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Im Gumpetal in Nordhausen wurden in kurzer Bauzeit moderne Mehrfamilienhäuser geschaffen. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

BauwesenWie Plattenbauten von heute aussehen: In Nordhausen entstanden 30 moderne Wohnungen aus Fertigteilen

von Franziska Gutt, MDR THÜRINGEN

Stand: 30. Juni 2021, 19:59 Uhr

Sie steht in fast jeder Stadt und war zu DDR-Zeiten das Symbol für modernes Wohnen. Warmes Wasser aus der Wand und Heizkörper statt Kohleofen - das hatte damals nicht jeder. Heute kehrt die Platte quasi zurück - und zwar mit dem schicken Namen "Serielles Bauen". In Nordhausen sind im Gumpetal zwei neue Häuser in so einer Fertigbauweise entstanden.

Modern sieht sie aus, die "Platte 2.0". Schlicht, rechteckig, große Fenster - in diesem Stil werden heute die meisten neuen Häuser gebaut. Und innen? Die Wohnungen sind modern geschnitten. Große Bäder, offene Küchen, jede Wohnung hat einen Balkon. Im Erdgeschoss sind die Wohnungen komplett barrierefrei. Nein - den zwei beige farbenen Häusern im Nordhäuser Gumpetal sieht man nicht an, wie sie tatsächlich gebaut wurden. Serielles Bauen nennt sich die Bauweise, die die Wohnungswirtschaft womöglich für sich entdeckt. Denn sie spart Zeit und Kosten.

Zwei Jahre Bauzeit

Was hat also die "neue Platte", wie im Gumpetal mit 30 Wohnungen, mit ihrer Vorgängerin gemeinsam? Inge Klaan, Chefin der Nordhäuser Wohnungsgesellschaft, vergleicht: "Auch bei der alten Platte ging es um Vorfertigung. Der Grad an fertigen Teilen war hoch. Die alte Platte war dazu da, viele junge Familien mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen. Insofern sind die Argumente im Vergleich mit dem heutigen Seriellem Bauen genauso gültig wie damals."

In kurzer Zeit wurden im Nordhäuser Norden, in der Nähe des Südharz-Klinikums sowie einem Plattenbau-Quartier aus Vorwende-Zeiten, zwei Häuser mit je drei Etagen "zusammen geschraubt." Nicht einmal zwei Jahre brauchte die Städtische Wohnungsgesellschaft Nordhausen für die Neubauten.

Mit Harzblick - In den Häusern haben die Mieter Ausblick auf die Vorharzlandschaft. Bildrechte: MDR/Franziska Gutt

Lampen hängen bereits

Auf dem Areal eines früheren Schulsportplatzes entstanden moderne Mehrfamilienhäuser, die hochwertig und bezahlbar zugleich sein sollen. Die Etagen und Räume wurden zum Teil modulartig zusammengesetzt. Beispielsweise die Bäder wurden fertig angeliefert.

In ihnen hingen bereits die Lampen und standen die Waschbecken - da fuhren sie noch auf dem LKW durch die Gegend. Das spare viele Kosten, erklärt Inge Klaan: "Wir machten von der Bauweise Gebrauch, weil wir dadurch Bauzeitverkürzung, eine hohe Kostenverlässlichkeit und klar abgestimmte Abläufe erfahren haben."

Serielles Bauen löst Plattenbau ab

Serielles Bauen von modernen Mehrfamilienhäusern grenzt sich von dem ab, was viele mit dem Begriff "Plattenbau" assoziieren, meint Philipp Krebs, Architekt und Dozent an der Fachhochschule Erfurt. "Man kann durchaus ein Projekt seriell anlegen - somit mit wenigen Kosten und Ressourcen planen - aber das führt nicht dazu, dass wir stereotype Lösungen bekommen", so Krebs.

Bestimmte Häusertypen, die massenhaft an allen möglichen Orten reproduziert werden, das stecke nun eben nicht mehr hinter der seriellen Bauweise. "Ich glaube, dass die alte Platte nicht zurückkommen wird, sondern das serielle Bauen eine Möglichkeit ist, kostengünstiger und effizienter Neubauten zugestalten. Aber sie werden keine Neuauflage des Plattenbaus sein."

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 30. Juni 2021 | 18:40 Uhr

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