Regionaler Nahverkehr Mobilitätswoche im Kreis Nordhausen: Bus-Gespräche mit Stadt- und Landbewohnern

Porträt Regionalkorrespondentin Franziska Gutt
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Was muss sich ändern, damit die Bewohner der Südharz-Region häufiger in die Busse und Bahnen der regionalen Verkehrsbetriebe steigen? Das wollten die Stadt und der Kreis Nordhausen am Donnerstag bei den "Bus-Gesprächen" in Bleicherode, Heringen und Nordhausen wissen - von Fahrgästen und Menschen, die die öffentlichen Verkehrsmittel gar nicht nutzen. Das Angebot war Teil der Mobilitätswoche. Die Aktionswoche soll Bürger näher an den ÖPNV heranführen.

Mehrere Menschen unterhalten sich vor einem Bus.
Auf öffentlichen Plätzen in Bleicherode, Heringen und Nordhausen suchten Stadt und Kreis nach neuen Impulsen für den ÖPNV der Zukunft: Janette und Andreas Gerhardt aus Heringen zeigten sich zufrieden mit dem Verkehrsangebot der Region. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Bus und Straßenbahn fahren für einen Euro, das halten Janette und Andreas Gerhardt aus Heringen für eine super Sache. "Davon wussten wir gar nichts. Hätten wir das eher erfahren, wären wir diese Woche auch öfter gefahren", so Janette Gerhardt. Sie meint, dass sie und ihr Mann sehr zufrieden mit dem regionalen ÖPNV-Angebot seien. "Die Verbindung von Heringen nach Nordhausen ist gut. Hier fährt jede Stunde ein Bus", sagt sie.

Ein Auto besitzt Familie Gerhardt nicht, im Ort fahren sie mit dem Fahrrad. Für Arztbesuche, Arbeit und Einkaufen steigt das Paar mit seinem kleinen Sohn Lion in den Bus.

Antworten und Anregungen gesucht

Offensichtlich sind die Gerhardts glückliche Kunden der Nordhäuser Verkehrsbetriebe. Auf Nachfrage während der Bus-Gespräche am Donnerstagnachmittag in Heringen haben sie einfach nichts zu meckern. Dabei war es für die Ansprechpartner von Stadt und Landkreis auf dem Supermarkt-Parkplatz nicht leicht, ein Feedback von den Menschen zu bekommen. In Heringen reagierten die Leute verhalten auf das Gesprächsangebot der Nordhäuser Verkehrsbetriebe.

Die erste Station war Bleicherode - vormittags während des Wochenmarkts hätten sich zahlreiche Bus-Gespräche ergeben, sagt Marcel Hardrath, ÖPNV-Koordinator des Landkreises Nordhausen. In Bleicherode habe sich die Kritik der Bürger beispielswiese auf die Fahrzeiten oder auf die lückenhafte Verknüpfung der Verkehrsmittel zwischen den Kreisen bezogen, sagt er.

Die Bus-Gespräche waren eine Premiere für die Stadt und den Kreis Nordhausen, die die Verkehrsbetriebe Nordhausen gemeinsam tragen. Auf öffentlichen Plätzen suchten sie nach Antworten und Anregungen von Nutzern und Nicht-Nutzern für den ÖPNV der Zukunft.

Bus hält an Bushaltestelle 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mo 13.09.2021 19:00Uhr 01:52 min

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Ein-Euro-Ticket für Stadt und Land

Ein weiteres Ziel sei laut Marcel Hardrath, neue Zielgruppen für die Busse und Bahnen der Region zu gewinnen. "Da die Schülerzahlen sinken, wird sich die Nutzergruppe des ÖPNV ändern. Schüler haben lange Zeit die größte Gruppe ausgemacht."

Das Ein-Euro-Ticket für Stadt und Land, das nur während der Mobilitätswoche gültig ist, käme relativ gut an, sagte Hardrath. Bis Mittwochabend wurden 1.000 Nutzer im Regional- und 1.700 Nutzer im Stadtverkehr gezählt - eine gute Bilanz. Der Verkehrsexperte meint, der Erfolg des günstigen Fahrscheins ist in dieser Woche an den Haltestellen der Busse und Bahnen zu beobachten.

Dort stünden mehr Menschen als sonst. "Das Gute ist, dass sie einfach mal nicht über den Tarif nachdenken müssen, sondern für einen Euro hinfahren können, wo sie wollen", so der ÖPNV-Beauftragte des Kreises.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 16. September 2021 | 19:30 Uhr

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