Jahren grassierenden Rechtsextremismus in Deutschland, Europa und den USA.

Mehr als 20.000 Tote im KZ Mittelbau-Dora

"Dora" wurde im August 1943 als Außenlager des KZ Buchenwald errichtet. Durch den Abzug der Raketenanlagen an der Ostsee mussten Häftlinge im Kohnstein bei Nordhausen eine Stollenanlage zur Raketenfabrik ausbauen. Die Menschen wurden aus allen Teilen Europas nach Nordhausen verschleppt. Mindestens 60.000 Häftlinge wurden dazu gezwungen. Mehr als 20.000 von ihnen starben.

Historische Luftaufnahmen vom Konzentrationslager Mittelbau-Dora nahe Nordhausen vom 22.07.1945. Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. April 2021 | 14:00 Uhr

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