Nordhausen Brandanschlag auf israelische und deutsche Flagge am Rathaus

Wegen der Kämpfe zwischen Israel und palästinensischer Hamas sind in Deutschland die Sicherheitsmaßnahmen für jüdische Einrichtungen verstärkt worden. Wohl aus gutem Grund, wie antiisraelische Demonstrationen in einigen westdeutschen Städten zeigten. Im nordthüringischen Nordhausen verübten Unbekannte in der Nacht zum Freitag einen Anschlag auf die Flaggen Israels und Deutschlands. Die Tat wurde von Stadtverwaltung und Thüringer Landesregierung scharf verurteilt.

Bislang unbekannte Täter haben am Donnerstagabend in Nordhausen versucht, die am Neuen Rathaus gehissten Flaggen von Israel und Deutschland in Brand zu setzen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurden Brandsätze gegen die Fassade des Gebäudes am Markt geschleudert. Die Flaggen wurden nicht getroffen, jedoch blieb ein Brandsatz auf einem Sims an der Fassade liegen und brannte dort weiter. Dadurch wurde die Fassade leicht beschädigt. Anwohner hatten das Geschehen beobachtet und die Polizei gerufen.

Auf einem Sims an der Fassade des Neuen Rathauses in Nodhausen brennt ein Feuer.
Einer der noch brennenden Brandsätze auf einem Sims an der Fassade des Rathauses in Nordhausen. Bildrechte: MDR/Landespolizeiinspektion Nordhausen

Brandanschlag in Nordhausen: Polizei sucht Täter und Zeugen

Laut Polizei haben die bisherigen Ermittlungen Hinweise auf drei dunkel gekleidete, schlanke Personen ergeben, bei denen es sich um die Täter handeln könnte. Diese seien in Richtung Primariusgraben/Stadtmauer geflüchtet. Die Polizei bittet außerdem einen möglichen Zeugen, sich bei ihr zu melden. Dabei handelt es sich um einen etwa 40 Jahre alten Mann, der gegen 23:30 Uhr vom Kornmarkt her zum Rathaus lief. Zeugen können sich telefonisch bei der Polizei unter 03631 - 960 melden.

Das Neue Rathaus in Nordhausen mit den Flaggen Deutschlands und Israels an der Fassade
Die Flaggen waren aus Solidarität mit Israel gehisst worden. Bildrechte: MDR/Landespolizeiinspektion Nordhausen

Nordhausen pflegt seit Jahren eine Städtpartnerschaft mit Beth Shemesh in Israel. Anlässlich des Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel am 12. Mai 1965 hatte die Stadtverwaltung die Flagge Israels am Neuen Rathaus gehisst. Nun soll sie nach Angaben der Stadt "als Signal der Solidarität mit den Menschen in Israel und unserer Partnerstadt Bet Shemesh weiter über den 14. Mai - der Staatsgründung Israels - hinaus am Rathaus gehisst bleiben". Nordhausen zeige damit Haltung gegen Gewalt, Hass und Antisemitismus. Eine wehrhafte Demokratie dürfe diese Art der Gewalt weder dulden noch davor zurückschrecken.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte, Judenhass auf deutschen Straßen und vor Synagogen sei keine Israelkritik, sondern "blanker Antisemitismus". Das sei durch nichts zu rechtfertigen. Brennende israelische Fahnen seien die Vorboten von brennenden Synagogen.

Es ist unsere Verpflichtung, jüdisches Leben in Thüringen zu schützen.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr, epd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. Mai 2021 | 19:00 Uhr

214 Kommentare

Tacitus vor 4 Wochen

Der Nahost-Konflikt ist verfahren und kompliziert. Aber unabhängig davon empfinde ich es als eine Skandal, dass der deutsche Staat ständig einknickt bei antisemisitischen Exzessen von muslimischen Migranten, wie jetzt in Gelsenkrichen, Bonn, Münster, Berlin und früher bei dern Al Qds Demos.
Weder unser BP noch unser Außenminister noch ARD, ZDf haben da eine klare Sprache gefunden. Polizei und Justiz schon gar nicht.

Ernst678 vor 4 Wochen

Erstens, würden sie ihren Tagesschau-Horizont mal verlassen könnten Sie alles auch bei vielen internationalen Veröffentlichungen nachlesen die sich mit dem Nahost-Konflikt befassen. Ersatzweise, sozusagen als Einführung in Politische Hinterhältigkeit, können Sie ja mal mit dem Rockefeller-Report beginnen und sich zum erklärten Ziel der Hamas, der Vernichtung des jüdischen Staates, vorarbeiten.

Ritter Runkel vor 4 Wochen

Mit den Anhängern extrem rechter jüdischer Vereinigungen, die sich mit wohl nicht weniger aggressiven, hasserfüllten palästinensischen Jugendlichen prügelten, könnten die Vernünftigen ja noch eher fertig werden. Aber als dann der Hamas meinte, zur "Unterstützung" Bomben werfen zu müssen, und dann die Gegenseite die übliche Dinge geifert und ebenfalls
Bomben warf beiden Seiten ist ganz offensichtlich nicht daran gelegen, dass die vernünftigen Leute auf beiden Seiten miteinander reden, sich als Menschen mit allerlei völlig nachvollziehbaren Bedürfnissen und Wünschen sehen statt als zu einer homogenen Monstermasse vereinheitlichen Gefahr. Im Gegenteil. Und natürlich ist dieses Problem in allen möglichen Ausführungen rund um den Erdball zu finden. Widerwärtig. Aber niemals hoffnungslos!

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